Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Robotergeführtes Remote-Schweißen: Mit Abstand schnell und flexibel Schweißen

19.09.2005


Zusammen mit Industriepartnern aus den Bereichen Lasertechnik, Anlagenbau sowie aus der optischen Messtechnik hat das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) das robotergeführte Remote-Schweißen in die Praxis umgesetzt. Ziel des Forschungsprojekts war es, die Entwicklung eines flexiblen und robusten Anlagensystems für das robotergeführte Remote-Schweißen zu realisieren. Eine Prototypenanlage wurde projektbegleitend aufgebaut.



Remote-Schweißen - ein Begriff, der für schnelles und flexibles Laserschweißen steht. Dabei übernimmt ein Spiegelsystem im Scannerkopf die eigentliche Führung des Laserstrahls. Durch die geringe zu bewegende Masse im Scanner kann der Strahl mit bis zu 100facher Schweißgeschwindigkeit positioniert werden. Wird der Scannerkopf von einem Standard-Industrieroboter bewegt, können große Bearbeitungsbereiche mit viel Bewegungsfreiheit erreicht und Werkstücke hochgradig flexibel bearbeitet werden. Insbesondere für Unternehmen, die den Einstieg in die Laserschweißtechnik schon gewagt haben, ist die Remote Technik interessant, weil sie die Einschaltdauer des kostenintensiven Lasers maximiert und so die Produktivität steigert.



Zusammen mit Industriepartnern aus den Bereichen Lasertechnik, Anlagenbau sowie aus der optischen Messtechnik hat das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) das robotergeführte Remote-Schweißen in die Praxis umgesetzt. Das übergeordnete Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts war es, die Entwicklung eines flexiblen und robusten Anlagensystems für das robotergeführte Remote-Schweißen unter Berücksichtigung aller relevanten fertigungstechnischen Aspekte zu realisieren. Eine Prototypenanlage wurde projektbegleitend aufgebaut.

Bei diesem neuen Schweißverfahren mussten einige wichtige prozesstechnische Aspekte berücksichtigt werden. Zum einen stellt die Bearbeitung großer Werkstückbereiche aus einer relativ großen Entfernung extreme Anforderungen an die Laserstrahlqualität, denn mit der sehr langen Brennweite müssen kleine Fokusdurchmesser erreicht werden. Durch den Einsatz eines neuentwickelten Hochleistungsscheibenlasers konnte die Strahlqualität verbessert werden, so dass der Bearbeitungsbereich 25 mal größer (500 x 500 mm) als mit herkömmlichen Festkörperlasern wurde!

Diese vielseitig einsetzbare Anlage wird im Wesentlichen an den Erfordernissen von zwei unterschiedlichen Anwendungsfeldern ausgerichtet, dem Automobilbau und der Fertigung von Haushaltsgeräten, der sogenannten "weißen Ware". Durch den scannergeführten Laserstrahl aus einer "sicheren" Entfernung ist nicht nur der Schweißprozess wesentlich schneller, sondern die Anlage weniger anfällig für Verschmutzungen, Störungen oder Kollisionen. In einem nächsten Schritt wird die Prototypenanlage zu einem marktfähigen Serienprodukt zu entwickelt, wobei einfache Handhabung, unterstützende Sensorik und Bedienerfreundlichkeit im Vordergrund stehen werden.

Kontakt:
Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: m.botts@lzh.de

Michael Botts | idw
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften