Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die flüssige Feile

12.07.2004


In der Industrie haben Bearbeitungsmaschinen die Handwerker in vielen Bereichen ersetzt. Doch gerade bei komplexen Arbeiten zeigt sich, dass die automatischen Gesellen zehn linke Daumen haben können. Filigrane Werkzeuge, die etwa Aluminium- oder Kunststoffprofile umformen, werden daher oft noch von Meisterhand poliert. So können ein bis zwei Tage vergehen, bis ein Werkzeug fertig bearbeitet ist. Mit einer »flüssigen Feile« ist die gleiche Arbeit dagegen in dreißig bis vierzig Minuten getan.


Solche Träger von Wendeschneidplatten werden beim Fräsen eingesetzt. Links vor und rechts nach dem Strömungsschleifen®.
© Micro Technica Technologies



»Im Formen- und Werkzeugbau wird dieses Endbearbeitungsverfahren immer häufiger eingesetzt«, erklärt Dr. Detlef Bottke von der Firma Micro Technica Technologies GmbH, einem Hersteller von Entgrat- und Oberflächentechnologien sowie Präzisionsbearbeitungs- systemen. »Unsere Kunden müssen oft komplex geformte dreidimensionale Metalloberflächen mit Hinterschneidungen präzise entgraten und polieren können. Mit konventionellen Verfahren ist da meist nichts zu machen.« Als Medium dient ein flüssiger Kunststoff, der Schleifkörner aus Aluminiumoxid, Siliciumcarbid, Borcarbid oder Diamant enthält. Je nach Anwendung und dem zu bearbeitenden Werkstück sind sie verschieden geformt und konzentriert. Bei jeweils optimalem Druck wird die Suspension durch das Bauteil gepresst. Dabei wird gezielt Material abgetragen oder fachlich genauer: abgetrennt. »Leider sind die genauen Mechanismen derzeit noch unbekannt«, gibt Detlef Bottke zu. »Um die gute Maßhaltigkeit im Bereich weniger Mikrometer und die Reproduzierbarkeit des Verfahrens weiter zu steigern, musste Grundlagenforschung geleistet werden.«

... mehr zu:
»Feile »Medium »Schleifkörner »Werkzeug


Die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Werkstückeigenschaften und Parametern des Schleifmediums nimmt das Unternehmen mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in Berlin unter die Lupe. Ingenieur Marcus Brücher vom IPK veranschaulicht dies an nur einem Beispiel: »Die Schleifkörner nutzen sich, wie in jedem Schleifverfahren, im Laufe der Zeit ab. Bisher kann noch keine zuverlässige Aussage darüber getroffen werden, wann die abrasive Wirkung des teuren Mediums nicht mehr ausreicht. Zu frühes Austauschen des Schleifmittels treibt die Kosten unnötig in die Höhe - zu spätes Austauschen beeinträchtigt die Genauigkeit des Vorgangs.« Die Simulation des Verschleißzustandes soll unter anderem als Basis für eine Software verwendet werden, die den Anwender rechtzeitig auf einen fälligen Austausch hinweist.

Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Marcus Brücher
Telefon 0 30 / 3 90 06-1 47
Fax 0 30 / 3 91 10 37

Dipl.-Ing. Hubert Szulczynski
Telefon 0 30 / 3 14-2 34 73
Fax 0 30 / 3 14-2 58 95

Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen
und Konstruktionstechnik IPK
Pascalstraße 8-9, 10587 Berlin

Dr.-Ing. Marcus Brücher | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.micro-technica.de
http://www.ipk.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Feile Medium Schleifkörner Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik