Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Papierindustrie erhält Abwassertransplantat

08.06.2004


Viele Nebenprodukte der Produktion in Papierfabriken wie stickstoffhaltiger Sauerstoff, Chloride und andere schädliche Stoffe werden oftmals über den Wasserweg an die Umwelt abgegeben. Nachdem in den meisten Fällen bereits besondere Bemühungen bei der Einschränkung oder Aufbereitung von Abwassern zu verzeichnen sind, verfeinert eine neue Technologie die Verfahren nun noch weiter, um die ökologischen Auswirkungen umfassend zu minimieren.



Dieses neue Verfahren zur integrierten biologischen Wasseraufbereitung, das auch als "Nieren"-Technologie bezeichnet wird, bietet jetzt drei Veredelungsphasen, in denen das Wasser aufbereitet wird: die anaerobe Reinigung, die Belüftung und die Separation von festen Stoffen. Alle drei Schritte sorgen dafür, dass das Wasser anschließend zur Wiederverwendung an die Papierfabrik zurückgeleitet werden kann.



Da die europäischen Papierfabriken 1,4 Milliarden Kubikmeter Abwasser jährlich erzeugen, stellt die Reduzierung der enthaltenen Schad- und Schmutzstoffe auch weiterhin einen Schwerpunkt für die Branche dar. Gerade für diejenigen Unternehmen, die nicht mit einem geschlossenen Kreislauf arbeiten, ist die Verringerung der Umweltverschmutzung von besonderer Bedeutung. Aber auch die Papierproduktion bei einem geschlossenen Kreislauf muss sich schwerwiegenden betrieblichen Schwierigkeiten stellen, die viel zu oft damit enden, dass die Abfallentsorgungswege geöffnet werden und die Schadstoffe wieder an die Umwelt abgegeben werden.

Die entwickelte Nieren-Technologie präsentiert zwei integrierte Abfallaufbereitungsverfahren, die sowohl für die Industrie als auch für die Umwelt gewaltige Vorteile hinsichtlich der tatsächlichen Reduzierung vieler Schadstoffe bieten. Die thermophile aerobe Aufbereitung unter Druck und die thermophile anaerobe Aufbereitung gewährleisten in Verbindung mit Ultrafiltration nicht nur eine Verbesserung der Produktion, sondern brauchen zudem noch weniger Energie.

Hinter der Technologie stehen verschiedene Innovationen. Hierbei sind besonders die ins Wasser getauchten Membrantechnologien und ein kristalliner Bioreaktor zu erwähnen. Mit Hinblick auf die Membrantechnologien wurde eine biologische Vorbereitungsphase eingeführt, um die Membranleistung zu verbessern. Das führte zu einer deutlichen Verbesserung der Retentionseigenschaften der Membran um 30 bis 45%. Der Bioreaktor scheidet in erster Linie Substanzen wie Salz und Kalziumkarbonate aus, wobei letztere zu Kügelchen aufbereitet werden, die später als Bodenverbesserer oder für die Abgasbehandlung in Kraftwerken verwendet werden können.

Insgesamt konnten die Abwasserverschmutzungen in Arbeitsmodellen von PTS, München für VPK-OUDEGEM in Belgien, bei SAICA in Spanien und bei John Zink International Luxembourg deutlich reduziert werden.

Kontakt:

Dr. Dieter Pauly
PTS München
Hess-Str. 134, Postfach 80797, München
Tel: +49-89-12146160
Fax: +49-89-1214636
Email: d.pauly@ptspaper.de

Dr. Dieter Pauly | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ptspaper.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung
18.08.2017 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen
17.08.2017 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie