Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Care-O-bot® II bringt Bier ans Sofa

11.07.2003


Auch die zweite Generation des Roboterassistenten für Haushalt und Pflege vom Fraunhofer IPA soll insbesondere alten und pflegebedürftigen Menschen den Alltag erleichtern helfen. Die Entwicklung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts "MORPHA - Intelligente Anthropomorphe Assistenzsysteme" wird im Juni 2003 nach vierjähriger Laufzeit abgeschlossen.



Darf ich vorstellen, Care-O-bot® II: 1,48 m groß, mit Sensorkopf, Arm und aktiver Gehhilfe ausgerüstet. Die zweite Generation des Roboterassistenten für Haushalt und Pflege vom Fraunhofer IPA ist seiner Aufgabe näher gekommen. Er soll insbesondere alten und pflegebedürftigen Menschen den Alltag erleichtern helfen: Der Roboter kann Hol- und Bringdienste übernehmen und seinem Besitzer Stütze und Gehhilfe in der häuslichen Umgebung sein.



Gegenüber seinem Vorgänger hat Care-O-bot® II nicht nur ein neues Design. Der Arm mit 6 Freiheitsgraden und einer Reichweite von etwa einem Meter ist speziell für Haushaltsaufgaben konzipiert. Über einen schwenkbaren Kopf mit Kameras und Laserscanner nimmt Care-O-bot® II seine Umgebung wahr. Er vergleicht die Daten mit Objekteigenschaften aus einer Datenbank und kann so selbstständig bestimmte Gegenstände erkennen. An der Hand befindet sich ein weiteres Kamerasystem, um den Griff genau zu überwachen und zu präzisieren.

Bedient wird Care-O-bot® II über ein abnehmbares Funkpanel mit Touchscreen. Der Benutzer kann so die Aktionen des Roboters auch dann überwachen, wenn er sich nicht im gleichen Raum aufhält. Ebenfalls zum Bedienpanel gehört ein Mikrofon für Sprachbefehle. Care-O-bot® II ist einfach im Umgang und wenige Anweisungen genügen, um ihn in Gang zu setzen. Dabei helfen dem Roboter ein Handlungsplaner und eine Umgebungsdatenbank einfache Befehle in komplexe Bewegungsabläufe umzusetzen. Etwa 10 Stunden halten die Batterien im Dauerbetrieb bevor Care-O-bot® II zur Ladestation fahren muss.

Care-O-bot® II kann gebrechlichen Personen auch als Gehhilfe dienen. Seine Navigationsalgorithmen und seine Sensorik erlauben ihm nicht nur, sich selbstständig in der Wohnung zurechtzufinden. Sie helfen ihm auch, seinen Besitzer sicher zum Ziel zu geleiten. Über die Gehhilfestützen kann der Benutzer seinen Roboter genau so einfach bedienen wie ein nicht motorisiertes Gehhilfegefährt - mit einem Unterschied: Care-O-bot® II bewegt sich selbst, angeglichen an die Fortbewegung seines Benutzers. Die Gehhilfestützen sind je nach Bedarf ein- und ausfahrbar.

Die Entwicklung des Mensch-Maschine-Interface, der Handlungsplanung und der Bewegungsplanung, inklusive Gehhilfe, wurde im Projekt "MORPHA" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel des im Jahr 1999 gestarteten Projekts "MORPHA - Intelligente Anthropomorphe Assistenzsysteme" ist die Entwicklung neuer Interaktionsformen zwischen Mensch und IT-Systemen. Als eines von sechs Leitprojekten im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion (MTI) wird "MORPHA" nach vierjähriger Laufzeit im Juni 2003 abgeschlossen.

Die Ergebnisse aller MTI-Leitprojekte sind vom 3. bis 4. Juni 2003 im Rahmen einer abschließenden Statustagung im Berliner Congress Center der internationalen Fachwelt vorgestellt worden. Care-O-bot® II hat dort in einer Modellwohnung sein Können demonstriert und auf Kommando Getränkeflaschen geholt und gebracht.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Matthias Hans
Telefon: +49(0)711/970-1191, Fax: +49(0)711/970-1008, E-Mail: hans@ipa.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner | idw
Weitere Informationen:
http://www.care-o-bot.de
http://www.morpha.de

Weitere Berichte zu: BMBF Care-O-bot® Gehhilfe Intelligent Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften