Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MST Base 21: Produktentwicklung an der Grenze des physikalisch Machbaren

12.12.2002


Das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard- Gesellschaft (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen startet ein neues Verbundforschungsprojekt. Unter dem Titel MST BASE 21 will das Institut in den nächsten drei Jahren an die Grenzen des physikalisch Machbaren vorstoßen. Unter anderem sollen Silizium- und Kunststoffelemente für Sensoren, Kapillarröhren und Düsen im Bereich weniger milliardstel Meter verfeinert werden. Die Erkenntnisse werden den Bau absolut präziser, sehr kleiner Navigations- und Messgeräte ermöglichen, die Herstellung von Biochips und Analyseverfahren in der Pharmazie verbessern oder den Weg zu neuen implantierbaren Medikamentendosiersystemen ebnen.

Aufgrund der strategischen Bedeutung des Projekts beteiligen sich neun High tech-Firmen mit Geldern und Eigenleistungen an MST BASE 21. Die Firmen kommen vorwiegend aus der Region und aus Süddeutschland. Ein weiterer Partner ist das Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg. Die Landesregierung fördert das Verbundvorhaben im Rahmen eines Forschungsauftrags, der aus dem Topf der Landesstiftung Baden-Württemberg finanziert wird. MST BASE 21 hat ein Volumen von mehr als 3 Mio. Euro und erhält die größte Einzelförderung aus der aktuellen Technologieinitiative der Landesstiftung.

"Mit ihrer Entscheidung zur Förderung von MST BASE 21 bestätigt die Landesregierung erneut ihr großes Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit", sagte Prof. Dr. Hermann Sandmaier, Leiter des HSG-IMIT, zum Start des Projekts. Der Ansatz des Instituts, zusammen mit der mittelständischen Industrie aus dem Land so nah am Markt wie möglich zu forschen und den Fokus auf anwendungsfähige Innovationen zu richten, sei als technologiepolitisch richtig und zukunftsweisend erkannt worden.

Gemeinsames Ziel der sechs Teilprojekte ist, die Basis für die konkrete industrielle Nutzung der Mikrosystemtechnik (MST) im 21. Jahrhundert zu verbreitern und abzusichern - deshalb der Name MST BASE 21. Nach der vielfach bewährten Strategie des HSG-IMIT konzentriert sich die Planung auf wenige ausgewählte Produktsparten, bei denen gute Absatzchancen erwartet werden. Zwischen den Teilprojekten gibt es Synergien und über MST BASE 21 hinaus werden weitere Technologiefelder von den Ergebnissen profitieren können - z. B. Siliziumbearbeitung, Kunststoffspritzguss, Biotechnologie, Medizintechnik oder auch die Pneumatik.

"Die angestrebten Produkte werden in ihren speziellen Anwendungsgebieten nicht nur für einen Technologiesprung sorgen, sondern auch für Kostenreduzierungen", betont Institutsleiter Prof. Sandmaier. Beispiel: Mit einem implantierbaren, intelligenten Dosiersystem, das über Jahre hinweg dem Körper immer die gerade notwendige Menge eines Medikaments verabreicht, könnte man bei der Behandlung bestimmter Patienten viel Geld, Spritzen, Arztbesuche und Klinikaufenthalte einsparen - ein Thema, das zur aktuellen Diskussion über die Kostenexplosion im Gesundheitswesen besser nicht passen könnte.

Die Biotechindustrie erwartet von MST BASE 21 Lösungen, mit denen sich das Austesten neuer Wirkstoffe beschleunigen lässt. Die Entwicklung soll auch dazu beitragen, den Verbrauch sehr teurer Gen- und Analysesubstanzen im Nanoliterbereich präziser zu handhaben und damit die Pharmaforschung rationeller und sparsamer zu gestalten.

Weitere Teilprojekte befassen sich mit der Leistungsverbesserung und den künftigen Anwendungsmöglichkeiten mikrotechnischer Drehraten- und Neigungssensoren. Das HSG-IMIT will die Sensoren auf millimetergroßen Plattformen paaren und ihre unterschiedlichen Messwerte in einem digitalen Signalprozessor kombinieren.

Ziel ist, neue Sensorbaugruppen herstellen zu können, die ein Bruchteil vergleichbarer Präzisionsinstrumente kosten und wesentlich kleiner und energiesparender wären. Ein fahrendes oder fliegendes Objekt könnte mit diesen zusammengeschalteten Mikrosensoren fünfmal genauer auf Kurs gehalten werden als mit heute am Markt erhältlichen Konkurrenzprodukten. Einsatzgebiete wären unter anderem Navigationssysteme, Fahrzeugsicherheit, Steuerung von Flugobjekten oder die Patientenüberwachung.

Kontakt:


Peter Josef Jeuk, Leiter Marketing/Vertrieb,
Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT)

... mehr zu:
»BASE »HSG-IMIT »MST

Wilhelm-Schickard-Str. 10, 78052 Villingen-Schwenningen
Telefon + 49 (0) 77 21 / 9 43-2 54, Telefax -2 10
E-Mail peter.jeuk@hsg-imit.de

Peter Josef Jeuk | HSG-IMIT

Weitere Berichte zu: BASE HSG-IMIT MST

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie