Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Implantate mit Rapid-Technologien fertigen

27.11.2002


Zahnersatz oder künstliche Knochen in kurzer Zeit passgenau produzieren - Rapid-Technologien machen es möglich. Diese und weitere neue Entwicklungen für Rapid Prototyping, Rapid Tooling und Rapid Manufacturing stellt die Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping auf der EuroMold vom 4.12. bis 7.12. in Frankfurt vor.


Fraunhofer ILT
Mit Laser-Melting können Implantate innerhalb weniger Stunden gefertigt werden.

Copyright © 2002 Fraunhofer-Gesellschaft



Implantate müssen einzeln und passgenau gefertigt werden. Zahnersatz oder künstliche Knochen aus Titan werden bisher durch spanende Verfahren oder Gießen hergestellt. Doch beides ist aufwändig und dauert meist Wochen. Viel einfacher und schneller geht es mit dem Laser Melting, dem Umschmelzen von Metallpulver durch Laserstrahlung. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT haben gemeinsam mit der Industrie das Laserschmelzen weiter entwickelt, sodass Implantate direkt aus Computer-Tomografischen-Daten (CT-Daten) gefertigt werden können. Mit Hilfe dieser Daten wird das Bauteil Schicht für Schicht aus Metallpulver aufgebaut. Ein Laserstrahl fährt genau die Bereiche ab, die das Implantat bilden sollen, und verschmilzt die Metallpartikel. Erfolgversprechende Einsatzgebiete sind die Dental- und Medizintechnik sowie die Fertigung komplexer Bauteile.



»Rapid-Technologien dringen in jüngster Zeit immer mehr in die Medizintechnik und sogar in die Medizin vor«, fasst Dr. Rudolf Meyer, Koordinator der Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping, die Entwicklung zusammen. Denn mit diesen Technologien können schnell und kostengünstig passgenaue Einzelstücke gefertigt werden. Ein Beispiel: Ein von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF entwickeltes Verfahren ermöglicht die vollautomatische Fertigung von Inlays, Brücken und Zahnersatz. Mit moderner 3D-Digitalisierungstechnik wird der Gipsabdruck des Gebisses vermessen. Aufgrund dieser Datenbasis kann der Zahnersatz automatisch gefertigt werden. Spezielle Werkstoffe hierfür entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS.

Verschmelzung von stofflichen und virtuellem Prototyping

In der Produktentwicklung werden reale Prototypen mit virtuellen
ergänzt. »Wenn es um Form- oder geometrische Merkmalsabbildungen geht, macht das Virtual Prototyping zunehmend den stofflichen Modellen Konkurrenz«, so die Erfahrung des Rapid-Prototyping-Experten Meyer. Denn die virtuellen Prototypen können bereits im Rechner getestet und verbessert werden. Das spart Zeit und Kosten. Doch ganz auf stoffliche Modelle kann nicht verzichtet werden. Forscher versuchen daher seit Jahren die Vorzüge der virtuellen und stofflichen Produkt- bzw. Modellentwicklung miteinander zu verschmelzen. Auf der EuroMold stellen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD das erweiterte (augmented) Prototyping vor. Hierbei können über eine Datenbrille virtuelle Prototypen auf reale Objekte projiziert werden. So lässt sich zum Beispiel prüfen, ob ein virtuelles Bauteil tatsächlich in den Motorraum eines realen Wagens passt.

Rapid-Tooling

Ein weiterer Trend ist das 3D-Drucken von Werkzeugen: Ein 3D-Metalldrucker druckt direkt in ein Bett aus Metallpulver. Wie leistungsfähig so gefertigte Bauteile sind, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Angewandte Materialforschung IFAM auf der EuroMold. Dort fertigen die Fraunhofer-Forscher mit einem über Metall-Printing hergestellten Experimental-Werkzeug Kunststoff-Büsten von Joseph von Fraunhofer - dem Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft.

Diese und weitere Rapid-Technologien stellt die Fraunhofer-Allianz auf dem Gemeinschaftsstand in Halle 8, Stand L115/N112 aus. In der Allianz arbeiten zwölf Fraunhofer-Institute an der Entwicklung, Optimierung und industriellen Nutzbarmachung von High-Tech-Methoden zur Beschleunigung von Produkt- und Werkzeugentwicklungsprozessen.


Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Rudolf Meyer
Telefon: 03 91 / 40 90-5 10
Fax: 03 91 / 40 90-5 12

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.rapidprototyping.fhg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Innovatives Verfahren zur Aufbereitung von Raps
08.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme

20.11.2017 | Maschinenbau

Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz

20.11.2017 | Physik Astronomie

Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität nur bedingt tauglich

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie