Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ruß entsteht nicht nur in Dieselmotoren

01.10.2002


An dem Einzylinder-Transparentmotor können die Vorgänge bei der Direkteinspritzung von Benzin beobachtet werden


Wird der Kraftstoff unmittelbar in den Brennraum eingespritzt, kann der Benzinverbrauch von Ottomotoren am deutlichsten gesenkt werden. So jedenfalls lautet die Einschätzung vieler Experten, die nach Sparkonzepten für technische Verbrennungsprozesse suchen. Wieviel Ruß dieses Verfahren erzeugt, weiß jedoch bisher niemand. Der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik (LTT) der Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Alfred Leipertz und die Erlanger ESYTEC Energie und Systemtechnik GmbH, die dieses Problem gemeinsam angehen, erhalten dazu bis zu 611.200 Euro Unterstützung von der Bayerischen Forschungsstiftung.

Ruß ist einer der bekanntesten und am meisten gefürchteten Schadstoffe im Abgas von Kraftwagen. Eingeatmete Rußflocken können sich in der Lunge ablagern und krankhafte Veränderungen fördern. An Dieselmotoren werden die Wirkmechanismen von Rußbildung und -abbrand seit vielen Jahren untersucht. Im Jahr 2001 hat der LTT Erlangen ein Großprojekt zur Schadstoff- und Verbrauchsminderung bei modernen Dieselmotoren abgeschlossen, das sieben weitere Kooperationspartner einbezog und ebenfalls von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert wurde. Dabei ergab sich, dass nicht unbedingt mehr Stickoxide ausgestoßen werden müssen, wenn weniger Ruß entsteht. Neben der Betriebstemperatur ist die Durchmischung wichtig für den Rußanteil, der nicht verbrennt und als Schadstoff übrig bleibt.

Die Rußproblematik, die vom direkteinspritzenden Dieselmotor bekannt ist, ist auch bei der Benzindirekteinspritzung zu beachten; allerdings liegt der Ausstoß auf deutlich niedrigerem Niveau. Durch die Kombination mehrerer Lasermessverfahren sollen Ursachen und Einflussgrößen innerhalb des Motors, zum Teil auch beim Austritt aus dem Motor erfasst werden. Im Zentrum steht die Absicht, Zusammenhänge zwischen der Rußbildung und der Kraftstoffverteilung zum Zündzeitpunkt bzw. während der Entflammungsphase aufzudecken. Außerdem soll festgestellt werden, ob bei der Verbrennung in Benzinmotoren dieselbe "Schere" klafft, die es erschwert, Stickoxid- und Rußabgabe gleichzeitig zu minimieren.

Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von rund 1,35 Millionen Euro. Rund 165.000 Euro bringt die Firma ESYTEC als Eigenbeteiligung ein. Die BMW AG München steuert 400.000 Euro zur Finanzierung bei, die Robert Bosch GmbH Stuttgart ist mit knapp 160.000 Euro beteiligt.

Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Alfred Leipertz

... mehr zu:
»Dieselmotor »LTT »Rußbildung »Schadstoff

Lehrstuhl für Technische Thermodynamik
Telefon 09131/ 85 - 29900 
sek@ltt.uni-erlangen.de

Gertraud Pickel | idw

Weitere Berichte zu: Dieselmotor LTT Rußbildung Schadstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht 3D-Bilder von Krebszellen im Körper: Medizinphysiker aus Halle stellen neues Verfahren vor
16.05.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Innovatives Verfahren zur umweltschonenden Gülleaufbereitung kommt auf den Markt
03.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics