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Was sind Zoonosen?

26.08.2013
TiHo informiert auf der IdeenExpo über Krankheiten, die zwischen Menschen und Tieren übertragen werden können.

Menschen und Tiere stehen sich sehr nahe – auch in Sachen Gesundheit. Auf der IdeenExpo, die vom 24. August bis zum 1. September 2013 auf dem Messegelände in Hannover stattfindet, stellt die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) vor, welche Krankheiten zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können, wie man sich schützen kann, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie vielfältig die Erreger sind.

Die Exponate
In einem umgebauten Mikroskop zeigt ein Stop-Motion-Film den Infektionszyklus des Hundespulwurms, Toxocara canis. Hundespulwürmer gehören zu den Magen- und Darmwürmern, die weltweit am häufigsten vorkommen. Die Parasiten befallen den Dünndarm von Hunden. Scheiden die Tiere mit dem Kot die Eier des Wurms aus, können sich andere Tiere oder Menschen damit infizieren – beispielsweise auf mit Hundekot verschmutzten Sandkästen. Der Fadenwurm kann 10 bis 18 Zentimeter groß werden. Die Kinder und Jugendlichen können sich den Parasiten am Stand auch als eingelegtes, echtes Präparat ansehen.

An einem lebensgroßen Holzmenschen befinden sich in Plüschtierform acht verschiedene Zoonoseerreger, die die Schülerinnen und Schüler sich ansehen können. Informationstexte geben eine kurze Einführung zu den Krankheitserregern. Über folgende Plüscherreger können sich die Kinder und Jugendlichen informieren: Toxoplasmose-Erreger, Tollwut-Erreger, Tuberkulose-Erreger, Herzwurm, Giardien, Salmonellen, Leishmanien, Borreliose-Erreger.

An einem großen Holzbakterium zum Aufklappen können die Jugendlichen lernen, wo Antibiotika angreifen, wie das erste Antibiotikum entdeckt wurde und wie ein Bakterium von innen aussieht.

In einem Schubladenschrank warten große, eindrucksvolle Bilder auf die Schülerinnen und Schüler. Zum Beispiel zeigt eine elektronenmikroskopische Aufnahme eine übergroße Zecke. Zecken spielen eine wichtige Rolle als Krankheitsüberträger zwischen Menschen und Tieren. Sie werden deshalb auch als „Vektoren“ bezeichnet. In Mitteleuropa übertragen Zecken auf Menschen vor allem die Erreger für Borreliose und Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME).

Außerdem können die Jugendlichen ihre Hände leuchten lassen: Ein Schwarzlichtgerät macht eine vorher aufgetragene Lösung sichtbar. Die fluoreszierende Lösung simuliert die Keime, die wir an den Händen haben. Die Kinder und Jugendlichen können sich gegenseitig die Hände geben und damit die Keimübertragung darstellen. Nach der Anwendung müssen sie sich gründlich die Hände waschen und können immer wieder kontrollieren, ob noch Rückstände zurückgeblieben sind.

Zoonosen
Viele Infektionskrankheiten können von Tieren auf Menschen oder umgekehrt übertragen werden. Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden solche Krankheiten als Zoonosen bezeichnet. Verursacher dieser Erkrankungen sind Viren, Prionen, Bakterien, Pilze, Protozoen, Helminthen oder Arthropoden. Es sind gegenwärtig etwa 200 Krankheiten bekannt, die sowohl bei einem Tier wie auch beim Menschen vorkommen und in beide Richtungen übertragen werden können. In den vergangenen Jahrzehnten sind zahlreiche neue Zoonoseerreger entdeckt worden, und es kommen stetig neue hinzu. Eine zusätzliche Gefahr geht von Infektionskrankheiten aus, die bereits als besiegt angesehen wurden und jetzt wieder auftreten, so genannte „re-emerging infectious diseases“.
Ideen-Expo
Die Ideen-Expo findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Ziel der Messe ist es, Jugendliche und Schüler für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern. Im Jahre 2011 kamen 310.000 Besucherinnen und Besucher auf die Ideen-Expo.

Sonja von Brethorst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tiho-hannover.de/

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