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Wissenschaft als Beruf für Frauen - und Männer

01.03.2012
Forschungsorganisationen laden ein zur gemeinsamen Diskussion: Wie wird die Wissenschaft attraktiver für Frauen?

Unter Federführung der Max-Planck-Gesellschaft laden die großen deutschen Forschungsorganisationen am 6. März 2012 nach Berlin ein, um über Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung in der Forschung zu diskutieren. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation statt.

Bund und Länder haben mit diesem Pakt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Leibniz-Gemeinschaft verlässliche Haushaltssteigerungen zugesichert. Insgesamt werden damit im Zeitraum 2011 bis 2015 von Bund und Ländern 4,9 Milliarden Euro zusätzliche Mittel für die Forschung bereitgestellt. Dafür verpflichteten sich diese Wissenschaftsorganisationen, mit geeigneten Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung durch eine intensivere Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale weiter zu steigern. An zentraler Stelle steht hierbei die Förderung von Frauen in Wissenschaft und Forschung.

Moderiert von Gert Scobel (ZDF/3sat), wird ein mit Vertretern der Pakt-Organisationen besetztes Podium über „Wissenschaft als Beruf für Frauen – und Männer“ diskutieren. Ihre Erfahrungen und Positionen einbringen werden unter anderem Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Dorothee Dzwonnek, Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, und die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen. „Gemischte Teams sind besser. Wir brauchen mehr Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen. Ich erwarte von den Forschungseinrichtungen, dass sie noch mehr tun, um dieses Ziel zu erreichen“, so Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen. Ende letzten Jahres beschloss deshalb die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK), die Pakt-Organisationen aufzufordern, für ihre Einrichtungen „flexible Zielquoten“ zu entwickeln und umzusetzen.

Ausweislich des „GWK-Berichts zu Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung“ haben die Pakt-Organisationen jedoch bereits Fortschritte erzielt: So steigerten sie den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen insgesamt von zwei Prozent im Jahr 1992 auf 11,3 Prozent im Jahr 2010. Auf den einzelnen Karrierestufen wächst der Anteil von Wissenschaftlerinnen je nach Fachdisziplin zwar unterschiedlich schnell, aber kontinuierlich. „Es ist wichtig“, betont der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, „dass wir alle dasselbe Verständnis und die Einsicht für die Situation haben und entsprechend engagiert das immer noch bestehende Ungleichgewicht gemeinsam beheben.“ Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit müssten in allen Forschungsinstituten „gelebt“ werden.

In den Max-Planck-Instituten hätten sich die Frauenanteile bereits sehr erfreulich entwickelt: So gelang es im Rahmen einer Selbstverpflichtung zwischen 2005 und 2010, die Frauenanteile sowohl auf der zusammengefassten Ebene der W2/W3-Besoldungsgruppe als auch auf Ebene der obersten Entgeltgruppen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TvöD) um fünf Prozentpunkte zu steigern. Präsident Peter Gruss ist zuversichtlich, dies erneut zu schaffen und strebt eine weitere Selbstverpflichtung in der Max-Planck-Gesellschaft an. Ausgangsbasis für nochmal fünf Prozent Plus bis 2017 wären die Zahlen vom 1. Januar 2012: Die Frauenanteile betrugen zu diesem Zeitpunkt im Bereich der Besoldungsgruppe W3/W2 zusammen 19,2 Prozent und bei den obersten TvöD-Entgeltgruppen 28,3 Prozent.

Die DFG beschloss bereits 2008 ihre „forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“. Mit ihnen verpflichten sich die Mitgliedseinrichtungen der DFG, strukturelle und personelle Standards für Gleichstellung zu entwickeln und umzusetzen und darüber in einem Fünfjahreszeitraum regelmäßig zu berichten. Ziel der Initiative ist, bis zum Jahr 2013 den Anteil von Frauen auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriere signifikant zu steigern. Auf diesem Weg können viele DFG-Mitgliedseinrichtungen bereits deutliche Fortschritte vorweisen, wie die zuletzt 2011 veröffentlichten Zwischenberichte zur Umsetzung der forschungsorientierten Gleichstellungsstandards zeigen.

An den Standards der DFG orientieren sich inzwischen auch die drei großen außeruniversitären Forschungsorganisationen. Die Helmholtz-Gemeinschaft hat in ihrem Programm für exzellente Wissenschaftlerinnen 2011 15 neue Professorinnen ausgewählt, und weitere fünf erhielten eine Sonderförderung. Zusätzlich wurden über die Rekrutierungsinitiative für 2012 bereits drei Wissenschaftlerinnen ausgewählt und weitere werden folgen. Zusätzlich soll ein neues Postdoc-Programm insbesondere Frauen nach der Promotion fördern. Flankierende Maßnahmen sind zum Beispiel die Ausbildung in der Helmholtz-Akademie und verschiedene Mentoring-Programme.

Die Leibniz-Gemeinschaft plant, bis zum Jahr 2016 den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen auf 20 Prozent zu erhöhen. Die Fraunhofer-Gesellschaft erhöhte ihren Wissenschaftlerinnenanteil bereits von 2010 auf 2011 um ein Prozent und strebt ebenfalls einen kontinuierlichen Aufwuchs in den nächsten fünf Jahren an. Dazu setzte Fraunhofer ein umfassendes Bündel an Maßnahmen um, das sich weitestgehend an den Gleichstellungsstandards der DFG orientiert. Alle individuellen Ansätze eint das Ziel, den stetig gewachsenen Anteil von Frauen mit Hochschulabschluss langfristig auch in einer steigenden Beteiligung von Frauen an wissenschaftlichen

Führungspositionen fortgesetzt zu sehen.

6.3.2012 | 18:00 Uhr

Wissenschaft als Beruf für Frauen – und Männer

Eine Veranstaltung im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation Impulsvorträge von:

Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung

Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, Präsident der DFG

Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung

Podiumsdiskussion mit:

Prof. Dr. Jutta Allmendinger

Prof. Dr. Tilman Brück

Dorothee Dzwonnek

Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld

Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla

Prof. Dr. Martina Schraudner

Cornelia Quennet-Thielen

Moderation: Gert Scobel, ZDF/3sat

Ort: Auditorium Friedrichstraße

Im Quartier 110
Friedrichstraße 180
10117 Berlin

Dr. Susanne Kiewitz | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/5042757/Wissenschaft_Frauen

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