Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Werkstoffdesign mit biobasierten Polymeren

08.11.2010
Kooperationsforum am 11. November 2010 in Straubing
 Innovative Technologien für maßgeschneiderte Kunststoffe
 Hochwertige Biopolymere für Textil, Konsumgüter und Automobil
 Über 250 Experten und Anwender aus sieben Ländern in Straubing
Ob biologisch abbaubar in Verpackungen oder beständig in Elektronikartikeln, Textilien und Fahrzeugen – Biopolymere haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Biobasierte Polymere werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und bieten damit Alternativen zu fossilen Ausgangsstoffen; ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf begrenzte Ressourcen und CO2-Bilanzen.

Die Werkstoffeigenschaften biobasierter Polymere lassen sich zunehmend durch neue Verfahren sowie den Zusatz von Additiven und Naturfasern gezielt anpassen. Mit verbesserten Charakteristika, wie z. B. verringertem Gewicht und neuartigen Funktionalitäten, können sie zudem konventionelle Werkstoffe übertreffen und neue Märkte eröffnen.

Dem stehen gegenwärtig bislang geringe Produktionsmengen, ein häufig höherer Preis im Vergleich zu petrochemischen Polymeren sowie Herausforderungen bei der Verarbeitung gegenüber. Innovative Prozesse und der Ausbau von Produktionskapazitäten ermöglichen künftig kostengünstigere und verbesserte Biopolymere.

Das Kooperationsforum
Die Bayern Innovativ GmbH konzipiert und organisiert im Rahmen ihres internationalen Netzwerkes Life Science das 2. Kooperationsforum „Biopolymere". Partner sind das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe Straubing, die BioCampus Straubing GmbH und die BioM WB GmbH. Die Einbindung in das Enterprise Europe Network eröffnet zusätzliche Chancen für den transnationalen Wissenstransfer.

Im Mittelpunkt stehen Konzepte der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe unter Berücksichtigung der Öko-Effizienz und die Einsatzmöglichkeiten biobasierter Polymere. Vorgestellt werden neue Verfahren zur gezielten Optimierung von Biopolymeren und deren industrielle Anwendungen in Automobil und Textil.

Berichtet wird über Fortschritte bei der Herstellung und Verarbeitung von Biopolymeren anhand von Beispielen wie Polyhydroxybutyrat (PHB), Polymilchsäure (PLA) sowie biobasierter Polyamide (PA) und Polyurethane (PUR).

Biobasierte Polyamide lassen sich aus Sebazinsäure, einem Bestandteil von Rizinusöl, herstellen. Daraus produzierte Kunststoffbauteile werden beispielsweise in Luftfiltersystemen im Motorraum eingesetzt und bieten Gewichtsersparnis gegenüber herkömmlichen Werkstoffen – ein Vorteil gerade bei gegenwärtigen Leichtbauanforderungen im Automobildesign.

Dr. Harald Häger von Evonik Degussa präsentiert ein Polyamid, dass bis zu 100 Prozent aus Rizinusöl gewonnen wird. Aufgrund der mechanischen und thermischen Eigenschaften ergeben sich Einsatzmöglichkeiten in High-Performance-Polyamidbauteilen für Sport, Elektronik oder Automobil. Neben den Werkstoffeigenschaften ist auch die Nachhaltigkeit des neuen Materials über den gesamten Lebenszyklus günstiger als bei Erdöl-basierten Polyamiden. Die Rizinuspflanze wird weder als Nahrungs- oder Futtermittel genutzt, noch konkurriert sie mit der Anbaufläche von Nahrungsmitteln.

Durch die Fermentation stärkehaltiger Rohstoffquellen wie Mais und Kartoffeln oder zellstoffhaltiger Pflanzenbestandteile kann Milchsäure als Monomer für die chemische Synthese von Polymilchsäure (PLA) gewonnen werden. Prof. Jukka Seppälä von der Aalto University in Finnland stellt ein neues Verfahren zur direkten Polykondensation der Monomere zu PLA vor. Dessen Eigenschaften sind durch unterschiedliche Vernetzung gezielt veränderbar, so dass Materialien von hochelastisch bis extrem steif resultieren – ein wahrer Designerkunststoff.

Dr. Johannes Ganster vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) zeigt einen durch Faserverstärkung und Additivzusatz erzeugten biobasierten PLA-Verbund, dessen mechanische Eigenschaften, insbesondere Festigkeit und Steifigkeit, konventionellen, erdölbasierten Werkstoffen überlegen ist.

PLA besitzt ähnliche Eigenschaften wie die petrochemischen Kunststoffe Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP). Entsprechend vielfältige Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich von Innenraumkomponenten in Fahrzeugen bis hin zu Bekleidungs- und Hygienetextilien.

Aktuell sind bereits über 250 Teilnehmer angemeldet aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Finnland. Sie vertreten Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Kunststoff, Automobil, Textil und Kosmetik wie Beiersdorf, Clariant, Lanxess, Süd-Chemie, SGL Carbon, Audi, BMW, Porsche, F.S. Fehrer, Faber-Castell, Schwan Cosmetics sowie Universitäten und Forschungsinstitute aus Regensburg, Würzburg, Chemnitz, Dresden, Freiburg und Hamburg.

Die begleitende Fachausstellung zeigt innovative Technologie, Verfahren und Produkte für Gewinnung, Verarbeitung und Produktanwendungen von Biopolymeren.

Am Vortag werden Teilnehmer das Wissenschaftszentrum und den Biocampus in Straubing sowie die Firmen H.Hiendl Kunststofftechnik in Bogen und Südstärke in Sünching besichtigen.

Das Forum bietet somit eine ideale Plattform zum Erfahrungs- und Wissensaustausch und zur Erschließung neuer Kooperationen und Anwendungsfelder.

Die Programmübersicht und alle weiteren Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.bayern-innovativ.de/biopolymere2010.

Dr. Petra Blumenroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayern-innovativ.de/biopolymere2010
http://www.lifescience.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise