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Welche Versorgung und Pflege brauchen Menschen mit Demenzerkrankungen?

22.10.2008
Größte wissenschaftliche Tagung zu psychischen Erkrankungen in Europa vom 26.-29.11.2008 in Berlin

Die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland wird immer älter. Damit nehmen auch die Demenzerkrankungen zu. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2050 etwa 2,3 Millionen Menschen davon betroffen sind.

Da viele der Erkrankten nicht mehr zu Hause versorgt, sondern im Heimen betreut werden, sind besonders qualifizierte Pflegekräfte, erfahrene Ärzte und andere in der Alterspsychiatrie ausgebildete Therapeuten dringend erforderlich. Mit dem inzwischen verabschiedeten "Pflege-Weiterentwicklungsgesetz" hat die Bundesregierung auf diese Situation zu reagieren versucht.

In ihrer aktuellen Stellungnahme zum Einsatz zusätzlicher Betreuungskräfte für Demenzkranke begrüßt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) Bestrebungen, um die Versorgung und Pflege von Menschen mit Demenzerkrankungen zu verbessern: "Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wird diese Not der Betroffenen in verschiedenen Maßnahmen der Pflegereform endlich wahrgenommen und sollte daher als richtungsweisende, aber bei weitem nicht ausreichende Maßnahme des Gesetzgebers angesehen werden."

Die DGPPN erinnert nachdrücklich daran, dass viele Menschen mit Demenzen an dem Verlust von Fähigkeiten leiden, die für eine selbstständige Gestaltung des Alltags unverzichtbar sind. Die Erkrankung ist nicht nur durch den zunehmenden Verlust des Gedächtnisses und des Wissens von bzw. um sich selbst geprägt, sondern auch von vielen schweren Störungen des Seelenlebens. Diese schweren psychischen Störungen erfahren nach Auffassung der DGPPN zumeist nicht die erforderliche fachkompetente pflegerische und ärztliche Hilfe. Zudem würden die Betroffenen in unserer Gesellschaft oft stigmatisiert. Nach Auffassung der DGPPN fehlt es Zuerst an gut ausgebildeten und menschlich qualifizierten Krankenschwestern und -pflegern, Ergotherapeuten, Musiktherapeuten, Reminiszenz- oder Tanztherapeuten. Diese sind durch 10.000 bis 15.000 neue Betreuungsassistenten in keiner Weise zu ersetzen.

Unbedingt notwendig ist für die Fachgesellschaft eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung für Demenzkranke und deren Betreuerinnen und Betreuer. Im Paragraphen 1 der "Richtlinien zur Qualifikation und Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen" werde zwar als Zielsetzung des Vorhabens angegeben, dass durch eine zusätzliche Betreuung und Aktivierung den Kranken eine höhere Wertschätzung entgegengebracht werden soll. Durch die Anstellung von nicht hinlänglich ausgebildeten Betreuungskräften ist für die DGPPN allerdings genau das Gegenteil zu erwarten.

Die unterschiedlichen Aspekte der Versorgung und Pflege von Menschen mit Demenzen stellen einen Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung der DGPPN dar, die von Mittwoch, den 26. November, bis Samstag, den 29. November 2008, im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin stattfindet. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Veranstaltungen stehen dabei u.a. die Fragen nach der "Kommunikation in der Begleitung und Pflege demenzkranker Menschen" oder nach innovativen Therapieansätzen bei Morbus Alzheimer. Wie im vergangenen Jahr erwartet die DGPPN wieder mehr als 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu diesem Kongress, der inzwischen in Europa zur größten wissenschaftlichen Tagung auf dem Gebiet der psychischen Störungen geworden ist. Neben dem wissenschaftlichen Programm sowie dem Programm der Fort- und Weiterbildungsakademie hat die DGPPN eine Reihe von Angeboten vorgesehen, die sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Schülerinnen und Schüler der Berliner Schulen richten. So u.a. die Veranstaltung "Hilfe zum Helfen: Welche Unterstützung brauchen Angehörige von Demenzkranken? Laien fragen, Experten antworten", die am Freitag, 28.11.2008, um 19.00 Uhr in der Urania Berlin, An der Urania 17, stattfinden wird.

Literatur: Stellungnahme der DGPPN zum Einsatz zusätzlicher Betreuungskräfte für Demenzkranke: www.dgppn.de

Presseanfragen zum DGPPN-Kongress:
Dr. Thomas Nesseler, DGPPN-Hauptgeschäftsstelle Berlin-Mitte
Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin, Tel. 030/28096602, Fax 030/28093816, sekretariat@dgppn.de
Presseanmeldung zum DGPPN-Kongress
Bitte beachten: Akkreditierung als Pressevertreter und Anmeldung zu den Presseveranstaltungen bitte Online bis spätestens Freitag, den 21. November 2008! Mehr Infos unter: http://www.dgppn.de/de_kongress2008_167.html
Allgemeine Information und Anmeldung zum Kongress:
dgppn08@cpo-hanser.de sowie im Internet: http://www.dgppn-kongress.de

Dr. Thomas Nesseler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgppn.de
http://www.dgppn-kongress.de

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