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Wachstumschancen für Europas Bauern

31.05.2011
IAMO-Veranstaltung zu internationalen Landwirtschaftstrends in Bernburg

Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und der steigenden globalen Nachfrage nach Lebensmitteln sieht der Agrarökonom Achim Schaffner gute Absatzchancen für die europäischen Bauern.

Schaffner ist Leiter des Fachgebietes Ökonomie bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) und eröffnete mit einem Übersichtsbeitrag die Arbeitssitzung „Globale Entwicklungstendenzen in der Landwirtschaft“, die das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) bei einer internationalen Tagung in Bernburg organisiert hatte. Zwar spielten auch die Schwellenländer als Produzenten eine zunehmend wichtigere Rolle, gleichzeitig aber wachse gerade in diesen Ländern die Nachfrage sehr stark, erläuterte Schaffner. Davon profitiere Europa als Anbieter von Milch, Weizen und Veredlungsprodukten wie Käse und Wein.

Anhand von Daten zur Weizenproduktion aus dem von Johann-Heinrich von Thünen-Institut (vTI) und DLG gemeinsam koordinierten Projekt agri benchmark zeigte Schaffner außerdem, dass viele deutsche Betriebe dank hoher Erträge durchaus mit den osteuropäischen Wettbewerbern etwa aus der Ukraine konkurrieren können. Schließlich ging Schaffner auf eine aktuelle DLG-Studie ein, der zufolge die deutschen Bauern optimistisch in die Zukunft blicken.

Die anschließenden Kurzvorträge beleuchteten ausgewählte internationale Entwicklungen in der Landwirtschaft. Heinrich Hockmann und Jürgen Wandel (IAMO) beschäftigten sich mit dem möglichen Beitrag von Agroholdings in Russland zu einer besseren Ausschöpfung der erheblichen ungenutzten Potenziale in der Getreideproduktion. Agrarproduktion, ländlicher Raum und ländliche Bevölkerung in China standen im Mittelpunkt des Vortrags von Stephan Brosig (IAMO).

Diese eng verwobenen Problemfelder, auch als die „San Nong“-Trias bezeichnet, sind für die chinesische Führung von höchster Priorität. Die Präsentation von Ernst-Oliver Freiherr von Ledebur (gehalten von Heinz Wendt) erörterte aktuelle Entwicklungen der brasilianischen Landwirtschaft. Anders als mitunter in der Öffentlichkeit dargestellt, so Ledebur, entwickele sich die Produktion von Zuckerrohr und Soja in Brasilien derzeit nicht zu Lasten des Amazonas-Regenwalds. Von den Erfolgsfaktoren und Grenzen einer Agrarvermarktungskooperative im südöstlichen Polen berichtete Martin Petrick (IAMO) Schließlich beschäftigte sich Franziska Schaft (IAMO) mit den spezifischen Möglichkeiten und Grenzen ostdeutscher Agrarbetriebe. Zwar seien diese durch ihre Flächenausstattung, im Vergleich niedrige Pachtpreise und technische Größenvorteile besonders effizient und rentabel. Andererseits mache sie der hohe Anteil an Fremdfaktoren hinsichtlich Kapital, Arbeitskräften und Boden auch krisenanfälliger.

Die IAMO-Arbeitssitzung fand am 26. Mai 2011im Rahmen der Konferenz „Anforderungen an Strukturen und Instrumente in der Wirtschaft vor dem Hintergrund der Globalisierung“. Die zweitägige Konferenz, zu der zahlreiche international renommierte Wissenschaftler sowie Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Verbänden geladen waren, wurde aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Standortes Bernburg der Hochschule Anhalt ausgerichtet.

Über das IAMO
Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel-und Osteuropa (IAMO) ist eine international anerkannte Forschungsreinrichtung. Mit über 60 Wissenschaftlern und in Kooperation mit anderen renommierten Instituten widmet es sich wichtigen Fragen der Agrar- und Ernährungswirtschaft und der ländlichen Räume. Hauptuntersuchungsregionen sind Mittel- und Osteuropa sowie Zentral- und Ostasien. Seit seiner Gründung 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

Rebekka Honeit | idw
Weitere Informationen:
http://www.iamo.de

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