Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Laserschuss zum Bild: Elemental Imaging

29.01.2015

Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma

Im Mittelpunkt der Konferenz stehen neue Entwicklungen in allen Bereichen der analytischen Plasmaspektroskopie, einem hochempfindlichen Werkzeug der analytischen Chemiker. Der Plasmazustand wird häufig auch als der vierte Aggregatzustand der Materie bezeichnet und entsteht in der Regel bei Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius.

Hierbei liegen Atome getrennt von ihren äußeren Elektronen vor. Das bekannteste Plasma ist die Sonne, und 99% der beobachtbaren Materie im Universum befinden sich im Plasmazustand. Analytische Chemiker setzen Plasmen ein, um quantitative und qualitative Information über eine Probe zu erhalten. Hierbei nutzen sie aus, dass Atome einer Probe im Plasma aufgrund der hohen Temperaturen charakteristische Wellenlängen aussenden („emittieren“).

Anhand der Wellenlänge und der Intensität des emittierten Lichtes lässt sich so in der optischen Emissionsspektroskopie (OES) die Elementzusammensetzung der Probe bestimmen. Eine Probe wird in einem Plasma aber auch gleichzeitig ionisiert, sodass man die entstehenden Ionen mit Hilfe der Massenspektrometrie (MS) äußerst empfindlich detektieren kann. Hierbei erhält man aufgrund des geringeren Hintergrundsignals deutlich bessere Nachweisgrenzen als mit der OES.

Zum Beispiel macht sich die Laserablation (LA) gekoppelt an die Plasmamassenspektrometrie mit einem induktiv gekoppelten Plasma (ICP-MS) diese hohe Empfindlichkeit zunutze. Bei diesem Verfahren wird eine Probe, z. B. ein Gewebeschnitt oder eine Materialoberfläche, Punkt für Punkt mit Schüssen eines Lasers abgerastert.

Der Laser besitzt hierbei soviel Energie und Leistung, dass das Oberflächenmaterial aus mikrometergroßen Punkten verdampft wird und anschließend mit Hilfe der ICP-MS analysiert werden kann. Setzt man die Information dieser vielen Schüsse – jeder Schuss entspricht einem Bildpunkt - zu einem Bild zusammen, erhält man sogenannte Elementverteilungsbilder. Mit deren Hilfe lassen sich Elementverteilungen, z. B. Titan oder Silber aus Implantaten, in Geweben sichtbar machen.

Ein Schwerpunkt, der seit einigen Jahren immer weiter in den Vordergrund dieser Konferenzserie rückt, ist die Speziationsanalytik. Hierbei geht es darum, dass weniger die absolute Menge eines Elementes, z. B. Arsen, in einer Probe entscheidend ist, um diese zu bewerten. Vielmehr ist die chemische Form eines Elementes, z. B. anorganisches Arsen oder organisch gebundenes Arsen, von Bedeutung, die die Eigenschaften – wie etwa die Toxizität - der Probe bestimmen.

Die Themenfelder der Konferenz umfassen darüber hinaus neue Kenntnisse über Grundlagen plasmabasierter Analysenmethoden und der Gerätetechnik, die Probenvorbereitung, Anwendungen aus den Geo-, Umwelt- und Biowissenschaften, Untersuchungen von Oberflächen und Grenzflächen sowie von neuen Materialien wie Nano- oder Halbleitermaterialien.

Weitere Informationen finden sich auf der Konferenz-Homepage unter https://www.ewcps2015.org/.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Analytische Chemie mit neun verschiedenen Arbeitskreisen. Der Deutsche Arbeitskreis für Analytische Spektroskopie vernetzt Experten und Nutzer auf dem Gebiet der analytischen Spektroskopie. fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Spektroskopikern in allen naturwissenschaftlichen Disziplinen, beobachtet und fördert Trends und Techniken und unterstützt Methodenentwicklung und Anwendung.

Weitere Informationen:

http://www.gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit