Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum versagen Insulin-produzierende Zellen?

10.03.2009
Wissenschaftliche Tagung in Greifswald

Rund 60 Experten diskutieren vom 27. bis zum 29. März über neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Störung von Körperfunktionen, die Diabetes hervorrufen. Im Focus stehen dabei die Langerhans'schen Inseln. Die Wissenschaftler und Experten kommen aus ganz Deutschland.

Wenn sich bei jungen Patienten die Zuckerkrankheit manifestiert, so liegt dies meist an der Zerstörung der Insulin-produzierenden ß-Zellen (beta-Zellen) der Langerhans'schen Insel in der Bauchspeicheldrüse. Autoimmunologische Prozesse (1) führen durch einen Überschuss an oxidativen Radikalen (2) zum Tod der Zellen.

Die Langerhans'schen Inseln sind ein, aus jeweils 2 Millionen Zellen bestehendes, kugelförmiges Gebilde in der Bauchspeicheldrüse. In ihnen wird auch das Hormon Insulin, das für die Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels unerlässlich ist, gebildet. Störungen bei der Bereitstellung oder Wirkung des Hormons führen zum Diabetes, der Blutzuckerkrankheit.

Auf der Tagung wird unter anderem darüber diskutiert, wie die ß-Zellen Insulin bereitstellen, wie die beiden Typen der Diabetes besser diagnostiziert und behandelt werden können und wie der Zuckerkrankheit vorgebeugt werden kann. Weiterhin werden Erfahrungen mit Gentherapien diabeteskranker Ratten vorgestellt. Traditionsgemäß bringt dieser hochspezialisierte Workshop vorwiegend junge, deutschsprachige Wissenschaftler aus der experimentellen und klinischen Forschung zusammen.

Die molekularen Abläufe bei der Zerstörung von ß-Zellen, erforscht die junge Wissenschaftlerin Marta Michalska, eine polnische Doktorandin, unter der Anleitung von Prof. Dr. Reinhard Walther am Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie der Universität in Greifswald. Ziel ist, Möglichkeiten zu finden, die vernichtende, oxidative Stressattacke zu unterbinden oder den dramatischen Verlauf abzumildern. Die Greifswalder Arbeitsgruppe arbeitet an der Lösung dieser Problemstellung eng mit einer irischen Arbeitsgruppe am Conway-Institut der Universität in Dublin zusammen. Mehr als ein halbes Jahr hat Marta Michalska in den Laboratorien in Dublin gearbeitet und die gemeinsamen Ergebnisse im März vor einem Jahr auf einer internationalen Tagung der Biochemischen Gesellschaft von Großbritannien vorgestellt. Von einer internationalen Jury wurde ihr herausragender wissenschaftlicher Beitrag mit dem Posterpreis gewürdigt. Auf der Greifswalder Tagung wird die Wissenschaftlerin ihre Ergebnisse mit Diabetes-Spezialisten in diskutieren.

9. Inselworkshop
27. - 29. März 2009
BerufsBildungsWerk Greifswald (BBW)
Tagungs- und Freizeitzentrum
Pappelallee 2, Greifswald
Weitere Informationen (Begriffe):
(1) Bei der Autoimmunerkrankung bekämpft das Immunsystem körpereigenes Gewebe. Irrtümlicherweise werden die Zellen als Fremdkörper registriert. In der Folge kann es zu schweren Entzündungen und der Schädigung von Organen kommen.

(2) Bei oxidativen Radikalen handelt es sich um Moleküle, die ungepaarte Elektronen besitzen, dadurch chemisch sehr instabil und hoch reaktiv sind. Sie reagieren fast allem, wie zum Beispiel mit Nukleinsäuren, Eiweißen, Zuckern und Fettsäuren und haben so ein sehr hohes Schädigungspotential.

Ansprechpartner für Rückfragen
Institut für Medizinische Biochemie und Molekularbiologie
Direktor: Prof. Dr. Reinhard Walther
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17487 Greifswald
Telefon +49 3834 86-5401
Telefax +49 3834 86-5402
rwalther@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen
22.11.2017 | Hochschule Hannover

nachricht Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI
22.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine

23.11.2017 | Förderungen Preise

Maximale Sonnenenergie aus der Hausfassade

23.11.2017 | Architektur Bauwesen

Licht ermöglicht „unmögliches“ n-Dotieren von organischen Halbleitern

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik