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Verantwortung der Internet-Giganten – Brauchen wir eine Politik und Ethik der Algorithmen?

24.11.2015

Bei der Nutzung digitaler Dienste hinterlassen und generieren Menschen unablässig und unbewusst persönliche Daten. Oft bleibt unklar, wie, wofür und von wem diese Informationen verarbeitet werden. Ebenso unbekannt ist der Algorithmus, mit dem die Daten klassifiziert und verknüpft werden. Er ist ein Kernelement des Betriebssystems der digitalen Gesellschaft. Um politische und ethische Fragen, die sich daraus ergeben, geht es am 3. Dezember 2015 an der Hochschule der Medien (HdM).

Bei der Tagung „Verantwortung der Internet-Giganten – Brauchen wir eine Politik und Ethik der Algorithmen?“ fragen Referenten, ob die durchdringende Algorithmisierung der Welt menschliches Handeln auf maschinell verwertbare Vorgänge reduziert, wie weit Recht und Ethik dieser Entwicklung Grenzen setzen oder wo die Verantwortung der einzelnen Akteure liegt. Diskutiert werden auch eine stärkere Regulierung von Big Data und die Notwendigkeit eines digitalen Technikethos.

Zu den Referenten zählen unter anderem Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bundesministerin der Justiz a. D.), Yvonne Hofstetter (Autorin des Buches „Sie wissen alles“), Prof. Dr. Dieter Dörr (Direktor des Mainzer Medieninstituts/Universität Mainz), Prof. Dr. Christian Thies (Philosophie:Labor, Universität Passau) oder Dr. Lena Ulbricht (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung).

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend und unumkehrbar. Dadurch haben sich auch die Rahmenbedingungen für die Privatsphäre stark verändert. Algorithmen, die Daten klassifizieren und verknüpfen, entscheiden, welche Informationen an welcher Stelle innerhalb einer Suchanfrage erscheinen - etwa, ob eine Person kreditwürdig ist oder wie viel sie für eine Versicherung zahlen muss. Es herrscht ein Machtgefälle zwischen Nutzern und Diensteanbietern.

„Dies ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern auch eine politische Frage. Bei allem Gewinn an Information, Konnektivität und Bequemlichkeit, die die digitale Revolution mit sich gebracht hat: Die Risiken der ‚Datafizierung‘ der Privatsphäre sind für den Einzelnen kaum abzusehen“, sagt Professor Dr. Oliver Zöllner vom Institut für Digitale Ethik (IDE) der Hochschule der Medien in Stuttgart, das die Tagung in Kooperation mit dem Institut für Europäisches Medienrecht e.V. (EMR) organisiert.

„Die Algorithmen sind intransparent. Zudem ist eine fortschreitende Konzentration auf der Anbieterseite zu beobachten“, so Zöllner weiter. Alphabet (Google), Apple, Facebook und Amazon seien die „Big Player“, die im Alltagsleben für viele Menschen eine wichtige Rolle spielen, und über wertvolle private Informationen über ihre Kunden verfügten, und teils sogar über ihre Nicht-Kunden.

Interessierte sind zur Tagung herzlich eingeladen. Das Teilnahmeentgelt beträgt 30 Euro. Anmeldungen sind unter dem folgenden Link möglich: https://www.hdm-stuttgart.de/ide_anmeldung/home

Der Programmflyer zur Tagung steht unter: http://www.digitale-ethik.de/showcase//2015/11/Flyer_EMR_IDE_fin_v01.pdf

Das Institut für Digitale Ethik (IDE) an der HdM nahm seinen Betrieb Anfang 2014 auf. Es wird von den Professoren Dr. Petra Grimm, Dr. Tobias Keber und Dr. Oliver Zöllner geleitet.

Kontakt:
Clarissa Henning
Institut für digitale Ethik
Telefon: 0711 8923 2299
E-Mail: henningc@hdm-stuttgart.de

Weitere Informationen:

https://www.hdm-stuttgart.de/ide_anmeldung/home
http://www.digitale-ethik.de/
https://twitter.com/DigitaleEthik

Kerstin Lauer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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