Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Ilmenau: Von Stahlschmelzen bis Sternen

16.07.2013
Junge Wissenschaftler aus aller Welt werden drei Tage lang über Magnetohydrodynamik, also die Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und Metallschmelzen diskutieren.

Die Technische Universität Ilmenau und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf organisieren im Oktober im Physikzentrum Bad Honnef das Wilhelm und Else Heraeus-Seminar „Flüssigmetall-MHD“. Siedend heiße Stahlschmelzen stehen ebenso auf dem Programm wie die Entstehung von Sternen.

Beim 549. von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung geförderten Seminar im Nordrhein-Westfälischen Bad Honnef vom 15. bis 18. Oktober 2013 geht es um Magnetohydrodynamik, ein Teilgebiet der Physik, das die Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und elektrisch leitfähigen, strömenden Körpern wie Metallschmelzen untersucht. Solche Wechselwirkungen findet man in der Astrophysik bei der Entstehung von Sternen oder auch bei der Erzeugung des Erdmagnetfelds.

In der Wirtschaft hat die MHD-Forschung ganz praktische Anwendungsfelder, beispielsweise in der Stahlindustrie: Weil mechanische Werkzeuge bei solch hohen Temperaturen versagen, wird geschmolzener Stahl mit Hilfe von Magnetfeldern beeinflusst und bearbeitet.

Mit Magnetfeldern wird das Wachstum von Silizium¬kristallen kontrolliert, da sie ungewollte Strömungen in der Schmelze unterdrücken, die zu Verunreinigungen im Kristall führen könnten. Und auch in Fusionsreaktoren sollen Metallschmelzen wegen ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit in Zukunft unter dem Einfluss von Magnetfeldern eingesetzt werden.

Zu solchen Themen werden 65 Nachwuchswissenschaftler in dem Seminar im Physikzentrum Bad Honnef, das von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft betrieben wird, Vorträge hören und anschließend darüber diskutieren. Die Zeit für den Informationsaustausch ist deutlich länger bemessen als bei wissenschaftlichen Konferenzen üblich und für Doktoranden gibt es eigens reservierte Nachmittagssitzungen. So lernen die jungen Wissenschaftler im Dialog miteinander, Grundlagenforschung und praktische Anwendung besser miteinander zu verknüpfen.

Organisiert wird das Seminar von Wissenschaftlern von zwei Forschergruppen aus Ilmenau und Dresden, die seit einem Jahr im Rahmen der Helmholtz-Allianz „Liquid Metal Technologies (LIMTECH)“ miteinander kooperieren: Dr. Christiane Heinicke und Professor André Thess vom Fachgebiet Thermo- und Magnetofluiddynamik der TU Ilmenau, und Dr. Thomas Wondrak und Dr. Gunter Gerbeth vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

Informationen zum Wilhelm und Else Heraeus-Seminar „Flüssigmetall-MHD“ unter: www.tu-ilmenau.de/mhd. Fragen und Bewerbungen an: mhd@tu-ilmenau.de (Bewerbungsfrist: 31.08.2013).

Hintergrund:
Indem sie den wissenschaftlichen Gedankenaustausch in Fachtagungen und Seminaren und begabte Studierender in ihrer Ausbildung unterstützt, fördert die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, gegründet 1963, Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.
Kontakt:
Dr. Christiane Heinicke
TU Ilmenau
Fachgebiet Thermo- und Magnetofluiddynamik
Tel.: 03677 / 69-2464
Email: christiane.heinicke@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur
21.07.2017 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien
21.07.2017 | Cofresco Forum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten