Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot

09.02.2012
Vorbereitung auf den Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot

Streiten lernen vor Gericht: 24 studentische Teams aus neun Ländern treten beim traditionellen Hanover PreMoot von Donnerstag, 23. Februar, bis Sonnabend, 25. Februar 2012, gegeneinander an.

Sie alle sind der Einladung des Instituts für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA) sowie der Hanover Vis Alumni Association (HVAA) gefolgt. Moot Courts sind Wettbewerbe, bei der die angehenden Anwälte und Richter ihr Verhandlungsgeschick testen und verbessern können.

Der Hanover PreMoot ist eines der größten Vorbereitungstreffen in Deutschland für den weltgrößten juristischen Studierendenwettbewerb Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot. Für die Veranstaltung werden zahlreiche Seminarräume zu Verhandlungsräumen umgebaut. Interessierte können sich am Freitag und Sonnabend ein Bild vom PreMoot machen: Im 14. Stock des Conti-Hochhhauses, Königsworther Platz 1, werden die Verhandlungen jeweils ab 9.30 Uhr übertragen.

Wie in jedem Jahr haben die Studierenden zunächst einen fiktiven Fall, der in den Fantasieländern Mediterraneo und Equatoriana spielt, aus der Sicht des Schiedsklägers und anschließend aus der Sicht des Schiedsbeklagten darzustellen. In Wien, wo sich in diesem Jahr im März und April Teams von 285 Universitäten aus 71 Ländern treffen, schlüpfen die Studierenden in die Rolle der Rechtsanwälte, um den Fall vor einem Schiedsgericht mündlich auf Englisch zu verhandeln. Die mündliche Verhandlung wird in Hannover schon einmal für Wien eingeübt.

In diesem Jahr geht es dabei um eine missglückte Lieferungskette. Ein Brand in einer Chipfabrik führt dazu, dass die zentrale Steuerungseinheit für eine Luxusyacht nicht rechtzeitig geliefert werden konnte. Der Schiffsausstatter, der die Steuerungseinheit bei einem Subunternehmer bestellt hatte, konnte deshalb die Yacht einer Eventagentur, der Schiedsklägerin, nicht zum zugesagten Liefertermin übergeben. Dies führte zu einer Reihe von Folgeproblemen: Eine Ersatzyacht musste angemietet werden, was allerdings nur mit Hilfe eines korrupten Schiffsmaklers gelang. Wie wirkt sich dies auf einen eventuell bestehenden Schadensersatzanspruch aus? Um ihren besten Kunden, den Mieter der Luxusyacht, gewogen zu halten, stellt die Eventagentur diesem neben der Ersatzyacht auch eine Kulanzzahlung zur Verfügung. Kann dies auch als Schadensersatz verlangt werden? Die Studierenden haben den Fall nach der United Nations Convention on Contracts for the International Sale of Goods (CISG), dem UN-Kaufrecht, zu lösen.

Aber auch verfahrensrechtlich hat es der Fall in diesem Jahr in sich. Das klägerische Anwaltsteam hat sich der Mitwirkung von Rechtsanwältin Dr. Mercado versichert. Diese lehrt nicht nur an der gleichen Fakultät wie der Vorsitzende des Schiedsgerichts, sondern ist auch noch Godmother (Taufpatin) eines seiner Kinder. Können die Beklagten deshalb fordern, dass das Schiedstribunal Dr. Mercado aus dem Schiedsverfahren ausschließt? Angesprochen ist damit eines der heiß diskutierten aktuellen Probleme der Schiedsgerichtsbarkeit, nämlich in welchem Umfang das Schiedsgericht unethisches Verhalten der Rechtsanwälte sanktionieren kann (siehe PreMoot Conference).

Wie in Wien plädieren auch in Hannover die Studierenden, die u.a. aus Polen, Ungarn, Italien, der Schweiz und England kommen, vor hochrangigen Professorinnen, Professoren und Praktikern. Diese wirken als Schiedsrichter (Arbitrator) an dem Moot Court mit, um den Studierenden einen möglichst realistischen Eindruck von der Schiedsgerichtbarkeit zu vermitteln.

Erstmals wird in diesem Jahr eine internationale PreMoot Conference für Schiedsrichter und Coaches zu dem Thema „Arbitrators power to sanction unethical and illegal behavior“ für Donnerstag, 23. Februar 2012, organisiert. Weitere Informationen zum Vorbereitungstreffen können unter http://www.preMoot.de abgerufen werden. Informationen zum Wettbewerb finden sich unter http://www.cisg.law.pace.edu/vis.html.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dipl. Jur. Nassim Eslami, vom Institut für Prozess- und Anwaltsrecht der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 19864 oder per E-Mail unter nassim.eslami@jura.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Andrea Wiese | idw
Weitere Informationen:
http://www.premoot.de/
http://www.cisg.law.pace.edu/vis.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern
08.12.2017 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter
07.12.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie