Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung zu künstlerischen Strategien im Umgang mit Arbeit

22.05.2012
Das Institut für Germanistik der Universität Leipzig veranstaltet in Kooperation mit dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) vom 30. Mai bis 1. Juni die Tagung "Omnia vincit labor? Narrative der Arbeit und Arbeitskulturen in medialer Reflexion".

Sie findet erstmalig statt. Es werden 25 Referenten aus acht Ländern - Polen, Großbritannien, Ungarn, Griechenland, Österreich, USA, Italien und Deutschland - erwartet. Sie sind Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaftler der Germanistik und Slawistik.

Die Konferenz nimmt die aktuellen Debatten um Arbeit und Arbeitslosigkeit zum Anlass, nach künstlerischen Strategien zum Umgang mit dem Thema Arbeit zu fragen. Weil Arbeit in gegenwärtigen Diskursen eine Zentralstellung einnimmt, drängt sich die Frage auf, wie das Thema künstlerisch in Literatur und Film verhandelt und bearbeitet wird.

Verhalten sich Kunst und Literatur affirmativ oder widerständig gegenüber einem Arbeitsethos, das noch immer von einer männlichen Erwerbsbiographie ausgeht und auf Vollbeschäftigung ausgerichtet ist? - Diese Frage wird im Ost-Westdialog diskutiert und anhand ausgewählter Beispiele der kulturellen Produktion der vergangenen Jahre illustriert.

Das Anliegen der Tagung ist eine Bestandsaufnahme künstlerischer Reaktionen auf die Wertschätzung von Arbeit und die individualpsychologischen Auswirkungen, die durch Arbeitslosigkeit ausgelöst werden.

Das Thema der Reflexion von Arbeitsdiskursen soll auf der Tagung transkulturell diskutiert werden. Dazu leisten unter anderem die Vorträge zur ostmitteleuropäischen Literatur und Kultur, etwa im ungarischen Kontext zur Darstellung der Arbeit im Museum oder zum tschechischen und serbischen Roman ihren Beitrag. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Verweigerung der künstlerischen Produktion gegenüber dem Arbeitsethos.

Darauf weisen die Plenarvorträge hin. Der erste Plenarvortrag von Prof. Dr. Franziska Schößler, germanistische Literaturwissenschaftlerin an der Universität Trier, hat allgemeinen und einführenden Charakter. Die Referentin wird neuere soziologische Arbeitstheorien diskutieren, die Frage nach dem Geschlecht der Arbeit stellen und anhand exemplarischer Beispiele künstlerische Einsprüche zum gegenwärtigen Arbeitsnarrativ vorstellen.

Der zweite Plenarvortrag von Dr. Wolfgang Müller-Funk, der Literatur- und Kulturwissenschaftler an der Universität Wien ist, widmet sich der Arbeitsverweigerung als Reflex auf die allgemeine Aufwertung von Arbeit. Er wählt dabei einen historischen Längsschnitt und untersucht die Kulturphänomene Faulheit und Müßiggang. Die Berliner Schriftstellerin Kerstin Hensel, deren Romane und Erzählungen immer wieder das kleinbürgerliche Milieu aufsuchen und die Auswirkungen von Arbeit und Arbeitslosigkeit beleuchten, wird in der Autorenlesung ihren neuesten Erzählungsband "federspiel" vorstellen.

Die Darstellung von Arbeitslosigkeit und deren Folgen ist der dritte zentrale Punkt der Tagung, der für die Bereiche Theater, Literatur und Fernsehen untersucht wird. Ein letzter Schwerpunkt liegt auf der Selbstreflexion der Arbeit des Künstlers, den Carola Hilmes anhand des Schriftstellers John von Düffel in den Blick nimmt.

"Nach Jahrhunderten der Festschreibung von Arbeit auf den Mann und somit der Strukturierung eines Arbeitsbegriffs, der dominant auf Bezahlung orientiert ist, bringt die Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts dessen zunehmende Auflösung mit sich. Die Medien, in denen Literatur und Film eine feste Stimme haben, verfolgen diese Prozesse und erzählen von Verweigerungen, Zuweisungen, Zerstörungen und neuen Konstruktionen", sagt Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt vom Institut für Germanistik der Universität Leipzig. Weitere Informationen zu der Tagung, die am 30. Mai im Alten Senatssaal des Rektoratsgebäudes der Universität Leipzig in der Ritterstraße 26 eröffnet wird, sind unter www.uni-leipzig.de/~germ zu finden. Die Vorträge und Panels finden in den Räumlichkeiten des GWZO in der Reichsstraße 4-6 statt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt
Telefon: +49 341 97-37406
E-Mail: nagelsch@rz.uni-leipzig.de
narrative.arbeit@uni-leipzig.de

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"
19.02.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics