Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Renommierte Diabetes-Experten und junge Forscher im Austausch

08.05.2017

Mehr als 80 Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt konnten sich bei der DZD Diabetes Research School DRS17 und dem nachfolgenden Insulin Receptor Meeting IR 2017(19.- 22. April in Nizza) über den aktuellen Stand der Diabetes-Forschung informieren. Internationale Experten gaben einen Überblick über ihre Forschungsarbeiten. Schwerpunkte waren die Translation wissenschaftlicher Ergebnisse in die klinische Praxis und neue Konzepte für die Diabetes-Therapie.

Die DZD Diabetes Research School (Video) ist für Doktoranden und Postdocs sowie wissenschaftlich aktive Ärzte im Bereich der Diabetes-Forschung konzipiert. „Auf der DRS17 gewährten international anerkannte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Europa und den USA in Überblicksvorträgen Einblicke in ihre Arbeiten“, sagt Martin Hrabě de Angelis, Vorstand des DZD.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem „German-French Diabetes Symposium“. Dort präsentierte Patrick Collombat (University of Nice) neueste Ergebnisse aus der Betazellforschung. Agnès Lehuen (University of Paris V Descartes) referierte über MAIT Zellen, einen neuen Typ von Immunzellen, die mit dem Mikrobiom in Zusammenhang stehen und sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes relevant sein dürften. Und schließlich untermauerte Philippe Froguel (University of Lille) mit seinen Daten, die bedeutende Rolle von genetischen und epigenetischen Faktoren bei Diabetes.

Translation wissenschaftlicher Ergebnisse

Erfolgreiche Beispiele für den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis standen im Mittelpunkt der Session „Translating Science to Clinics“. Henning Beck-Nielsen (University of Odense) betonte hierbei, wie wichtig für die Entwicklung neuer wirksamer Therapien für ein umfassendes Verständnis der unterschiedlichen physiologischen Ursachen des Typ-2-Diabetes ist. Hans-Jürgen Wörle (Boehringer Ingelheim) stellte für ein Antidiabetikum, einen SGLT-2 Inhibitor, weitere Anwendungsmöglichkeiten für Herzkreislauferkrankungen vor, eine der häufigsten Folgen von Diabetes.

Ron Kahn (Harvard Medical School) und Stephen O’Rahilly (University of Cambridge) informierten in der Session “Future Concepts for Diabetes Therapy” über die extrem wichtige Rolle von Fettgewebe für die metabolische Flexibilität, die ausschlaggebend für menschliche Stoffwechselerkrankungen sein kann.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Nachwuchswissenschaftler den Vortrag von Jeffrey Flier (Harvard Medical School), der sowohl über die Schwierigkeiten berichtete, Ergebnisse aus der biologischen Forschung zu reproduzieren, als auch über die Bedeutung wissenschaftlicher Publikationen sprach.

Die DRS bietet den Teilnehmer aber nicht nur Möglichkeit, die Vorträge renommierter Diabetes-Wissenschaftlern zu hören, sondern auch mit ihnen direkt ins Gespräch zu kommen. So können die Nachwuchswissenschaftler in Poster-Sessions ihre Forschungsergebnisse mit den Diabetes-Experten sowie den anderen Teilnehmern diskutieren. „Für uns junge Wissenschaftler ist es inspirierend, so herausragende Forscher zu treffen, die fundamentale Arbeiten im Bereich der Insulin-Rezeptor-Wissenschaft geleistet haben. Wir hatten zudem die Möglichkeit, uns mit den anderen School-Teilnehmern über unsere Forschungsarbeiten auszutauschen. Viele von uns kommen mit neuen und frischen Ideen nach Hause“, fasst die Doktorandin Theresia Gutmann vom Paul Langerhans-Institut ihre Eindrücke zusammen.

IR 2017: Wissenschaftliche Vorträge auf höchstem Niveau

Die DZD Diabetes Research School findet immer in Kombination mit großen Diabetes-Fachtagungen wie dem Insulin Receptor Meeting statt. Die Jungwissenschaftler kamen so in den Genuss von wissenschaftlichen Vorträgen auf höchstem Niveau, die von den führenden Köpfen im Forschungsfeld gehalten wurden. Im Abschlussvortrag zog Michael Czech (University of Massachusetts Medical School) eine kurze Bilanz, welche Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten erzielt wurden, und gab einen Ausblick, vor welchen Herausforderungen die Forscher der nächsten Generation stehen. Er betonte, dass neue Technologien wie z.B. CRISP/CAS künftig eine Rolle spielen können.

DZD Diabetes Research School – ein erfolgreiches Konzept

Das Konzept der DZD Diabetes Research School hat sich bewährt. Die Teilnehmer waren insbesondere davon begeistert, dass sie sich mit so vielen hochkarätigen Experten austauschen sowie wichtige Kontakte und Netzwerke mit Kolleginnen und Kollegen aufbauen konnten. Insbesondere die Vortragenden loben das besondere Konzept der DZD Diabetes Research School: „Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Möglichkeit für junge Forscher sich über aktuelle Ergebnisse aus der Diabetes-Forschung zu informieren und mit den Experten darüber zu diskutieren“, betont Ron Kahn, der bereits zum zweiten Mal als Referent bei der School aktiv war.

Die nächste DZD Diabetes Research School findet im Herbst 2018 in Berlin in Kombination mit der EASD-Jahrestagung statt.

Video: https://vimeo.com/215992798

Birgit Niesing | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.dzd-ev.de/

Weitere Berichte zu: DZD Diabetes Diabetesforschung Mikrobiom Typ-2-Diabetes

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"
20.11.2017 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Technologievorsprung durch Textiltechnik
17.11.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Anwender-Workshops „Laserbearbeitung von Faserverbundwerkstoffen“

20.11.2017 | Seminare Workshops

Hand aufs Herz - was wissen wir über herzgesunde Lebensmittel?

20.11.2017 | Unternehmensmeldung

Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

20.11.2017 | Materialwissenschaften