Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pragmatismus und/oder Theorie sozialer Praktiken? – Potenziale einer Theoriedifferenz

02.05.2013
„Pragmatismus und/oder Theorie sozialer Praktiken? – Potenziale einer Theoriedifferenz“ ist der Titel einer Tagung, die am 24./25. Mai am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt stattfindet.

Gegenstand ist ein zentrales Problem der neueren soziologischen Theoriedebatte: Soziologische Erklärungen brauchen eine Sozialtheorie, die nicht nur den rationalen Akteur kennt, der – in souveräner Distanz zur Situation – kalkulierend seine Zwecke verfolgt.

Einen wichtigen Beitrag, gerade was kultursoziologische Fragen angeht, leistet hier die Diskussion über „soziale Praktiken“. Sie rückt das Moment des nichtreflektierten Handelns in den Vordergrund; die Körperlichkeit des Handelns; die Rolle der Dingwelt in Prozessen sozialer Ordnungsbildung. Damit zielt sie darauf, die handelnden Subjekte ihrerseits als soziale Produkte zu begreifen.

Mit dem Erfolg dieser Perspektive zeigen sich aber ihre Probleme: Wird die Entstehung personaler Identitäten und entsprechender Handlungsmuster hier nicht zu rasch auf Machtverhältnisse zurückgeführt? Führt die Idee, dass soziale Ordnung auf nichtreflektierten Routinen aufbaut, die durch die Körperlichkeit des Handelns und die Materialität der Situation gestützt werden, nicht zu übertriebenen Stabilitätsannahmen? Muss dieses Verständnis der Körperlichkeit des Handelns, wie auch das Verständnis der Rolle materieller Artefakte, nicht zumindest ergänzt werden?

Hier lohnt es sich, die pragmatistische Tradition aufzunehmen, die von einer ähnlichen Problemstellung ausgeht, aber andere Lösungen vorschlägt: ein Konzept nichtreflektierten Handelns, das auf das Wechselspiel von Routine und Reflexion achtet; ein anderes Verständnis der Körperlichkeit des Handelns und der basalen Sozialität des Subjekts; jeweils mit Konsequenzen für die Analyse sozialer Ordnungsbildung. Diskutiert werden sollen u.a. folgende Fragen: Welche Potenziale und welche Grenzen der pragmatistischen Perspektive zeigen sich, wenn man sie mit der Debatte über „soziale Praktiken“ konfrontiert?

Bieten diese Perspektiven Konzepte an, die einander ergänzen und sich verbinden lassen? Gibt es – etwa in den neueren französischen Beiträgen – bereits Ansätze einer geglückten Verbindung? Wo handelt es sich um unvereinbare Theorieoptionen, deren Kenntnis aber zur Schärfung der Konzepte und zur Klärung der möglichen Theoriestrategien beiträgt?

Organisiert wird die Tagung von Hella Dietz (Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Soziologie), Frithjof Nungesser (Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Soziologie) und Andreas Pettenkofer (Max-Weber-Kolleg) mit Unterstützung der Sektion Kultursoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Veranstaltungsort ist das IBZ, Michaelisstr. 38. Die Veranstalter bitten um Anmeldung per Mail an ilona.bode@uni-erfurt.de, damit sie allen Teilnehmern vor der Tagung die Thesenpapiere zuschicken können.

Das Tagungsprogramm finden Sie auf der Website des Max-Weber-Kollegs unter: www.uni-erfurt.de/fileadmin/public-docs/Max-Weber-Kolleg/6-pdfs/Tagungen/2013-05-24-25_Flyer_praktiken.pdf.

Nähere Informationen / Kontakt:
Dr. Bettina Hollstein
E-Mail: bettina.hollstein@uni-erfurt.de

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie