Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Perfluorierte und polyfluorierte Alkylsubstanzen auf dem Prüfstand

05.03.2014

BfR Symposium am 6. und 7. März zum Status Quo der gesundheitlichen Bewertung von PFAS

Perfluorierte und polyfluorierte Alkylsubstanzen, sogenannte PFAS, sind weitverbreitete Industriechemikalien. Aufgrund ihrer besonderen technischen Eigenschaften werden sie in zahlreichen industriellen Prozessen und in Verbraucherprodukten, zum Beispiel in Outdoortextilien, eingesetzt.

Die breite Verwendung hat zur Folge, dass PFAS heute überall in der Umwelt zu finden sind und infolgedessen auch über die Nahrung aufgenommen werden können. „Welches gesundheitliche Risiko von diesen Substanzen ausgeht und in welchem Umfang Menschen mit diesen Substanzen in Kontakt kommen, war bisher nicht ausreichend geklärt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

„Wir diskutieren deshalb auf unserem Symposium die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse, um Wege zum sicheren Umgang mit diesen Substanzen aufzuzeigen und Erkenntnislücken zu identifizieren.“ Klar ist, dass die Substanzen sehr langlebig sind und sich im Körper anreichern. Das belegen Untersuchungen von Blutproben bei Mensch und Tier aus Deutschland und anderen Ländern.

Das BfR Symposium findet am 6. und 7. März 2014 im Bundesinstitut für Risikobewertung am Standort Berlin-Marienfelde statt.

Die lange Halbwertszeit der perfluorierten und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Körper von mehreren Jahren (ungefähr vier bis fünf Jahre für Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS)) bedarf der sorgfältigen Beobachtung in der Zukunft. Denn die Stoffe können in höheren Konzentrationen die Leber schädigen, sie haben sich im Tierversuch als krebsauslösend und schädlich für die Fortpflanzung erwiesen.

Als Umweltkontaminanten und damit auch als potenzielle Kontaminanten in Futtermitteln und Lebensmitteln stehen sie deshalb im Fokus der Erforschung und Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken. Auf dem BfR-Symposium werden neben neuen Forschungsergebnissen des BfR zum Wirkmechanismus von PFAS in Leberzellen eine Reihe von Erkenntnissen zum Übergang von PFAS aus der Umwelt in pflanzliche Lebens- und Futtermittel sowie in Lebensmittel tierischen Ursprungs vorgestellt und diskutiert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Daten zur Exposition des Menschen über die verschiedenen Eintragspfade wie Lebensmittel, Lebensmittelkontaktmaterialien, Trinkwasser, Hausstaub, Innenraumluft und zahlreiche verbrauchernahe Produkte wie Bekleidungs- und Heimtextilien. Es werden auch Studien vorgestellt, in denen die PFAS-Belastung verschiedener Bevölkerungsgruppen in Deutschland erhoben wurde.

Dabei zeigte sich, dass die gemessenen Gehalte in Blutproben vom Kleinkind bis ins Erwachsenenalter deutlich zunehmen. Insgesamt aber wirkt sich die strengere Regulierung der Substanzen bereits positiv aus: Der Trend der internen Belastung zeigt nach unten. 

Derzeit ist noch unklar, wie sich die zwar niedrige, aber doch chronische Exposition gegenüber PFAS auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt. Verschiedene epidemiologische Studien sehen einen Zusammenhang etwa zwischen PFAS Exposition und erhöhten Blutfettgehalten. Diskutiert werden auch mögliche Einflüsse auf das Immunsystem oder den durch eine Schwangerschaft ausgelösten Bluthochdruck. Allerdings sind die epidemiologischen Daten nicht eindeutig, so dass hier viele Fragen offen sind.

Ziel der Veranstaltung ist es, die in den letzten Jahren gewonnenen Daten für eine adäquate Bewertung des gesundheitlichen Risikos dieser Substanzen bereitzustellen, um daraus Handlungsoptionen und Empfehlungen für Maßnahmen zur Minimierung der Aufnahme von PFAS durch den Menschen abzuleiten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des BfR unter http://www.bfr.bund.de/de/veranstaltungen.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

06/2014, ende bfr-p

Weitere Informationen:

http://www.bfr.bund.de/cm/343/per-and-polyfluorinated-alkyl-substances-pfas-stat... Abstractband zum BfR-Symposium

Dr. Suzan Fiack | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen
29.05.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft
29.05.2017 | Universität Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hält die Klebung?

29.05.2017 | Materialwissenschaften

Vom Edge- bis zum Cloud-Datacenter - Rittal zeigt in Monaco innovative Lösungen für Datacenter

29.05.2017 | Informationstechnologie

„BioFlexRobot“: Weiche Gelenke machen Roboter sicherer

29.05.2017 | Energie und Elektrotechnik