Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pellets aus regionaler Produktion stärken die Versorgungssicherheit

03.12.2012
Auf dem Fachgespräch „Feste Biomasse“ des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ), des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Sächsischen Energieagentur (saena) diskutierten am 28. und 29. November zahlreiche Experten zum Thema „Biomasse-Kompaktierung zur energetischen Nutzung“ und Normierung von Agrarpellets.

Über 30 Forscher, Wissenschaftler und Praktiker berichteten auf der zweitägigen Veranstaltungsreihe „Leipziger Fachgespräche“ über aktuelle Projekte und Versuchsreihen zur Pelletierung von biogenen Roh- und Reststoffen, zu alternativen Herstellungsverfahren sowie zum Maschinen- und Anlagenbau.

Organisator Andreas Pilz (DBFZ) sieht das Ziel der Pelletierung von holz- und nicht holzartigen Energiepflanzen und Reststoffen in der Bereitstellung eines homogenen und hochqualitativen Brennstoffes. Herausforderung dabei ist es, den Produktionsenergiebedarf möglichst niedrig zu halten. Durch den Zuwachs der Feuerungsanlagen „wachse auch der Bedarf an neuen Brennstoffen wie Agrarpellets. Die regionale und nationale Versorgungssicherheit kann mit Pellets aus heimischer Produktion erhöht werden, so dass die stoffliche Nutzung Vorrang vor der energetischen Nutzung haben sollte“, so Pilz.

Franz Fehse, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg, berichtete im Rahmen der Veranstaltung über die jüngst abgeschlossene Versuchsreihe zur Pelletierung von feuchten Ernterückständen. Diese würden wegen der immer größer werdenden Nutzungskonkurrenz zu Holz zunehmend interessanter. Die Pelletierung in feuchtem Zustand hat die Vorteile, dass der Vorgang mit wenig Verschleiß und einem relativ kleinen Energieaufwand möglich ist. Weiteren Optimierungsbedarf sieht Fehse bei der Dichte und Festigkeit der Pellets, wie sich in den Versuchen heraus kristallisierte.

Mit zwei Vorträgen aus der Praxis wurden den Anwesenden die Herausforderungen bei der Herstellung von Pellets aufgezeigt. Mikael Nielsen von German Pellets erläuterte die Vorgehensweise bei der Planung einer Anlage zur Holzpelletierung im großindustriellen Maßstab. Den Vergleich und die Anwendbarkeit aus Erfahrungen der Futtermittelherstellung zeigte Bernd Pilz (Apoldaer Biomassewerk GmbH) auf. Abgerundet wurden die Beiträge durch die Vorstellung neuer Konzepte bei der Brennstoffaufbereitung durch Sebastian Auth von der PCM Green Energy GmbH & Co. KG und Andreas Schneider von der PUSCH AG.

Am zweiten Tag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Experten-Workshops mit der Normierung von Pellets und den gesetzlichen Grundlagen auf nationaler und europäischer Ebene auseinanderzusetzen. Neben einer externen Prüfung müssen die Pellethersteller einen internen Qualitätsmanagement-Prozess implementieren, um ihre Ware auf dem europäischen Markt absetzen zu können, erläuterte Jakob Bosch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DBFZ. Dieser Prozess umfasst nach Bosch sechs Arbeitsschritte: Die Definition der Anforderungen an den Brennstoff, die Prozessbeschreibung, die Identifizierung qualitätsbeeinflussender Faktoren, die Festlegung von Kontrollpunkten, die Sicherstellung einer gleichbleibenden Qualität und die Einführung von Routineverfahren zur Handhabung ungeeigneter Rohstoffe und Zwischenprodukten. Zusätzlich wurden auf dem Workshop Fragen zur Nachhaltigkeit und zu sicherheitsrelevanten Aspekten bei Pelletlagerung und –transport diskutiert.

Die Vorträge des Fachgespräches „Feste Biomasse“ finden Sie in Kürze auf der Webseite des Deutschen Biomasseforschungszentrums unter http://www.dbfz.de/web/referenzen-publikationen/fachgespraeche.html

Weitere Informationen zu den Fachgesprächen finden Sie unter http://www.dbfz.de/fachgespraeche

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbfz.de/fachgespraeche
http://www.dbfz.de/web/referenzen-publikationen/fachgespraeche.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie

Europaweite Studie zu „Smart Engineering“

30.03.2017 | Studien Analysen