Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017

Mitte August findet eine bedeutende internationale Mathematik-Tagung erstmals an der TU Chemnitz statt

150 Mathematikerinnen und Mathematiker aus 40 Ländern treffen sich vom 14. bis 18. August 2017 an der Technischen Universität Chemnitz zum „International Workshop on Operator Theory and its Applications" (IWOTA). Dies ist das weltweite Hauptereignis auf dem Gebiet der Operatortheorie.

Die Tagung begann 1981 als ein Workshop mit 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Santa Monica (Kalifornien) und findet mittlerweile einmal pro Jahr statt. Die Ausrichter der vergangenen fünf Jahre waren Sydney, Bangalore, Amsterdam, Tbilisi, St. Louis (Missouri). In den zwei folgenden Jahren wird die IWOTA in Shanghai und Lissabon stattfinden. „Die Vergabe der IWOTA 2017 nach Chemnitz ist ein Zeichen der hohen Wertschätzung, die die Chemnitzer Kollegen auf dem Gebiet der Operatortheorie genießen“, freut sich Prof. Dr. Christoph Helmberg, Dekan der Fakultät für Mathematik.

Die Forschung zur Operatortheorie habe in Chemnitz bzw. Karl-Marx-Stadt eine lange Tradition. Sie wurde in den 1960er Jahren von Siegfried Prößdorf an die Hochschule gebracht, dann von Georg Heinig und Bernd Silbermann fest verankert und wird heute von verschiedenen Forschergruppen der Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz vertreten, so an den Professuren von Albrecht Böttcher, Daniel Potts und Peter Stollmann, denen zugleich die Organisation der IWOTA in Chemnitz obliegt.

Der Fokus der diesjährigen Tagung liegt auf der Interaktion von Vertreterinnen und Vertretern der Mathematik, der Ingenieurwissenschaften und der mathematischen Physik. Die Organisatoren fühlen sich einem Motto von Israel Gohberg, einem der Begründer der IWOTAs, verpichtet, wonach „hinter jeder Operatortheorie eine konkrete Gleichung stehen sollte". Diesem Aspekt wird durch die Auswahl der Hauptredner Rechnung getragen.

„So wurden zum Beispiel mit Harm Bart, Mark Embree und Fritz Gesztesy sowie den Mathematikerinnen Frances Kuo und Christiane Tretter Hauptredner gewonnen, die neben herausragenden theoretischen Arbeiten mit einer Fülle von sehr konkreten und praktischen Anwendungen aufwarten können“, berichtet Prof. Dr. Albrecht Böttcher vom Organisationsteam.

Ein wichtiges Anliegen der IWOTA sei die Einbeziehung junger Kolleginnen und Kollegen, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Traditionell werden etwa 20 dieser Teilnehmerinnen und Teilnehmer finanziell unterstützt. Des Weiteren befinden sich laut Böttcher neben großen Namen auch bereits etablierte aber noch junge Kolleginnen und Kollegen auf der Hauptredner-Liste.

Insgesamt erwarten die Veranstalter von der IWOTA 2017 maßgebliche Impulse auf verschiedenen angewandten Gebieten der Mathematik und insbesondere der System- und Kontrolltheorie. Durch die Auswahl der Hauptrednerinnen und Hauptredner gehören zu diesen Gebieten auch Zufallsmatrizen und -operatoren, Fundierung numerischer Verfahren (Konvergenz und Stabilität), Pseudospektraltheorie nicht-normaler Operatoren, Spektraltheorie selbstadjungierter Operatoren der mathematischen Physik, endlich- und unendlichdimensionale dynamische Systeme, Frame-Theorie sowie Matrix-Versionen verschiedener skalarer Probleme.

Stichwort: Operatortheorie

Die Operatortheorie entstand vor etwa einem Jahrhundert im Bemühen, gemeinsame Eigenschaften von algebraischen Gleichungssystemen, Differential- und Integralgleichungen zu verstehen und ist nun zu einem gewaltigen Gebiet gewachsen, das wie wohl kein anderes Teilgebiet der modernen Mathematik hinter den strategischen Fragen des technischen Fortschritts der letzten hundert Jahre steht. Die Methoden und Techniken der Operatortheorie sind allgegenwärtig bei der Modellierung und Lösung von Problemen der Numerik, der Stochastik, der Signalübertragung, der Bildverarbeitung, der System- und Kontrolltheorie usw. ebenso wie bei klassischen Problemen der theoretischen Physik und der Mechanik.

Weitere Informationen:

https://www.tu-chemnitz.de/mathematik/iwota2017/ - Homepage der Tagung

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress Meditation und Wissenschaft
19.01.2018 | Universität Witten/Herdecke

nachricht LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen
18.01.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie