Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nierenfunktion entscheidend für Lebensqualität und Lebenserwartung

06.08.2013
Die Nieren sind das zentrale Organ für die Entgiftung des Körpers, für die Steuerung des Wasser- und Salzhaushaltes, sie sind aber genauso wichtig für die Regulierung von Wachstum, Knochenstoffwechsel und Blutdruck.

Obwohl lebenswichtig, ist die Nierengesundheit im Alltag vieler Menschen kein Thema und müsse, so die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), mehr als bisher ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Auf ihrer 65. Jahrestagung vom 25. bis 28. September 2013 in Dresden diskutieren wissenschaftliche Experten aktuelle Erkenntnisse bei der Diagnose und Behandlung von Nierenerkrankungen.

Wie viel Nierenfunktion braucht der Mensch? Welche Fortschritte gibt es bei der Behandlung von Nierenkrebs? Wie steht es mit der Nierentransplantation nach dem Organspendeskandal? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Nieren-Forums am 26. September. Auch der Einfluss der Nierenfunktion auf Lebensqualität und Lebenserwartung, verschiedene operative Verfahren zur Entfernung von Tumoren, Organtransplantationen und Niereneingriffe zur Behandlung von Bluthochdruck werden thematisiert.

Mit etwa 16.500 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland ist das Nierenzellkarzinom die dritthäufigste urologische Krebsart – mit steigender Tendenz. „Nierenkrebs wird heute meist eher zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes entdeckt. Symptome wie Schmerzen oder Blut im Urin werden meistens erst ausgelöst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Dabei gilt auch hier, je früher der Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Eine sogenannte 'gesetzliche' Früherkennung, die von den Kassen übernommen würde, gibt es für das Nierenkarzinom allerdings nicht“, sagt DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Michael Stöckle. Bekannt ist, dass Nierenzellkrebs bei Tabakkonsum, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus sowie Alkohol- und Schmerzmittelmissbrauch häufiger auftritt. Selten besteht eine genetische Vorbelastung.

„Die einzige Möglichkeit der Heilung besteht in einer Operation, da Bestrahlung oder Chemotherapie beim Nierenkarzinom nicht greifen. Aber nicht alle Nierentumoren müssen operiert werden: Bei sehr alten Patienten (über 75 Jahre) mit einem kleinen Nierentumor kann durchaus ein abwartendes Vorgehen sinnvoll sein“, sagt Prof. Dr. Markus Giessing, stellvertretender Direktor und Leitender Oberarzt der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf. Ansonsten wird bei der Nierentumorentfernung heute, wann immer möglich, eine organerhaltende Operation angestrebt, während früher die Niere komplett entfernt wurde. Langzeitstudien konnten zeigen, dass die Tumorheilungsraten bei organerhaltender Tumorentfernung genauso gut sind wie bei der kompletten Nierenentfernung. Außerdem gibt es Hinweise, dass es aufgrund der besseren verbleibenden Nierenleistung einen Überlebensvorteil für Patienten nach nierenerhaltender Operation gibt.

Auch Nierentransplantationen bei komplettem Verlust der Nierenfunktion, insbesondere von Lebendnierenspendern, stehen in Dresden auf der Agenda. 2012 wurden 2586 Nieren in Deutschland transplantiert, 766 von lebenden, 1820 von verstorbenen Spendern. Als Folge des Organspendeskandals, obwohl dieser ausschließlich nur die Lebertransplantation betraf, geriet auch die Nierentransplantation in den Negativsog der öffentlichen Meinung. Die Zahl der Organspenden bei hirntoten Spendern ging in Deutschland stark zurück. Auch die Zahl der Lebendnierenspenden sank in Deutschland geringfügig (766 in 2012 gegenüber 795 in 2011).

Die Lebendorganspende ist an gesetzliche Vorgaben geknüpft: der freiwillige Spender muss völlig gesund sein und in verwandtschaftlichem oder engem persönlichen Verhältnis zum Empfänger stehen, jeder potentielle kommerzielle oder sonst wie fragwürdige Aspekt muss ausgeschlossen sein, was von Ethikkommissionen der Ärztekammern geprüft wird. Die Lebenserwartung der Lebendnierenspender werde durch den Verzicht auf eine Niere nicht beeinträchtigt, so Prof. Giessing, der Vorsitzende des „Arbeitskreises Nierentransplantation“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie, obwohl dies in Laienkreisen oft geglaubt wird. Prof. Giessing sieht aber eine psychologische Komponente, die bis zu 30% der Lebendnierenspender nachträglich beeinträchtigen könne. „Hier ist es wichtig, dass nicht nur im Vorfeld, sondern auch nach der Transplantation eine psychologische Begleitung angeboten wird.“

Nierengesundheit ist lebenswichtig. „Deshalb gilt es, so viel Nierengewebe wie möglich lebenslang zu erhalten. Menschen, die nicht das Glück haben, funktionierende Nieren zu besitzen“, appelliert Prof. Giessing, „kann und sollte geholfen werden: durch eine Nierenspende zu Lebzeiten oder nach dem Tod.“

Medienvertreter erwartet in der Messe Dresden ein voll ausgestattetes Pressezentrum. Die Eröffnungs-Pressekonferenz findet am Donnerstag, dem 26. September 2013, 15:00 bis 16:30 Uhr statt. Ein Pressegespräch mit DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Michael Stöckle ist für den 27. September, 12:00 bis 13:00 Uhr geplant.

Weitere Informationen:
DGU-Kongresspressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel: 040 - 79140560
Mobil: 0170 - 4827287
redaktion@bettina-wahlers.de


Weitere Informationen:
http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de
http://www.dgu-kongress.de/index.php?id=317
(Akkreditierungen sind bereits jetzt möglich)

Bettina-Cathrin Wahlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen
25.05.2018 | Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung

nachricht Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien
24.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics