Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neueste Entwicklungen im Bereich der biomolekularen Analysen

05.09.2013
10. Internationaler Kongress der Gesellschaft für Anthropologie an der Europäischen Akademie Bozen – Aktuelle Forschungsergebnisse und Perspektiven aus unterschiedlichsten Disziplinen vorgestellt

Das Forschungsobjekt der vielfältigen anthropologischen Disziplinen ist stets der Mensch. Doch höchst unterschiedlich sind die Materialien und Methoden, mit denen Anthropologen den Menschen in Raum und Zeit erforschen.

Es geht um Knochen, Körpermaße und körperliche Entwicklungen, aber auch um Verhaltensweisen. Der Forschung stehen neben morphologischen Methoden biomolekulare Untersuchungsmethoden zur Verfügung sowie die Möglichkeit antike und moderne DNA zu sequenzieren.

Die neuen Technologien haben die Entwicklung in allen Disziplinen der Anthropologie vorangetrieben – der biologischen, forensischen und besonders jene der prähistorischen Anthropologie. Dies spiegelte sich auch in den über 50 Vorträgen wieder, in denen Experten Einblicke in ihre jeweiligen Forschungsrichtungen gaben, darunter etwa der weltweit renommierte forensische Anthropologe Douglas Ubelaker.

„Die neuesten Entwicklungen hat es im Bereich der biomolekularen Analysen gegeben. Während früher das Geschlecht bestimmt werden konnte und wenig mehr darüber hinaus, liefern die heutigen Möglichkeiten der DNA-Sequenzierung viele Informationen zur Identität eines Menschen: von der Haar- und Augenfarbe über die Lebensumstände bis hin zu bestimmten Erkrankungen. Aus diesen neuen Erkenntnissen entstehen wiederum neue disziplinübergreifende Fragestellungen“, resümieren Birgit Großkopf vom Vorstand der Gesellschaft für Anthropologie und Albert Zink, Vorsitzender der Gesellschaft und Leiter des EURAC-Instituts für Mumien und den Iceman.

Besonders spannende Entwicklungen zeichnen sich in der Forschung zur Evolution von Krankheiten ab. In den Bozner Laboren der EURAC analysierten die Forscher zum Beispiel DNA-Proben aus den Zähnen von 39 Individuen aus dem 5. Jahrtausend vor Christus, bestattet im südungarischen Alsónyék-Bátaszék. Beim Untersuchen der Skelettreste entdeckten die Wissenschaftler unter anderem einen Fall der Pottschen Krankheit, einer tuberkulösen Wirbelsäulenverformung.

„Dank biomolekularer Analysemetoden konnten wir viele Informationen über das antike Krankheitsbild gewinnen: über das Erscheinungsbild der Infektion oder in welcher Form die ersten Krankheitsschäden auftreten“, erklärten die ungarische Anthropologin Annamaria Pósa und Frank Maixner, Mikrobiologe an der EURAC, in Bozen. Der Vergleich des antiken Krankheitserregers mit dem heutigen Krankheitsbild der Tuberkulose, die laut Weltgesundheitsorganisation immer noch für den Tod von 1,5 Millionen Menschen pro Jahr verantwortlich ist, erlaubt den Forschern die Mechanismen sowie mögliche künftige Entwicklungen der Krankheit besser zu verstehen.

Auf biomolekulare DNA-Analysen greifen Anthropologen auch zurück, um Migrationsprozesse von Menschen zu untersuchen. So untersuchen EURAC-Forscher beispielsweise, wie heute bestehende genetische Muster einzelner Bevölkerungsgruppen mit ihren kulturellen Traditionen und demografischen Entwicklungen verknüpft sind.

Daneben gab es auf dem Kongress in Bozen auch Einblicke in aktuelle Anwendungsmöglichkeiten der Anthropologie. So hat etwa der international anerkannte forensische Anthropologe Douglas Ubelaker von der Smithsonian Institution aus Washington eine Reihe von komplexen Mordfällen dargestellt, die in erster Linie dank des Einsatzes anthropologischer Methoden gelöst werden konnten.

Der 10. Internationale Kongress der Gesellschaft für Anthropologie ist von der EURAC in Bozen organisiert worden.

Laura Defranceschi | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurac.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten