Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege in der Arthrosetherapie - Knorpelregeneration, Gelenkerhalt, Implantationstechniken

30.09.2008
In Deutschland leiden rund 15 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Arthrose. Neue Operationstechniken ermöglichen eine bessere Versorgung der Patienten: Dazu gehören Eingriffe bei Hüftarthrose, die das Gelenk wieder beweglich und schmerzfrei machen, ohne - wie bisher - ein künstliches Gelenk einzusetzen.

Auch die Wiederherstellung geschädigter Knorpel durch körpereigenes Gewebe ist nun durch neue Techniken bei mehr Patienten als bisher möglich. Über diese und weitere Fortschritte in der Therapie von Arthrosen informieren Experten auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 22. bis 25. Oktober 2008 in Berlin.

Alle 200 Gelenke im menschlichen Körper können von Arthrose betroffen sein. Am häufigsten tritt sie im Knie-, Hüft- und Schultergelenk sowie an der Wirbelsäule auf. Mit Arthrose wird eine Gruppe von so genannten degenerativen rheumatischen Erkrankungen bezeichnet. Durch Fehlbelastung, Überbelastung oder auch Knorpelverletzungen kommt es zur Abnutzung. Der Knorpelüberzug der Gelenke wird allmählich zerstört. Fehlt der Knorpel, reiben die Knochen im Gelenk direkt aufeinander und verformen sich.

Arthrose kann jeden treffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko der chronischen und schmerzhaften Gelenkerkrankung. "Ziel muss es daher sein, die Entwicklung von Arthrosen zu verhindern, die Gelenke zu erhalten und beim Einsetzen künstlicher Gelenke das bestmögliche Ergebnis sicherzustellen", betont Professor Dr. med. Dr. h. c. Joachim Grifka, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOOC). Einen Fortschritt gibt es für Patienten mit Hüftarthrose: Neue Operationstechniken können das Gelenk erhalten, die Beweglichkeit wiederherstellen und schmerzfrei machen.

"Dafür gab es bislang kein adäquates arthroskopisches Instrumentarium und auch keine klar definierten Konzepte", erläutert Professor Grifka, Direktor der Orhopädischen Klinik für die Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach. Neu entwickelte Verfahren machen Eingriffe möglich, um beispielsweise Weichteilverletzungen, Knorpelauffaserungen oder Knochenrandwülste erfolgreich zu beseitigen. Patienten mit solchen schmerzhaften Gelenkverletzungen mussten bisher künstliche Hüftgelenke eingesetzt werden.

Experten werden auf dem Kongress auch über Verfahren informieren, die defekte Knorpel mit körpereigenem Material vollständig wiederherstellen, die Funktionen des Gelenkes erhalten und Arthrose verhindern. Die ursprünglich sehr aufwendige Methode der sogenannten Knorpeltransplantationen ist heute durch Weiterentwicklung deutlich vereinfacht. Die neue Technik stellt auch schwer geschädigte Knorpel wieder her und kommt insbesondere jüngeren Patienten und Sportlern zugute: Sie sind genauso leistungsfähig und belastbar wie vor der Verletzung und haben kein erhöhtes Risiko, an Arthrose zu erkranken.

Wenn Gelenkerhaltung bei Arthrose nicht mehr möglich ist, steuern Computer die millimetergenaue Platzierung der Prothese. Kleine Operationsschnitte schonen Muskeln. Der Heilungsprozess ist kurz und die Patienten sind schnell wieder mobil. Diese muskelschonende Operationstechnik können die Teilnehmer des Kongresses mit eigenen Augen durch eine Live-Schaltung aus dem Operationssaal der Orthopädische Universitätsklinik Regensburg/Bad Abbach verfolgen.

Terminhinweise:

Eröffnungs-Pressekonferenz
Mittwoch, 22. Oktober 2008, 11.00 bis 12.00 Uhr
ICC Funkturm-Lounge, Berlin
Live-Schaltung
in den Operationssaal der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg / Bad Abbach
DePuy Orthopädie GmbH: Workshop I
Sitzungsleitung: Sendtner E. (Bad Abbach), Kalteis T (Bad Abbach)
Termin: Mittwoch, 22. Oktober 2008, 13.00 bis 14.00 Uhr
Raum: Salon Lilienthal, ICC Berlin
Pressekontakt:
Beate Schweizer
Pressestelle Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 -295, Fax: 0711 8931 -167
E-Mail: schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.orthopaedie-unfallchirurgie.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress Meditation und Wissenschaft
19.01.2018 | Universität Witten/Herdecke

nachricht LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen
18.01.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie