Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

naro.tech 2014 steht ganz im Zeichen der Bioökonomie

01.08.2014

Fortschritt kommt oft in kleinen Schritten daher. Auch für das ehrgeizige Ziel, den Wandel von einer erdöl- hin zu einer bio-basierten Industrie voranzutreiben, braucht es langen Atem und den Mut, neue Wege einzuschlagen. Und wer solch Neuland betritt, der darf ruhig die Werbetrommel rühren, wie es jetzt die Akteure des in Mitteldeutschland ansässigen Spitzenclusters BioEconomy vormachen. Die Neuigkeit: Der Verbund aus Industrie und Forschung, der 2012 als einer von fünf Gewinnern der 3. Runde des Spitzencluster-Wettbewerbs durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hervorging, ist vom 16. bis 17. September auf der „naro.tech“ in Thüringen vertreten.

Das Internationale Symposium „naro.tech – Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen“ zählt mittlerweile weltweit zu den führenden Wegweisern der Branche und ist Plattform für das Who's Who aus Wissenschaftlern und Industrie-Vertretern. Zur Tagung werden rund 200 Gäste aus 17 Ländern im CongressCenter der Messe Erfurt erwartet, um sich über die neuesten Entwicklungen auf den Gebieten des werkstofflichen Einsatzes nachwachsender Rohstoffe, wie etwa der Naturfaser- und Holzfaserverbundwerkstoffe sowie der Biopolymere und Holzwerkstoffe auszutauschen.

„Wissenstransfer“ ist auch gleich das Schlagwort für Dr. Renate Lützkendorf, welche die „naro.tech“ bereits in zehnter Auflage organisiert. „Das Symposium versteht sich als Plattform, auf der sich Industrieunternehmen und Wissenschaftler über neueste Entwicklungen unterhalten können. Kurz: Hier trifft Grundlagenforschung auf konkrete Anwendung“, betont die Abteilungsleiterin Textil- und Werkstoff-Forschung im Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK).

Aufgegliedert nach Themenstrukturen, so genannten Sektionen, steht die Tagung in diesem Jahr gleich unter den vier Überschriften: Composites, Alternative Cellulose, Biopolymers und BioEconomy. Letzteres Thema wird erstmals vom gleichnamigen Spitzencluster aus Mitteldeutschland besetzt, dem bereits mehr als 60 Unternehmen und Institutionen aus Industrie und Forschung angehören.

Die Erwartungen sind hoch. „Wir sehen im international besetzten Podium die einmalige Chance, unseren Ansatz einer auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaft vorzustellen. Der Nutzen des bioökonomischen Wirtschaftens steht außer Frage. Über unsere Erfahrungen im Cluster wollen wir mit Experten aus aller Welt diskutieren, auch, um endlich einen Paradigmenwechsel herbeizuführen“, fasst der Vorstand im BioEconomy e.V., Horst Mosler, zusammen. „Bioökonomisches Umdenken und der Einsatz neuer Technologien sind erforderlich, um künftig aus Non-Food-Biomasse viele Werkstoffe, Chemikalien und Produkte zu generieren. Genau das wollen wir kommunizieren“, so Mosler.

Zu stemmen ist dieses ehrgeizige Ziel nur, wenn es gelänge, alle relevanten Forschungs- und Industriebereiche, die sich mit der Bioökonomie beschäftigten, inhaltlich und wirtschaftlich besser zu verzahnen. Angefangen von der Holzwirtschaft, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Chemie- und Kunststoffindustrie bis hin zur Bioenergiewirtschaft und nicht zu vergessen: der Wissenschaft. Dafür ist Knowhow erforderlich, Knowhow, das aus Mitteldeutschland kommt. „Wir entwickeln den Ansatz der Bioökonomie als Modellregion – durch den Erfahrungstransfer kann am Ende ganz Europa davon profitieren“, unterstreicht Horst Mosler.

Spannende Fach-Vorträge sind garantiert. Auch, weil die vom Spitzencluster BioEconomy ausgewählten Referenten aus ganz unterschiedlichen Branchen stammen, ergänzt Henning Mertens als Sprecher des Spitzenclusters. Zu Wort melden werden sich etwa Wissenschaftler aus dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) Halle, aus dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und aus dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ). Aber auch Vertreter von Unternehmen, wie etwa der Global Bioenergies GmbH, sprechen in der Sektion BioEconomy über neue Entwicklungen und industrialisierte Lösungen. „Wir wollen darüber diskutieren, wie eine Wirtschaft auf Basis nachwachsender Rohstoffe funktionieren kann. Das Ganze konkret auch am Beispiel von Holz, z.B. als Ressource für neue Verbundwerkstoffe“, sagt Henning Mertens. Kein Wunder: 40 Prozent des deutschen Buchenbestandes stehen als wertvolle Ressource in den Wäldern der Clusterregion. Bei allen Aktivitäten liege, und das ist ihm wichtig, immer das Augenmerk auch auf der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes.

Doch zurück zur „narotech“ insgesamt. Welche Entwicklungen sind besonders auffällig? „Neben den technologischen Neuerungen wohl die des Umdenkens“, sagt Dr. Renate Lützkendorf. „Naturfaser-Verbundwerkstoffe haben in der Automobilindustrie längst Einzug gehalten, das weiß jeder. Doch jetzt gibt es dafür auch das klare Bekenntnis getreu dem Motto: Ich will diese natürlichen Materialien im Innenraum des Autos zeigen“, sagt die Textil-Ingenieurin. Bislang sei das kaum der Fall gewesen. Die Werkstoffe wurden versteckt, zumeist nur als Trägermaterialien eingesetzt, auf die ein Dekor aufgebracht wurde. „Der Verbraucher hat das nie registriert und registrieren sollen. Nun zeigt man aber demonstrativ, dass man etwas für die Umwelt tut und kommuniziert das auch so dem Käufer“, sagt Lützkendorf, die dieses Umdenken lobt, auch, weil damit das Thema Bioökonomie besser den Verbraucher erreicht.

Seit 1999 veranstaltet die Messe Erfurt das Internationale Symposium „naro.tech –Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen“. Fachliche Partner des Symposiums sind die Forschungsvereinigung Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (WNR, www.wnr-forschung.de), das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK, www.titk.de) in Rudolstadt/Thüringen sowie die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL, www.tll.de) und 2014 auch das Spitzencluster BioEconomy.


Ihr Ansprechpartner für Presseanfragen an den BioEconomy Cluster:
Henning Mertens, Communicator
Tel.: +49 (0)3 45 / 13 14 27 31
henning.mertens@bioeconomy.de

Ihre Ansprechpartnerin für die naro.tech:
Dr.-Ing. Renate Lützkendorf
TITK Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V.
Tel.: +49 (0) 36 72 / 379 300
luetzkendorf@titk.de

Informationen zum BioEconomy Cluster:
Der BioEconomy Cluster in Mitteldeutschland konzentriert sich als Wertschöpfungscluster auf die integrierte stoffliche und energetische Nutzung von Non-Food-Biomasse zur Erzeugung von Werkstoffen, Chemikalien, innovativen Produkten und Energieträgern. Einzigartig sind die branchenübergreifende Bildung von Wertschöpfungsketten im Cluster (z. B. Holz- und Forstwirtschaft, chemische und Kunststoffindustrie, Anlagenbau und Energiewirtschaft) und die Integration in eine etablierte Chemieregion. Im Chemiepark Leuna, bundesweit flächengrößter Chemiestandort, wurden bereits erste Bioraffinerien im Pilot- und Demonstrationsmaßstab errichtet. Mit 40 % des deutschen Buchenbestandes konzentriert sich zudem ein zentraler nachwachsender Rohstoff in der Clusterregion. In derzeit 16 Verbund- und 53 Einzelprojekten arbeiten die Clusterakteure an Konzepten der nachhaltigen Biomassebereitstellung sowie an der Entwicklung, Skalierung und industriellen Umsetzung von Produktionsverfahren. Der Verbund aus bereits mehr als 60 Unternehmen und Institutionen aus Industrie und Forschung wurde 2012 als einer von 5 Gewinnern der 3. Runde des Spitzencluster-Wettbewerbs durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet. Seit Anfang 2014 ist die Kombination von Chemie und Bioökonomie zudem fester Bestandteil der neuen Leitmarktstrategie des Landes Sachsen-Anhalt.

Weitere Informationen:

http://www.narotech.de – 10. Internationales Symposium für Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen
http://www.bioeconomy.de – Spitzencluster BioEconomy

Dr. Claudia Vorbeck | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?
27.02.2017 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion
27.02.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik