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«Mumien: Mensch, Medizin, Magie»: Von Ötzis Knochenstück bis zur ägyptischen Mumie

22.09.2011
Die Universität Zürich zeigt auf dem Campus Irchel eine umfassende Mumien-Ausstellung.

Sie präsentiert unterschiedliche Arten von Mumien und erklärt anschaulich die moderne Mumienforschung. Die Ausstellung vermittelt aber auch den faszinierenden Totenkult im alten Ägypten und die Magie, die von Mumien ausgeht. «Mumien: Mensch, Medizin, Magie» dauert vom 23. September 2011 bis 8. Januar 2012.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Welt der Mumien und die neuesten Techniken, mit denen Mumien heute an der UZH medizinisch erforscht werden. Herzstück der Ausstellung ist eine begehbare ovale Mumienkapsel. Darin aufgebahrt sind die Mumie des ägyptischen Priesters Nes-Schu, eine peruanische Hockermumie, die Basler Barfüssermumie, eine Römermumie aus Ägypten, ein mittelalterliches Kinderhirn und ein Knochenstück von «Ötzi». An diesen und anderen Mumien erforschen Privatdozent Frank Rühli und sein Team am Zentrum für Evolutionäre Medizin Todesursachen und diagnostizieren Krankheitsbilder. Ihr Ziel ist es, mehr zu erfahren über die Veränderungen und Neuentstehungen von Krankheiten über die Jahrhunderte hinweg. So gelangen sie zu neuen Erkenntnissen über Krankheits- und Gesundungsprozesse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Mumien auswickeln

Mumien tragen historische Krankheiten in sich, sind tote Patienten und medizinische Forschungsobjekte. Die Ausstellung zeigt anhand von Filmen und Schautafeln, wie Mumien durchleuchtet und untersucht werden. Die Forscher nutzen beispielsweise Computertomographie oder Magnet-Resonanz-Bildgebung (MRI), um eine Mumie am Computer auszupacken, ohne sie anfassen oder beschädigen zu müssen.

Mumien-DNA entschlüsseln

Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erfahren, wie Mumien mit Methoden der Molekularbiologie untersucht werden. Sie lernen die modernsten genetischen Techniken kennen, mit denen der DNA-Code von historischen Mumien geknackt und ihre Krankheitserreger festgestellt werden können. Die Besucher können selber erfahren, wie man mit DNA-Analysen verwandtschaftliche Beziehung von Mumien nachweisen kann.

Mumien erzählen

Mumien sind nicht nur Objekte der Forschung; Mumien haben gelebt, geliebt, gelitten. Sie sind Zeugnisse historischer Epochen und erzählen von Werten und Kenntnissen früherer Kulturen. In der Ausstellung wird darum auch der Totenkult vorgestellt und erklärt, warum und wie die alten Ägypter die Verstorbenen mumifiziert haben. Ihre Jenseitsvorstellungen werden beschrieben und die Ausstattung ihrer Gräber. Zu sehen sind unter anderem Grabbeigaben wie der Ba-Vogel, Amulette oder die kopfartigen Deckel der Kanopen-Krüge, in denen die Organe der Verstorbenen aufbewahrt wurden.

Nicht zuletzt beantwortet die Ausstellung die Frage, ob absichtlich in Mumien eingesetzte Krankheitserreger spätere Ausgräber anstecken und so den bekannten «Fluch der Mumie» auslösen können.

Kontakte:
PD Dr. Frank Rühli
Zentrum für Evolutionäre Medizin
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 53 15, +41 79 718 67 99
E-Mail: frank.ruhli@anatom.uzh.ch
Öffnungszeiten, Preise:
Universität Zürich, Campus Irchel
Winterthurerstrasse 190
8057 Zürich
www.mumienausstellung.ch
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 11 – 18 Uhr
Eintrittspreise:
Normalpreis: CHF 15
Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahre: CHF 5
Kinder unter 6 Jahre: gratis
Familienticket: CHF 25
Lehrlinge / Studierende / Doktorierende: CHF 8
AHV / IV / UZH-Mitarbeitende: CHF 10
Gönner- / Donatoren-Ticket: CHF 90
Im Ticketpreis inbegriffen ist die Hin- und Rückfahrt mit dem Tram und Bus der VBZ, Zone 10

(Stadt Zürich), 2. Klasse

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.mediadesk.uzh.ch/

Weitere Berichte zu: Knochenstück Krankheitserreger Mumie Totenkult Ötzis

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