Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetfelder und Strom stimulieren das Gehirn

30.09.2008
Internationale Expertentagung und Workshop in Göttingen

Zum dritten Mal: Internationale Konferenz zur transkraniellen Magnet- und Gleichstromstimulation vom 01. bis 04. Oktober 2008 in Göttingen. BMBF fördert deutsch-israelischen Workshop zur Hirnstimulation am 05. Oktober 2008.

Transkranielle Magnet- und Gleichstromstimulation - beide Verfahren spielen eine immer wichtigere Rolle in der experimentellen Behandlung von Depression, chronischem Schmerz oder nach einem Schlaganfall. Neue Entwicklungen zu den Grundlagen der Verfahren sowie zu den klinischen Anwendungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt der Dritten Internationalen Konferenz zur transkraniellen Magnet- und Gleichstromstimulation.

Zu dem international bedeutenden, wissenschaftlichen Austausch treffen sich die weltweit herausragenden Forscher auf diesem Gebiet in Göttingen. Mit etwa 90 Vorträgen und 250 Posterbeiträgen wird das gesamte Spektrum des Themas vorgestellt. Die Tagung findet von Mittwoch, 01. Oktober 2008, bis Samstag, 04. Oktober 2008, in Göttingen im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität (ZHG) statt. Die Wissenschaftliche Leitung der Tagung hat Prof. Dr. Walter Paulus, Direktor der Abteilung Klinische Neurophysiologie an der Universitätsmedizin Göttingen. Die Organisatoren erwarten rund 500 Teilnehmer.

Im Anschluss an die Konferenz findet am Sonntag, dem 05. Oktober 2008, ein Workshop zum Thema "Hirmstimulation" statt. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Deutsch-Israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie 2008 geförderten Workshops ist es, den Stand der Forschung in deutschen und israelischen Laboren darzustellen und mögliche Synergien im Hinblick auf zukünftige gemeinsame Projekte und Fördermöglichkeiten zu entwickeln. Teilnehmen werden namhafte Wissenschaftler aus deutschen und israelischen Forschungslaboren.

"Third International Conference
on Transcranial Magnetic and Direct Current Stimulation"
Mittwoch, 01. Oktober 2008, Beginn: 18:00 Uhr
bis Samstag, 04. Oktober 2008, Ende: 18:00 Uhr
Hörsaal 011, Zentrales Hörsaalgebäude, Platz der Göttinger Sieben 5, 37075 Göttingen

Tagungssprache ist Englisch. Es findet keine Übersetzung statt.

Deutsch-Israelischer Workshop
"Hirnstimulation - von den Grundlagen zur klinischen Anwendung"
Sonntag, 05. Oktober 2008, 09:00 bis 14:00 Uhr
Universitätsklinikum, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Hinweis an die Redaktionen:
Ein PDF-File des Tagungsprogramms sowie weitere Informationen zur Konferenz finden Sie unter www.tms08.uni-goettingen.de
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) oder "Hirnpolarisation" ist als Methode zur umschriebenen Erregbarkeitssteigerung oder Hemmung des menschlichen Gehirns seit 2000 fest etabliert. Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) wurde bereits 1985 in England eingeführt. Sie benutzt hochintense Magnetfelder, um schmerzfrei Elektrizität durch den intakten Schädel zu applizieren und ultrakurze Stromflüsse im Gehirngewebe auszulösen. Wenn man diese repetitiv appliziert (rTMS), lassen sich plastische Erregungssteigerungen oder Hemmungen umschriebener Hirnareale erzielen.In den letzen fünf Jahren haben assoziierte Messverfahren, wie funktionelle Kernspintomographie, Kernspinspektroskopie oder Positronenemissionstomographie, zum besseren Verständnis der Methoden geführt: Betroffene Hirnareale können so besser geortet, beteiligte so genannte Transmitter und biochemische Veränderungen genauer bestimmt werden.

Die klinische Anwendung der rTMS konzentrierte sich ursprünglich auf den Ersatz der Elektrokrampftherapie in der Behandlung schwer depressiver Patienten. Hierzu hatte eine Vielzahl von Pilotstudien teilweise widersprüchliche Ergebnisse gebracht. Eine erste größere multizentrische Studie an 301 Patienten im Jahr 2007 kam zu dem Ergebnis, dass mit einer vierwöchigen Stimulation mit 3000 TMS Impulsen pro Tag eine signifikante Besserung der Depression im Vergleich zur Scheinstimulation eintritt. Diese Studie wird Gegenstand der Diskussion während der Göttinger Konferenz sein.

Vergleichsweise fortgeschritten ist die Anwendungsmöglichkeit in der Behandlung chronischer Schmerz-Patienten oder Schlaganfallpatienten in der motorischen Rehabilitation. Beim chronischen Schmerz vermögen sowohl rTMS wie auch tDCS nach etwas zweiwöchigem Einsatz Besserungen zu erzielen. Es ist derzeit Gegenstand aktueller Studien in vielen Arbeitsgruppen und auch zentrales Thema der Konferenz, diese Technik weiter zu optimieren, die Dauer der Therapieerfolge weiter zu verlängern und Einsatzmöglichkeiten bei weiteren psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen zu diskutieren.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Prof. Dr. Prof. Walter Paulus
Direktor Abteilung Klinische Neurophysiologie
Robert-Koch-Straße 40,37075 Göttingen
Telefon 0551-39-6650, Fax 0551-39-8126
E-Mail w.paulus@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.tms08.uni-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
22.01.2018 | BusinessForum21

nachricht Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation
22.01.2018 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics