Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lungenärzte tagen in Leipzig: Tag der seltenen Erkrankungen

26.02.2016

In Deutschland leben rund vier Millionen Menschen, die an seltenen Erkrankungen leiden. Oft wird die Erkrankung erst spät erkannt, sodass eine frühzeitige Therapie nicht mehr möglich ist. Mit Blick auf den Tag der seltenen Erkrankungen am 29. Februar fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mehr Forschung für seltene Erkrankungen der Lunge. Wie neue Erkenntnisse zu seltenen Krankheiten auch die Therapie der großen Volkskrankheiten verbessern können, erörtern Experten auf einer Pressekonferenz der DGP am 3. März 2016 in Leipzig.

Schätzungen zufolge gibt es rund 6000 seltene Erkrankungen in Deutschland – sie betreffen jeweils höchstens einen von 2000 Menschen. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen sind sie angeboren. Viele seltene Erkrankungen betreffen die Lunge.

„Einige Erkrankungen – die sogenannten Kolibris – sind so selten, dass sogar ein Spezialist kaum je einen Fall in seinem Leben zu sehen bekommt“, sagt Professor Dr. med. Hubert Wirtz, Tagungspräsident des 57. DGP-Kongresses in Leipzig.

Die Folge ist, dass viele Patienten jahrelang viele Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen, bis ein Facharzt die richtige Diagnose stellt – für eine frühzeitige oder rechtzeitige Behandlung ist es dann meistens zu spät.

Wie hoch der Leidensdruck für die Betroffenen und Angehörigen ist, weiß Frau L., die auch an der Pressekonferenz der DGP teilnehmen wird. Die Berlinerin leidet seit vielen Jahren an einer Lymphangioleiomyomatose (LAM) – eine sehr seltene, lebensbedrohende Erkrankung, die nur bei Frauen vorkommt.

Durch eine seltene erworbene genetische Veränderung wuchert überschüssiges Gewebe in der Lunge und blockiert die Sauerstoffaufnahme. In der Vergangenheit konnte kaum eine wirksame Therapie angeboten werden und manche Patienten nur mithilfe einer Organspende weiterleben.

Dank intensiver Forschung hat sich das aber schon verändert, meint Wirtz, der die Abteilung Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig leitet. So hilft der Wirkstoff Sirolimus aus der Transplantationsmedizin seit einigen Jahren, den Krankheitsverlauf der LAM zu verlangsamen.

„Die Forschung liefert aber nicht nur wirksame Therapien für die Betroffenen dieser sehr seltenen Lei-den“, betont Wirtz. „Aus den neuen Erkenntnissen lernen wir auch mehr über die großen Volkskrankheiten und können dieses Wissen in die Behandlung tausender Menschen einfließen lassen“, erklärt Wirtz. So können seltene Erkrankungen auch als Modell dienen um häufige Erkrankungen besser zu verstehen.

Um die Öffentlichkeit auf seltene Erkrankungen aufmerksam zu machen, hat die europäische Organisation EURODIS den 29. Februar zum Tag der seltenen Erkrankungen. Über aktuelle Forschungsaktivitäten zu seltenen Lungenerkrankungen berichten Experten auf einer Pressekonferenz im Rahmen des DGP-Kongresses am 3. März 2016 in Leipzig.


Eröffnungs-Pressekonferenz zum 57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
Innovative Pneumologie

Termin: 2. März 2016, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Congress Center Leipzig (CCL), Raum „MZF 4“
Anschrift: Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Vorläufige Themen (Arbeitstitel) und Referenten:

Lungenerkrankungen in aktuellen Zahlen – Warum wir gegen pneumologische Volkskrankheiten mehr tun müssen
Professor Dr. med. Berthold Jany, Präsident der DGP
Chefarzt der Abteilung Innere Medizin der Missionsärztlichen Klinik, Würzburg

Neueste klinische Therapien bringen Fortschritte im Kampf gegen Lungenkrebs, fibrotische Vernarbung der Lunge und Lungenhochdruck
Professor Dr. med. Hubert Wirtz
Tagungspräsident, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Abteilung für Pneumologie, Universitätsklinikum Leipzig

Vernetzte Forschung: Wie uns die gebündelte Erforschung von Lungenerkrankungen voranbringt
Professor Dr. med. Werner Seeger
Wissenschaftlicher Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Gießen

Cannabis-Positionspapier der DGP zu gesundheitlichen Risiken:
Auch die Lunge ist betroffen
Professor Dr. med. Michael Kreuter
Oberarzt Pneumologie und Beatmungsmedizin an der Thorax-klinik am Universitätsklinikum Heidelberg

Ansteckende Erkrankungen bei Flüchtlingen – Wie versorgen wir sie bestmöglich, wie sind die Risiken einzuschätzen?
Professor Dr. med. Torsten Bauer
Ärztlicher Leiter der Klinik für Pneumologie, Lungenklinik Heckeshorn, HELIOS Klinikum Emil von Behring, Berlin

Moderation: Anna Voormann, Kongress-Pressestelle der DGP, Stuttgart

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Lungenstiftung (DLS)

Termin: 3. März 2016, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort: Congress Center Leipzig (CCL); Vortragsraum 10
Anschrift: Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

Vorläufige Themen (Arbeitstitel) und Referenten:

Seltene Lungenerkrankungen immer häufiger behandelbar: Warum sich Forschung auch für wenige Patienten „lohnt“
Professor Dr. med. Hubert Wirtz
Tagungspräsident, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Abteilung für Pneumologie, Universitätsklinikum Leipzig

COPD-Therapie: Wie Inhalatoren-Vielfalt und Rabattverträge die Patientensicherheit gefährden
Professor Dr. med. Claus Vogelmeier
Vorstandsvorsitzender der DLS, Direktor der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie des Universitätsklinikums Gießen/Marburg, Marburg

Neue Empfehlungen der DGP zur Tabakkontrolle – Deutschland muss WHO-Vorgaben bis Mai 2016 umsetzen
Professor Dr. med. Berthold Jany
Präsident der DGP, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin der Missionsärztlichen Klinik, Würzburg

Wirksame Methoden zum Rauchstopp – entwöhnst du schon oder schimpfst du noch?
Professor Dr. med. Stefan Andreas
Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen, Pneumologische Lehrklinik der Universitätsmedizin Göttingen, Immenhausen

Das erste Lehrbuch für Atmungstherapeuten
Dr. med. Ortrud Karg
Fachärztin für Innere Medizin, Asklepios Fachkliniken, Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, München-Gauting

Wer sich schont, stirbt früher: Sport und Bewegung helfen bei chronischen Lungenerkrankungen
Privatdozent Dr. med. Henrik Watz
Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Geschäftsführer Pneumologisches Forschungsinstitut an der LungenClinic Grosshansdorf

Moderation: Anna Voormann, Kongress-Pressestelle der DGP, Stuttgart

Kontakt für Journalisten:
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
Kongress-Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 89 31 459 | -642
Fax: 0711 89 31 167
stroehlein@medizinkommunikation.org
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org
http://www1.pneumologie.de/669.0.html

Medizin - Kommunikation | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Beatmungsmedizin CCL Lunge Lungenerkrankungen Lungenärzte Pneumologie Poliklinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften