Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kriminalfälle lösen mit Chemie und Computer - German Conference on Chemoinformatics in Fulda

27.10.2015

Die Fachgruppe „Chemie – Information – Computer“ (CIC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veranstaltet vom 8. bis 10. November die „11th German Conference on Chemoinformatics“ in Fulda. Die Tagung zeigt die vielseitigen Einsatzfelder der Chemo- und Bioinformatik im Zeitalter moderner Informationstechnologien.

Die Computeranwendungen in der Chemie, der Pharmazie, der Biologie und den Materialwissenschaften reichen von der Entwicklung von Arzneistoffen, der Modellierung von biochemischen Strukturen bis zur Erforschung von Computermodellen, die Tierversuche ersetzen können. Zudem verleiht die Fachgruppe im Rahmen der Tagung die CIC-Förderpreise für Computational Chemistry an Achim Sandmann, Manuel Ruff und Patrick Jascha Kibies.

Vor Eröffnung der Tagung haben die Teilnehmer Gelegenheit, in Workshops neue Software kennenzulernen. Die Tagung selbst befasst sich schwerpunktmäßig mit biochemischen Fragestellungen sowie mit Wirkstoffentwicklung. In den wissenschaftlichen Vorträgen werden aktuelle Themen behandelt, die mit der Erforschung von Alzheimer und anderen Krankheiten in Bezug stehen.

Zum Abschluss des ersten Konferenztags, einem Sonntagabend, haben die Organisatoren für „Tatort“-Ersatz gesorgt: Die Kriminaltechnikerin Stefanie Pleik, Bereich „Forschung und Entwicklung“ des Bundeskriminalamts Wiesbaden, berichtet von den erhöhten Anforderungen, die die wachsende Kriminalität an die Polizeiarbeit stellt; insbesondere um immer gerissener werdenden Kriminellen mit hochmodernen forensischen Methoden der Kriminaltechnik begegnen zu können. Hierbei kommt auch der Chemie eine entscheidende Rolle zu. Denn sie hilft, neue Methoden in Analytik und Modellierung zu entwickeln und zu verfeinern. Pleik stellt einige aktuelle Forschungsprojekte vor, die zukünftig in der Forensik zum Einsatz kommen könnten.

In der Erforschung von Krankheiten leisten neue digitale Methoden einen wichtigen Beitrag. Achim Sandmann, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, untersuchte in seiner Masterarbeit mittels Moleküldynamik-Simulationen im Mikrosekundenbereich die DNA-Bindestelle des in Krebszellen häufig mutierten Tumor-Suppressor-Proteins p53. Seine Arbeiten werden mit dem CIC-Förderpreis 2014 für Computational Chemistry gewürdigt. Sandmann stellt im Anschluss an die Preisverleihungen Details seiner Forschung in einem Vortrag vor.

Auch Manuel Ruff, der sein Studium an der Universität Trier abgeschlossen hat, erhält 2015 einen CIC-Förderpreis für seine Masterarbeit, in der er eine Methode aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz mit quantenmechanischen Berechnungen kombiniert hat, um Wechselwirkungen zwischen Halogenen und der Aminosäure Methionin zu bewerten. Ein weiterer Preisträger ist Patrick Jascha Kibies mit seiner Masterarbeit an der Technischen Universität Dortmund zum Thema „Effiziente integralgleichungsbasierte Konformationsanalyse in Lösung“.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich im Internet unter www.gdch.de/gcc2015.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Fachgruppe Chemie-Information-Computer (CIC) mit knapp 450 Mitgliedern. Die Fachgruppe wurde 1982 gegründet, weil auch in der Chemie die computergestützte Verwaltung, Archivierung, Analyse, Abfrage und Generierung von Informationen immer wichtiger wurde. Sie sieht ihre Hauptaufgabe darin, an der Information und Dokumentation sowie an Computeranwendungen in der Chemie interessierte in- und ausländische Wissenschaftler zusammenzubringen, um durch regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch neueste Erkenntnisse auf diesem Wissensgebiet zu vermitteln und fortzuentwickeln.

Weitere Informationen:

http://www.gdch.de

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 48V im Fokus!
21.05.2018 | Haus der Technik

nachricht „Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn
18.05.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics