Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs-Experten tagen auf dem Petersberg bei Bonn

13.07.2011
5. Mildred Scheel Cancer Conference der Deutschen Krebshilfe

Genetische Ursachen der Krebsentstehung, neue Therapiestrategien und aktuelle Erkenntnisse zu Lungenkrebs und Leukämie – das sind die zentralen Themen der diesjährigen Mildred Scheel Cancer Conference (MSCC) der Deutschen Krebshilfe. Bereits zum fünften Mal folgen renommierte Krebs-Experten aus aller Welt der Einladung der gemeinnützigen Organisation, um über ihre neuesten onkologischen Forschungsergebnisse zu berichten. Die Fachtagung findet vom 13. bis 15. Juli 2011 auf dem Petersberg bei Bonn statt.

„Heute verstehen die Wissenschaftler sehr viel besser, wie Krebs entsteht, und können maßgeschneiderte Therapieverfahren entwickeln“, erklärt Professor Dr. Reinhard Büttner, Mitglied des Fachausschusses ‘Forschung‘ der Deutschen Krebshilfe und des Organisationskomitees der Mildred Scheel Cancer Conference. „Dennoch sind noch längst nicht alle Wissenslücken geschlossen. Die onkologische Forschung steht auch weiterhin vor großen Herausforderungen: Um den Krebs effektiv zu bekämpfen, müssen wir die Krankheit bis ins kleinste molekulare Detail begreifen.“

Im Fokus der Krebsforscher auf dem Petersberg stehen beispielsweise genetische Veränderungen in Tumorzellen. Die Experten hoffen, durch das genaue Verständnis der Mechanismen, die dazu führen, dass sich eine gesunde Zelle in eine Krebszelle verwandelt, neue Therapieansätze zu finden. In weiteren Gesprächsrunden diskutieren sie über aktuelle Forschungsergebnisse zu den Themenkomplexen ‚Leukämien‘ und ‚Mikro-Umgebungen von Tumorzellen‘. Zur Mikro-Umgebung zählt alles, was sich um die Tumorzelle herum befindet: Abwehrzellen, Bindegewebe oder Gefäßzellen. Die Forscher wollen klären, welchen Einfluss diese Mikro-Umgebung auf einen Tumor hat.

Lungenkrebs ist ein weiterer thematischer Schwerpunkt der Tagung. Denn nach wie vor bestehen nur geringe Heilungschancen für diese Krebsart, an der über 50.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr neu erkranken. Kürzlich haben Wissenschaftler des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Centrums für Integrierte Onkologie KölnBonn (CIO) einen vielversprechenden Angriffspunkt für eine neue Therapie entdeckt: Das Gen mit dem wissenschaftlichen Namen FGFR1 ist wichtig für den Tumor. Wird FGFR1 mit einem Wirkstoff blockiert, können die Krebszellen nicht mehr unkontrolliert wachsen. Die Forschungsergebnisse werden derzeit weltweit erstmalig in einer klinischen Studie erprobt.

„Der schnelle Transfer von Erkenntnissen aus der biomedizinischen Grundlagenforschung in den klinischen Alltag ist von erheblicher Bedeutung im Kampf gegen Krebs“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Das hohe Niveau der Krebsforschung in Deutschland weiter zu steigern, um den Betroffenen die bestmöglichen Therapien zu Gute kommen zu lassen, ist eines der Kernanliegen unserer Organisation.“

Zudem hat die Konferenz auch das Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. „Daher bekommen auch in diesem Jahr junge Nachwuchswissenschaftler im Rahmen der MSCC die Möglichkeit, ihre Arbeiten in Form eines Posters auf der Konferenz vorzustellen und mit den eingeladenen Referenten zu diskutieren“, so Professor Dr. Klaus-Michael Debatin, Vorsitzender des Fachausschusses ‘Forschung‘ der Deutschen Krebshilfe. Die drei besten Poster werden mit jeweils 1.000 Euro prämiert.

Interviewpartner auf Anfrage!

Hintergrund-Information: Krebsforschung

Die Fortschritte in der Krebsforschung haben dazu beigetragen, neue wirkungsvollere Therapien gegen Krebs zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze weiter zu optimieren. So konnten die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in den vergangenen Jahren stetig verbessert werden. Diese Erfolge sind im Wesentlichen auch der Deutschen Krebshilfe zu verdanken, denn die gemeinnützige Organisation ist der wichtigste private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. 2010 investierte die Deutsche Krebshilfe über 35 Millionen Euro in die onkologische Forschung. Bei der Forschungsförderung gilt es, im Sinne der optimalen Patientenversorgung viel versprechende Ergebnisse aus der Forschung schnell und effizient in die klinische Prüfung und Anwendung zu bringen.

| Deutsche Krebshilfe e. V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Erfolgsfaktor Digitalisierung
30.05.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Wissenschaftsforum Chemie 2017
30.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie