Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit kalter Quantenmaterie hoch hinaus - Europäische Elite der Quantenforschung tagt in den Tiroler Bergen

10.09.2010
Im über 2600 Meter hoch gelegenen Pardorama in Ischgl/Tirol in Österreich treffen sich in den kommenden Tagen europäische Quantenforscherinnen und -forscher. In der von der European Science Foundation (ESF) geförderten Tagung werden die neuesten Ergebnisse aus einem der aufregendsten Forschungsfelder der Physik präsentiert. Im Zentrum stehen dabei die ungewöhnlichen Eigenschaften ultrakalter Quantenmaterie.

Ultrakalte Quantenmaterie hat sich in den letzten Jahren zu einem der spannendsten Forschungsfelder der Physik entwickelt. Experimentalphysiker sind heute im Labor in der Lage, einzelne Teilchen oder Teilchenwolken so genau zu kontrollieren, dass dabei neue bisher nur theoretisch vorhergesagte Materiezustände beobachtet werden können.

So ist es gelungen, Atome nahe dem absoluten Nullpunkt zu Molekülen zusammenzufügen und die Moleküle dann in ein Bose-Einstein-Kondensat zu überführen. In diesem neuen Materiezustand zeigen alle Teilchen das gleiche Verhalten, bilden ein einzelnes Quantenobjekt. Solche Experimente liefern nicht nur grundlegende Erkenntnisse über die physikalischen Eigenschaften der Materie, sie eröffnen auch aufregende Möglichkeiten für neue Anwendungen von Hochpräzisionsmessungen bis hin zur Quanteninformation.

Rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, den USA, Australien und anderen Ländern werden von Montag bis Donnerstag in Ischgl zusammentreffen. Eröffnet wird die Tagung mit einem Vortrag von Prof. Deborah Jin vom Joint Institute for Laboratory Astrophysics (JILA) der University of Colorado, Boulder. Sie ist eine international führende Forscherin auf dem Gebiet der ultrakalten Quantenmaterie. „Wir versammeln bei dieser Konferenz einen großen Teil der Forschungsgemeinde und diskutieren über aktuelle Fragen sowie über die Perspektiven für die zukünftige Forschung“, sagt Rudolf Grimm, Leiter des neu gegründeten Forschungsschwerpunkts Physik der Universität Innsbruck und Organisator dieser EuroQUAM Tagung. „Das ist ein wichtiger Moment für dieses noch junge und sehr komplexe Forschungsgebiet.“

Das Projekt EuroQUAM vernetzt die führenden europäischen Forschungsgruppen auf diesem Gebiet und führt insbesondere theoretische und experimentelle Forschung zusammen. „Wir können in dem Netzwerk das gesamte europäische Potential in diesem zukunftsträchtigen Feld ausschöpfen“, zeigt sich Rudolf Grimm begeistert von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Das dreijährige Projekt wird von der European Science Foundation im Rahmen des EUROCORES Programms gefördert. Die EuroQUAM Abschlusskonferenz in Ischgl/Tirol wird vom Forschungsschwerpunkt Physik der Universität Innsbruck und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften organisiert.

Die European Science Foundation (ESF) ist eine nichtstaatliche Organisation, die die europäische Zusammenarbeit in den Bereichen wissenschaftliche Forschung, Forschungsförderung und Wissenschaftspolitik fördert. Die ESF wurde 1974 gegründet und repräsentiert heute 79 nationale Forschungsförderer, Forschungseinrichtungen, Akademien und wissenschaftliche Gesellschaften aus 30 Ländern. Die European Science Foundation schafft eine gemeinsame Plattform für die grenzüberschreitende Kooperation in Europa und hat wesentliche Beiträge zur Wissenschaft weltweit gemacht. EUROCORES ist eines der Programme mit dem die ESF die fachübergreifende Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forscher aus Europa, den USA und Kanada im Rahmen von interdisziplinären Verbundprojekten fördert.

Dr. Christian Flatz | idw
Weitere Informationen:
http://iqoqi.at/euroquam2010
http://www.esf.org
http://www.esf.org/activities/eurocores/running-programmes/euroquam.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus
21.09.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht 23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus
21.09.2017 | Hochschule Stralsund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften