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IZA und KfW: Schaffung von Beschäftigung zentral für wirksame Entwicklungszusammenarbeit

16.03.2012
Bei Initiativen zur Armutsbekämpfung sollte die Schaffung produktiver Arbeitsplätze im Vordergrund stehen.

Das forderten internationale Wissenschaftler und Praktiker bei der Expertenkonferenz "Beschäftigung und Entwicklung", die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank am 15. und 16. März in Berlin ausgerichtet hat.

Die Experten diskutierten insbesondere die Rolle des informellen Sektors und formulierten konkrete Handlungsempfehlungen für Entwicklungspolitiker und Entwicklungsforscher.

Unter den Teilnehmern herrschte große Einigkeit darüber, dass produktive Beschäftigung der zentrale Hebel zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit ist. Über die Frage, wie Beschäftigung erreicht werden kann, gingen die Meinungen allerdings auseinander. Harvard-Professor Dani Rodrik plädierte dafür, dass sich der Staat auf die Schaffung wachstumsfördernder Rahmenbedingungen auch auf den Arbeitsmärkten konzentrieren solle.

Dagegen sprachen sich Experten der internationalen Arbeitsorganisation ILO dafür aus, vorrangig solche Formen des Wachstums zu fördern, die unmittelbar der Schaffung menschenwürdiger Beschäftigung dienen.

Kontrovers wurde dabei die Rolle des informellen Sektors diskutiert. Einerseits ist er in vielen Entwicklungsländern ein bedeutender und wachstumsstarker Wirtschaftszweig, andererseits sind dort Löhne und Arbeitsstandards besonders gering. Eine pauschale Bekämpfung des informellen Sektors könne somit für die Armen kontraproduktiv sein. Das Ziel müsse vielmehr lauten, die Vorteile des informellen Sektors zu nutzen und die Arbeitsbedingungen dort schrittweise zu verbessern.

Mit den Instrumenten der Mikrofinanzierung und der Förderung von Klein- und Mittelunternehmen setzt die KfW-Bankengruppe an dieser Stelle an. Die KfW Entwicklungsbank sieht Beschäftigungsförderung darüber hinaus als Querschnittsaufgabe in allen geförderten Sektoren und Regionen.

IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann unterstrich, dass es mittels der hochrangig besetzten Konferenz gelungen sei, international verfügbares Wissen aus Entwicklungsforschung und Entwicklungspraxis zusammenzubringen und hierauf aufbauend einen Katalog von innovativen Lösungsansätzen und konkreten Handlungsempfehlungen abzuleiten.

"Die Expertentagung hat in idealer Weise die umfangreichen Aktivitäten des IZA im Bereich der Entwicklungsforschung ergänzt", so Zimmermann weiter. Das IZA kooperiert seit vielen Jahren erfolgreich mit der Weltbank innerhalb des Programmbereichs "Beschäftigung und Entwicklung".

Daneben wurde jüngst ein neuer Forschungsschwerpunkt zu Wachstum und Arbeitsmärkten in Ländern mit geringen Einkommen geschaffen, in dessen Rahmen das IZA im Auftrag des britischen Ministeriums für internationale Entwicklung (DFID) in den kommenden Jahren Forschungsprojekte mit einem Volumen von über zehn Millionen Euro koordiniert.

Mark Fallak | idw
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de
http://www.iza.org

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