Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Gesenius-Kongress

09.03.2010
Das "Hebräisch-deutsche Handwörterbuch" von Wilhelm Gesenius (1786-1842) steht als Spiegel und Quelle alttestamentlicher Forschung im Mittelpunkt einer internationalen Fachkonferenz, die das Institut für Bibelwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) vom 14. bis 18. März 2010 veranstaltet.

Unter dem Titel "Biblische Exegese und hebräische Lexikographie" findet die Publikation 200 Jahre nach ihrer ersten Auflage eine Würdigung als bedeutendes wissenschaftliches Wörterbuch, das bis heute als Standardwerk gilt. Der Kongress wird an der Theologischen Fakultät (Franckesche Stiftungen, Haus 30) mit prominenter internationaler Beteiligung stattfinden.

"Es gibt kaum ein Buch, das die neuzeitliche Bibelauslegung und die hebräische Sprachwissenschaft so sehr geprägt hat wie dieses Wörterbuch. Bis heute erfreuen sich seine Neuauflagen und Überarbeitungen höchsten wissenschaftlichen Ansehens und sind noch immer Standardwerke", sagt Prof. Dr. Stefan Schorch, der gemeinsam mit Prof. Dr. Ernst-?Joachim Waschke die wissenschaftliche Leitung der Tagung inne hat.

Neben seinen vielfältigen Einflüssen auf die Bibelauslegung ist das Wörterbuch aber auch selbst von Anfang an und bis heute von den Ergebnissen der alttestamentlichen Exegese beeinflusst. Das Erscheinungsjubiläum soll einen Anlass bieten, diesen wechselseitigen Abhängigkeiten nachzugehen, sie zu analysieren und zu verstehen. Damit werden zugleich ein bedeutendes wissenschaftliches Werk und einer der bedeutendsten halleschen Gelehrten gewürdigt.

Heinrich Friedrich Wilhelm Gesenius wurde 1786 in Nordhausen geboren und starb 1842 in Halle an der Saale. Nach Studien in Helmstedt und Promotion in Göttingen wurde er 1810 zum Professor an der Universität Halle ernannt. Trotz ehrenvollen Rufen auf Professuren an den Universitäten von Breslau, Göttingen und Oxford blieb Gesenius der Universität Halle treu. Neben seiner beeindruckenden Forschungsarbeit hatte er dabei auch unter den Studierenden beträchtlichen Erfolg. Zu Zeiten, als die ganze Universität kaum mehr als 1000 Studenten zählte, zogen Gesenius Vorlesungen bis zu 400 Hörer an!

Das "Hebräisch-deutsche Handwörterbuch über die Schriften des Alten Testaments" erschien mit Gesenius' Dienstantritt in Halle (1810-12). Ein nicht unbedeutender Teil des Einflusses, den das Wörterbuch von Gesenius entfaltet hat, beruht auf seinen zahlreichen Neuauflagen, die nach seinem Tod bis heute von verschiedenen Bearbeitern aktualisiert wurden, dabei aber die Methode, die Anlage und den Duktus des ursprünglichen Werkes weitgehend bewahrten. Die nunmehr 18., von Rudolf Meyer und Herbert Donner bearbeitete Auflage ist seit 1987 im Erscheinen begriffen und wird zum Kongress in abgeschlossener Form präsentiert. Zudem wurden neben der lateinischen schon frühzeitig weitere Übersetzungen in europäische Sprachen publiziert, insbesondere drei ins Englische sowie eine ins Schwedische.

Der Einfluss des Werkes von Gesenius auf die Lexikographie des Hebräischen stellt alle anderen Lexikographen in seinen Schatten. Indem er neben dem umfassenden und intensiven Studium der Texte auch die lexikographischen Arbeiten und Textauslegungen der jüdischen Tradition und ihrer Gelehrten zu Rate zog, diese aber andererseits auch einer kritischen Prüfung nach den Maßstäben der vergleichenden semitischen Philologie unterwarf, hat Gesenius mit seinen Wörterbüchern ein Werk hinterlassen, das bis heute sowohl in methodischer Hinsicht als auch in seiner Präsentationsform vorbildhaft ist. Er gilt daher zu Recht als der Begründer der hebräischen Lexikographie als Wissenschaftsdisziplin.

Der Kongress wird das Wörterbuch zu seinem 200. Jubiläum in den Fokus eines internationalen und interdisziplinären Gesprächs unter der Beteiligung von alttestamentlicher Wissenschaft, Judaistik, semitistischer Sprachwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte und weiterer Fächer stellen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Beteiligung führender Wissenschaftler von der Akademie für hebräische Sprache (Jerusalem), der weltweit bedeutendsten Einrichtung für das Studium der hebräischen Sprache, sowie den Bearbeitern der derzeit wichtigsten Wörterbuchprojekte zum Hebräischen.

Der Kongress soll einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Entwicklungen leisten, die das hebräische Wörterbuch von Gesenius geprägt haben und die andererseits von ihm mit geprägt wurden. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterinnen Dagmar Szabados (Halle) und Barbara Rinke (Nordhausen).

Eröffnung des Kongresses:
14. März 2010, 18 Uhr
Öffentliche Vortragsabend:
Am Dienstag, 16. März, um 18 Uhr findet im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen zudem ein öffentlicher Vortragsabend unter dem Titel "Auf den Spuren von Wilhelm Gesenius: Hebräische Lexikographie im 21. Jahrhundert" statt, zu dem eine breiter Interessentenkreis herzlich eingeladen ist:

Plakat: http://www.schorch.at/html/aktuelles.html

Programm: http://www.schorch.at/html/gesenius-programm.html

Programmheft mit Abstracts (Download):
http://wcms-neu1.urz.uni-halle.de/download.php?down=14389&elem=2277201
Biographisches zu Wilhelm Gesenius:
http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/referenz/19436///cache/a548f7cadb
Ansprechpartner zu dieser Pressemitteilung
Prof. Dr. Stefan Schorch
Theologische Fakultät der MLU
Telefon: 0345 552013
E-Mail: stefan.schorch@theologie.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von festen Körpern und Philosophen
23.02.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Spannungsfeld Elektromobilität
23.02.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics