Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Bunsen-Tagung erstmals an Uni Rostock

02.05.2016

500 Forscher aus aller Welt diskutieren über Chancen der Sonnen-Energie

Sonnenergie ist die größte Energiequelle überhaupt. Solarenergie entspricht etwa dem
10 000-fachen des weltweiten Primär-Energiebedarfs. Sonnenenergie lässt sich günstig und effektiv über Photovoltaikanlagen zum Erzeugen von Strom oder als thermische Solarkollektoren für Wärme nutzen.


Prof. Dr. Ralf Ludwig hat die internationale Tagung durch sein fachliches Engagement maßgeblich nach Rostock geholt

(Foto: Edeltraud Altrichter/Uni Rostock)

Was noch alles möglich ist, darüber beraten international renommierte Wissenschaftler vom 5. bis zum 7. Mai an der Uni Rostock.

Ein Highlight der Veranstaltung ist der öffentliche Vortrag von Michael Grätzel, EPFL Lausanne, über „Photosysteme für die solare Erzeugung von Elektrizität und Brennstoffen“. Für die von ihm erfundene Farbstoffsolarzelle (sogenannte „Grätzelzelle“) hat er 2010 den höchstdotierten Technologiepreis, den sogenannten Millennium-Preis erhalten. Mit Farbstoffsolarzellen wird die Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt. Die Grätzelzelle besticht durch ihre niedrigen Herstellungskosten und geringe Umweltbelastung.

Die so genannte „Energiekonversion“, also die Umwandlung der Sonnenenergie in speicherbare und nutzbare Formen, ist das Hauptthema der internationalen Bunsentagung für Physikalische Chemie. „Dieses Thema passt hervorragend in das Land und seine Forschungslandschaft“, sagt Ralf Ludwig, Professor für Physikalische Chemie an der Uni Rostock. Er hat mit seinem Engagement in der Bunsen-Gesellschaft und seiner Forschung zum Thema Energie wesentlich dazu beigetragen, dass die Bunsentagung 2016 in Rostock stattfindet.

Die renommierte Jahrestagung der Deutschen Bunsengesellschaft, deren Erster Vorsitzender Professor Joachim Sauer von der Humboldt-Universität zu Berlin ist, findet erstmals seit 1894 in Mecklenburg-Vorpommern statt. Es werden über 500 begeisterte Wissenschaftler und Forscher aus aller Welt erwartet. Die Tagung wird regelmäßig von hohen Preisträgern besucht. In über 150 Vorträgen und 250 Postern werden nicht nur Spitzenforscher, sondern auch Nachwuchswissenschaftler ihr Können unter Beweis stellen; Qualifizierung und Förderung junger Wissenschaftler ist ein wichtiges Anliegen der Bunsengesellschaft.

„Wenn ein Land wie Mecklenburg-Vorpommern nicht nur auf große Windkraftanlagen und mächtige Stromtrassen setzen möchte, müssen geeignete Materialien für die Speicherung und den Transport von Energie entwickelt werden“, sagt Ludwig. „Es geht also um neue Technologien, Methoden und Materialien für die Energieumwandlung“. Die Erzeugung und Speicherung von Energie sei bei einem natürlichen Angebot durch Sonne und Wind von besonderem Interesse für eine nachhaltige Energieversorgung.

Dass dieses Thema sehr gut in unser Bundesland passe, unterstreicht auch der Rektor der Uni Rostock, Prof. Wolfgang Schareck. Bei der Energiegewinnung habe MV eine Vorreiterrolle. Es sei zudem eine Ehre für den Standort und eine Wertschätzung der Stärken unserer Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, dass diese international viel beachtete Tagung in Rostock stattfinde. Dort würden Chemie und Physik ein großes Renommee besitzen und in besonderer Weise im Forschungsbau „Leben, Licht und Materie“ zusammen arbeiten.

Wichtige Forschungsthemen in der Chemie und Physik der Universität Rostock und des Leibniz-Institut für Katalyse sind die photokatalytische Wasserspaltung unter Erzeugung von Wasserstoff sowie die Speicherung des Wasserstoffs in kleinen Molekülen. Der Bund hat diese Forschungen mit dem Projekt „Light2Hydrogen“ (2010-14) und das Land Mecklenburg-Vorpommern mit der Initiative „Nano4Hydrogen“ (2010-12) intensiv gefördert.

Die Bunsentagung ist von der Nobelpreisträgern H. J. van't Hoff, W. Nernst und W. Ostwald im Jahre 1894 unter dem Namen Deutsche Elektrochemische Gesellschaft gegründet worden. Dem weltbekannten Physiko-Chemiker Robert Bunsen zu Ehren wurde die Gesellschaft 1902 umbenannt.

Auf der Bunsentagung werden zudem renommierte Preise verliehen: der Nernst-Haber-Bodenstein-Preis zur Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen in der Physikalischen Chemie an jüngere Wissenschaftler bis zu etwa 40 Jahren, der Van’t-Hoff-Preis an herausragende aktive Forscher in der Physikalischen Chemie, der Ewald-Wicke Preis an junge Wissenschaftler bis 35 für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der angewandten Physikalischen Chemie und der Paul-Bunge-Preis zur Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Geschichte wissenschaftlicher Instrumente, der gemeinsam mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker vergeben wird. Text: Wolfgang Thiel

Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Ludwig
Universität Rostock
Institut für Chemie
Physical and Theoretical Chemistry
Tel.: +49-(0)381-498-6517
Fax: +49-(0)381-498-6524
Web: www.ludwig.chemie.uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Technologievorsprung durch Textiltechnik
17.11.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS
17.11.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte