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Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin in Dresden

11.04.2016

Vom 20. bis 23. April findet die NuklearMedizin 2016, die 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V., in Dresden statt. Mit der Kombination aus wissenschaftlichem Kongress – für den national und international renommierte Referenten und ausgesuchte Keynote-Sprecher gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm bietet sie eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung. Damit zählt die NuklearMedizin 2016 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Die Nuklearmedizin diagnostiziert Erkrankungen mithilfe radioaktiver Substanzen – so genannter Marker – die an Organe oder an Tumorzellen binden. Abhängig von dem jeweiligen Marker (Radiotracer) können unterschiedliche Organe adressiert, Erkrankungen aufgedeckt und die Wirkung von Medikamenten auf Organ- und Tumorfunktion durch Stoffwechseländerungen sichtbar gemacht werden.

Anders als beispielsweise bei Röntgen-Kontrastmitteln besteht bei den Radiotracern die Möglichkeit, so zusätzlich auch noch die ursächlichen molekularen Mechanismen der Erkrankungen zu visualisieren. Besonders attraktiv ist zudem, dass die Radiotracer die Eigenschaften diverser Bildgebungssysteme kombinieren können: neben der radioaktiven Markierung können auch Fluoreszenzmarker oder kontrastgebende Eigenschaften für die Röntgendiagnostik und die Magnetresonanztomographie (MRT) implementiert werden.

Ein Schwerpunkt der NuklearMedizin 2016 in Dresden wird darin liegen, die Entwicklung von neuen Radiopharmaka zum Aufspüren von Tumoren und Erkrankungen darzustellen. Für diese Entwicklung ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizinern, Biowissenschaftlern und (Radio-)Chemikern erforderlich.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses liegt auf den Entwicklungen im Bereich der nuklearmedizinischen Technologie. Inzwischen besteht die Möglichkeit, das bildgebende Diagnoseverfahren der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der in der Röntgendiagnostik verwendeten Computertomographie (CT) oder aber auch mit der Magnetresonanztomographie (MRT) zu kombinieren.

Beide Verfahren ermöglichen dadurch noch präzisere Ergebnisse bei der Diagnose der Erkrankungen. Die Kombination der Verfahren PET und MRT in einem PET/MRT-Gerät ist zudem in der Anwendung Gegenstand umfangreicher Untersuchungen und wurde auch bereits durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Eine weitere Möglichkeit der Kombination besteht in der Verbindung von Schnittbildverfahren wie der Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) mit der Computertomographie (CT). Mit dieser SPECT/CT gelingt das exakte Darstellen von Stoffwechselveränderungen im Körper in hoher Qualität.

In den vergangenen Jahren haben die Heilungschancen für Krebserkrankungen deutlich zugenommen. Der Grund ist darin zu sehen, dass verschiedene Tumore inzwischen sowohl früher erkannt als auch präziser und vielfältiger behandelt werden können. Insbesondere beim Prostatakarzinom kann so durch eine Kombination von Operation, Strahlentherapie und passender Medikation die Erkrankung in den meisten Fällen geheilt oder aber zumindest in ihrem Verlauf stark verzögern werden. Voraussetzung jeder Tumortherapie ist zunächst eine sensitive und spezifische Bildgebung, mit der auch kleine Tumore exakt dargestellt, ihr Verhältnis zu anatomischen Nachbarstrukturen sicher definiert und Fernmetastasen ausgeschlossen werden können. Beim Prostatakarzinom existiert in diesem Bereich jetzt ein neues, zielgerichtetes nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem das prostataspezifische Membran-Antigen (PSMA) mittels einer PET/CT-Untersuchung dargestellt wird.

Bei PSMA handelt es sich um einen Eiweißkörper, der auf der Zelloberfläche von Prostatakarzinomzellen verstärkt zu finden ist. Durch Bindung einer radioaktiv markierten Substanz an diesen Eiweißkörper besteht jetzt die Möglichkeit, Tumore sehr genau sichtbar zu machen und auf diese Weise auch kleine Tumorherde nachzuweisen. Hierdurch können wichtige Erkenntnisse über die Ausdehnung der Tumorerkrankung gewonnen werden. Aber auch bei der Therapie von Prostatakrebs kann mit diesem Verfahren gearbeitet werden: wird der Wirkstoff PSMA mit einem intensiv strahlenden therapeutischen Radionuklid – wie einem Betastrahler – markiert, so kann er gezielt die Krebszellen vernichten.

Tumorzellen, die das Zielmolekül PSMA tragen, nehmen dieses Radiopharmakon auf und zerstören die Zelle von innen, während das umliegende Gewebe geschont wird. Das Vorkongress Symposium „Innovative Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms“, das der NuklearMedizin 2016 am 20. April 2016 vorangeht, wird sich diesem Thema widmen.

Die Jahrestagung NuklearMedizin 2016 ist ein einzigartiges Forum für die Präsentation des aktuellen Standes sowie des Fortschritts moderner medizinischer Techniken. Die Tagung steht somit an der Schnittstelle zwischen akademischer Forschung, moderner Patientenversorgung, Präzisionsmedizin der Zukunft und technologischer Weiterentwicklung durch Industriepartner. Das vielseitige, interdisziplinäre Umfeld wird die rasante Entwicklung des Fachgebietes weiter vorantreiben. Die Industrieausstellung, auf der nationale und internationale Hersteller den aktuellen Stand ihrer Entwicklungen präsentieren, ist dabei zentraler Bestandteil des Kongresses.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2016 stehen auf der Kongresshomepage http://www.nuklearmedizin2016.de zur Verfügung. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de

Weitere Informationen:

http://www.nuklearmedizin2016.de - Kongresshomepage der NuklearMedizin 2016
http://www.nuklearmedizin.de - Homepage der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

DGN e.V. Pressestelle | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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