Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem frühen Herzinfarkt begegnen - Dresdner Symposium zur Therapieoption der Lipoproteinapherese

13.03.2012
Auf Einladung des Fettstoffwechselforschers Professor Ulrich Julius diskutieren Experten über neue Therapien bei Fettstoffwechsel- und immunologisch bedingten Erkrankungen. Das Symposium findet vom 15. bis 17. März statt. Bereits zum zweiten Mal kommen dazu internationale Experten in das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Menschen mit stark erhöhtem LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin) haben ein besonders hohes Herzinfarkt-Risiko. Medikamente können den LDL-Cholesterin-Wert senken. Doch das gelingt trotz angepasster Ernährung nicht bei allen Patienten. Das Universitätsklinikum Dresden bietet solchen Patienten ein spezielles Blutreinigungsverfahren, die Lipoproteinapherese, an.

Dabei wird das krankmachende LDL-Cholesterin zu mehr als 60 Prozent aus dem Blut gefiltert. Die von Prof. Julius geleitete Lipoproteinapherese der Dresdner Medizinischen Klinik und Poliklinik III ist inzwischen die größte universitäre Einrichtung ihrer Art in Deutschland.

Produziert ein Körper zu viel LDL-Cholesterin, kommt es zur Ablagerung von Blutfetten an den Blutgefäßwänden. Mögliche Folgen sind Arterienverschluss und Herzinfarkt. Normalerweise helfen Medikamente, die sogenannten Statine, sowie eine angepasste Ernährung, das ‚schlechte’ Cholesterin zu senken. Dies gelingt jedoch nicht immer, wie bei der familiären Hypercholesterinämie. Die Betroffenen sterben oft sehr früh an Herzinfarkten als Folge ihrer Stoffwechselstörung.

Der Dresdner Mediziner Prof. Ulrich Julius gehört zu den international führenden Fettstoffwechsel-Experten. Seit 40 Jahren erforscht der Wissenschaftler Störungen und neue Therapien in diesem Bereich, begründete 1990 die Dresdner Lipoproteinapherese. Fast 70 Patienten erhalten hier zwei- bis viermal pro Monat an insgesamt neun Behandlungsplätzen eine Lipoproteinapherese-Behandlung. Mehr als 18.000 Behandlungen sind das in rund 21 Jahren.

Prof. Julius: „Bei diesem Verfahren wird das Blut - vergleichbar einer Hämodialyse - außerhalb des Körpers von den krankmachenden Fetten gereinigt. Dabei werden LDL-Cholesterin und andere Stoffe wie das Lipoprotein(a) sowie Triglyzeride in einem zwei- bis dreistündigen Verfahren herausgefiltert. Die Behandlung reduziert deutlich die Gefahr neuer kardiovaskulärer Ereignisse, zu denen Infarkte und Arterienverkalkung gehören“, so der Mediziner Julius.

Doch die Geräte, die das Blut von schlechtem LDL-Cholesterin reinigen, können noch mehr. Prof. Julius: „Mit diesem Verfahren kann man ebenso Antikörper und Giftstoffe aus dem Blut der Patienten entfernen und dadurch den Ablauf anderer lebensbedrohlicher Krankheiten positiv beeinflussen. Diese Therapie wird beispielsweise bei einigen Autoimmun-Erkrankungen eingesetzt, bei denen Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet werden. Die Antikörper sind vermutlich für die Erkrankung verantwortlich und werden darum aus dem Körper ausgewaschen.“

Um aktuelle Forschungsergebnisse und neue Therapieansätze mit anderen internationalen Spitzenforschern zu diskutieren, rief der Dresdner Wissenschaftler 2009 das „Dresden International Symposium on Therapeutic Apheresis“ ins Leben. Prof. Julius: „Beim unserem zweiten Symposium werden wir gemeinsam mit internationalen Spitzenforschern neue Wege bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen diskutieren. Einen weiteren Focus werden wir außerdem auf die Immunadsorption legen und ihre Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen wie pulmonaler Hypertonie oder multipler Sklerose diskutieren. Auf dem Symposium werden auch moderne Verfahren der Photopherese erörtert.“ Dies ist ein Verfahren, bei dem die Ärzte Blut mit lichtaktivierbaren Pharmazeutika behandeln, die dann mit UV-Licht aktiviert werden.

Das interdisziplinär angelegte Symposium bringt Experten aus den Bereichen Fettstoffwechsel, Transfusionsmedizin, Kardiologie, Nephrologie, Hämatologie, Dermatologie und Rheumatologie zusammen. Es wird auch Pflegepersonal aus Apherese-Einrichtungen teilnehmen.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Prof. Dr. med. Ulrich Julius
Tel.: +49 0351 458 2306
E-Mail: ulrich.julius@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mk3.uniklinikum-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise