Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher aus aller Welt diskutieren in Hamburg die Mikro- und Nanoebene des Immunsystems

08.04.2011
Vom 7. bis 9. April 2011 findet im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erstmals ein Symposium des Sonderforschungsbereiches 841 „Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen“ (SFB 841) statt.

130 Wissenschaftler aus Deutschland, Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien, England und der Schweiz diskutieren auf Einladung des SFB 841 die immunologischen Grundlagen von Infektionen, Entzündungsreaktionen und Autoimmunerkrankungen.


Rot und grün-markierte Fette werden in verschiedene Leberzellen aufgenommen. In Blau ist der Zellkern der Zellen angefärbt. Die Aufnahme wurde durch ein konfokales Laserscanning-Mikroskop erstellt. SFB 841/UKE

Die Regulation der Immunantwort spielt eine große Rolle bei der Abwehr von Viren, Bakterien und dem Malaria auslösenden Parasiten. Regulierende Vorgänge der Immunabwehr sind außerdem entscheidend an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und an Entzündungen durch Stoffwechselstörungen (z. B. erhöhte Blutfettwerte) beteiligt.

„Fette aus der Nahrung können entzündliche Prozesse in der Leber auslösen und so in bestimmten Fällen zu chronischen Erkrankungen bis hin zur Entstehung von Krebs führen“, erläutert Prof. Dr. Jörg Heeren, Leiter eines Teilprojektes des SFB 841 im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Das Immunsystem wird somit von äußeren Einflüssen, jedoch auch von lokalen Faktoren wie Gewebetyp und Durchblutung beeinflusst. Die beteiligten Zellen kommunizieren mit der Hilfe von Botenstoffen. Für ein grundlegendes Verständnis des Krankheitsgeschehens ist es elementar, das Wechselspiel der Zellkommmunikation und die Steuerung der Entzündungsprozesse im Gewebe auf Mikro- und sogar auf Nanoebene zu analysieren. Auf dem SFB 841 Symposium diskutieren Wissenschaftler von Top-Universitäten wie Harvard, Yale, Montreal und Zürich gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Partnern vom SFB die Fortschritte in diesem Forschungsgebiet.

„Der SFB 841 ist charakterisiert durch die Verbindung von Grundlagenforschung mit klinischer Forschung und die internationale Ausrichtung. Top-Forschung kennt keine Ländergrenzen. Wir arbeiten sehr eng mit unseren internationalen Kooperationspartnern zusammen“, betont Prof. Dr. Ansgar Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik des UKE und Sprecher des Sonderforschungsbereichs.

Der SFB 841 wird seit 2010 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Der Sonderforschungsbereich umfasst 20 Teilprojekte, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Leberentzündung befassen.

Christine Jähn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

Weitere Berichte zu: Autoimmunerkrankung Immunsystem Infektion Mikro Nanoebene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht International führende Informatiker in Paderborn
21.08.2017 | Universität Paderborn

nachricht Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
21.08.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie