Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie das flexible Gehirn Sucht überwinden kann

18.12.2013
Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld

Was immer Menschen tun oder erfahren, es verändert ihr Gehirn. Neuroplastizität heißt diese Eigenschaft, die dem Denkorgan zeitlebens erhalten bleibt. Neuroplastizität spielt auch bei der Entstehung von Sucht eine zentrale Rolle und eröffnet zugleich Möglichkeiten für ihre Therapie und Überwindung.

Das ist das Thema der Tagung „Neuroplasticity in Addiction and Recovery: From Genes to Culture and Back Again” (Die Bedeutung der Neuroplastizität für Sucht und ihre Überwindung), die vom 9. bis zum 11. Januar 2014 am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) stattfindet.

Neuroplastizität entsteht durch eine Vielzahl sich wechselseitig beeinflussender Faktoren auf verschiedenen Ebenen – von den Genen bis zu kulturellen Einflüssen. „Wir untersuchen die Facetten von Neuroplastizität in einem speziellen Feld: Substanzabhängigkeit. Die Forschung zum Verständnis und der Manipulation der plastischen Prozesse hat in den vergangenen 15 Jahren enorme Fortschritte gemacht.

Das bedeutet, dass wir auch Begriffe wie ‚Beständigkeit’ und ‚Veränderbarkeit’ von, in und durch Abhängigkeit neu bestimmen müssen“, sagen die Leiter der Tagung, die Kognitionswissenschaftler Jason Clark PhD und Dr. Saskia Nagel von der Universität Osnabrück. So hat die neuronale Plastizität Konsequenzen für das Selbstbild von Betroffenen, für Therapien und auch für politische und rechtliche Überlegungen.

Die Konferenz versammelt internationale Experten des Forschungsfeldes aus verschiedenen Disziplinen wie den Neurowissenschaften, der Psychiatrie, der Psychologie, Soziologie, Anthropologie und der Philosophie. Sie diskutieren unter anderem über diagnostische und therapeutische Potentiale, die Interaktion von entwicklungs- und medikamenteninduzierter Plastizität und individuelle und Gruppenunterschiede und verbinden diese Diskussion mit neuen Erkenntnissen über den Einfluss sozialer und kultureller Prozesse.

„Wir plädieren für einen mehrstufigen und multifaktoriellen Ansatz, um Abhängigkeit zu verstehen und zu behandeln“, so die Organisatoren. „Dies kann helfen, die neuronale Plastizität in allen psychologischen Bereichen besser zu verstehen, und es kann zu neuen Ansätzen in gesellschaftspolitischen und ethischen Diskussionen rund um das Thema ‚Sucht’ führen.“

Die Tagungssprache ist Englisch.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten. Um Anmeldung im Tagungsbüro wird gebeten.

Tagungszeit:
Donnerstag, 9. Januar 2014, 8.30 bis 18.30 Uhr
Freitag, 10. Januar 2014, 8.30 bis 18.30 Uhr
Samstag, 11. Januar 2014, 8.30 bis 18.30 Uhr
Kontakt bei inhaltlichen Fragen zur Veranstaltung:
Jason Clark PhD, Universität Osnabrück
Institut Kognitionswissenschaft
Telefon: 0541 969-3361
E-Mail: jclark@uos.de
Dr. Saskia K. Nagel, Universität Osnabrück
Institut Kognitionswissenschaft
Telefon: 0541 969-3388
E-Mail: snagel@uos.de
Kontakt bei organisatorischen Fragen und Anmeldung:
Marina Hoffmann, Universität Bielefeld
Zentrum für interdisziplinäre Forschung
Telefon: 0521 106-2768
E-Mail: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de

Ingo Lohuis | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2014/01-09-Clark.html
http://sites.google.com/site/thespiralalsorises/home

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heimcomputer entdecken rekordverdächtiges Pulsar-Neutronenstern-System

08.12.2016 | Physik Astronomie

Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten

08.12.2016 | Energie und Elektrotechnik

Oberleitungs-LKW: Option für einen umweltverträglichen Güterverkehr?

08.12.2016 | Verkehr Logistik