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Fachtagung in Berlin: Europas Nationalregierungen im Social Web

20.02.2012
Ob Angela Merkel, Nicolas Sarkozy oder David Cameron – Europas nationale Regierungen nutzen die Möglichkeiten des sozialen Internets nur einschränkt, sind sich aber der eigentlichen Risiken dieser begrenzten Praxis oft nicht bewusst.

So könnte das Fazit einer internationalen Fachtagung in Berlin lauten, bei der an diesem Wochenende über 80 Wissenschaftler aus 20 europäischen Staaten die Rolle des Web 2.0 für die Kommunikation von Regierungen und NGOs diskutierten. Eingeladen hatte die "Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation" (MHMK) gemeinsam mit der "European Public Relations Education and Research Association" (EUPRERA).

"Die große langfristige Chance, die Dienste wie Facebook oder Youtube für die Regierungskommunikation bieten, besteht in mehr Transparenz, mehr Interaktivität, mehr kollektiver Intelligenz und somit letztlich mehr Bürgerbeteiligung", so Tagungsleiter Prof. Dr. Holger Sievert von der MHMK. In der Realität seien aber oft selbst einfachste Kommentar-Funktionen auf Regierungsseiten deaktiviert.

Außerdem zeigten Interviews mit Verantwortlichen, dass die eigentlichen Risiken des Web 2.0 hinsichtlich Glaubwürdigkeit, Reputation oder Datenschutz in manchen Ländern nicht realistisch erkannt werden. Sievert: "Insofern haben wir paradoxerweise bei Europas Führern nicht selten gleich einen doppelten blinden Fleck bei Social Media."

Im Fokus der Tagung standen theoretische Grundlagen sowie empirische Bestandsaufnahmen zum Einsatz von Social Media durch europäische Regierungen und NGOs. Aus Deutschland beteiligten sich neben der MHMK die Universitäten Hamburg, Leipzig, Potsdam, Trier sowie die Ostfalia Hochschule, aus Belgien die Memori-Hochschule, aus Großbritannien die Universität Greenwich, aus Lettland die Vidzerne-Hochschule, aus Frankreich die Universitäten Toulouse und Bordeaux, aus Portugal die Hochschule für Kommunikation und Medien, aus Rumänien die Universität Bukarest und die Nationale Universität für Politik und Verwaltung sowie aus Russland die Universität Jekatarinenburg.

Veranstaltet wurde die Konferenz im Bundeskanzleramt, im Auswärtigen Amt, im Museum für Kommunikation, im Deutschen Historischen Museum sowie auf dem MHMK-Campus Berlin.

Dr. Inga Heins | idw
Weitere Informationen:
http://www.mhmk.de/eupreraspring12
http://www.euprera.org/

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