Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emil-Fischer-Medaille und Orchem-Preise: Liebig-Vereinigung tagt in Weimar

18.09.2012
Über 500 Wissenschaftler kommen vom 24. bis 26. Oktober zur ORCHEM 2012 in Weimar zusammen. Die Tagung der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie spannt einen großen Bogen über dieses Themenfeld mit den Schwerpunkten Katalyse und neue Synthesewege.
Die Tagung ist auch Anlass für die Verleihung bedeutender Preise: So geht die Emil-Fischer-Medaille der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an Professor Dr. Herbert Waldmann, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie, Dortmund, und der ORCHEM-Preis wird zweimal verliehen – an Professor Dr. Christian Hackenberger, Freie Universität Berlin, und Professor Dr. Axel Jacobi von Wangelin, Universität Regensburg.

Waldmann wird für seine wegweisenden Beiträge zur Entwicklung der Biologischen Chemie gewürdigt. Seine Forschungsarbeiten haben das Zusammenwirken der Organischen Chemie mit den biologischen und medizinischen Disziplinen entscheidend vorangebracht. Als besonders fruchtbar gilt das von ihm entworfene Konzept zur Analyse des von der Natur vorgegebenen bevorzugten Funktionen- und Strukturraums, das neue Perspektiven für die Wirkstoffsuche eröffnet.
So ist es ihm in virtuoser Weise mit Hilfe kombinatorischer Verfahren gelungen, zahlreiche Wirkstoffe, insbesondere Enzyminhibitoren, zu synthetisieren. Grundlegend sind auch seine Arbeiten zur Aufklärung der intrazellulären Signalvermittlungsmechanismen.

Waldmann, 1957 in Neuwied geboren, studierte in Mainz Chemie und promovierte dort 1985 im Fach Organische Chemie. Für zwei Jahre arbeitete er als Postdoktorand an der Harvard University in Cambridge, USA. 1991 habilitierte er sich an der Universität Mainz. Nach Professuren für Organische Chemie an den Universitäten Bonn und Karlsruhe übernahm er 1999 die Leitung der Abteilung Chemische Biologie am MPI in Dortmund. An der dortigen TU hat Waldmann zudem die Professur für Biochemie inne. Für seine Arbeiten wurde er bereits mit zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen geehrt, so 1992 mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis der GDCh.

Hackenberger erhält den ORCHEM-Preis in Anerkennung seiner vielbeachteten und innovativen Arbeiten zur chemoselektiven Ligation und der effizienten Synthese von Protein-Protein- und von Protein-Kohlenhydrat-Konjugaten. So gelang es seiner Arbeitsgruppe, das Tau-Protein, das sich in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten vermehrt ablagert, auf chemischem Wege herzustellen. Somit wird es möglich, die molekularen Veränderungen des Tau-Proteins genauer zu untersuchen und die bei der Erkrankung ablaufenden physiologischen Prozesse besser zu verstehen.

Der jetzt 36-jährige Hackenberger schloss sein in Freiburg begonnenes Chemiestudium 1999 in Madison/Wisconsin (USA) mit dem Master of Science ab. Er promovierte an der RWTH Aachen, ging als Postdoktorand an das Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (USA) und wechselte 2005 an die FU Berlin, wo er nach seiner Habilitation 2011 auf eine Professur für Bioorganische Chemie berufen wurde. Hackenberger ist Koordinator des Graduiertenkollegs „Multivalenz in Chemie und Biologie“ und Sprecher des DFG-Schwerpunktprogramms „Chemoselektive Reaktionen für die Synthese und Anwendung funktionaler Proteine“.

Von Wangelin erhält den ORCHEM-Preis in Anerkennung seiner vielbeachteten und innovativen Arbeiten zu Eisen-katalysierten Kupplungsreaktionen und zu metall-, organo- und photokatalytischen Synthesen von Carbo- und Heterocyclen. Insbesondere bei der Metallkatalyse geht es um nachhaltige Chemie: Hier ist es wichtig, verbesserte Synthesewege für die Knüpfung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen und die Aktivierung von Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen zu finden. Bei der Organokatalyse stehen Cycloadditionen und bei der Photokatalyse Luminole und Oxygenierungen im Mittelpunkt.

Der jetzt 38-jährige von Wangelin studierte an der Universität Erlangen-Nürnberg Chemie und fertigte nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Utah seine Doktorarbeit am Leibniz Institut für Katalyse an. Als Postdoktorand war er an der Cardiff University und an der Stanford University. Ab 2005 war er Forschungsgruppenleiter am Institut für Organische Chemie der Universität Köln, 2011 wurde er auf eine Professur für Organische Chemie an die Universität Regensburg berufen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Liebig-Vereinigung für Organische Chemie mit etwa 1.600 Mitgliedern. Hauptanliegen der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie sind u.a. Forschungsrichtungen und Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Organischen Chemie anzuregen, über wesentliche Aktivitäten auf diesem Gebiet zu informieren und wichtige und aktuelle Aspekte der Organischen Chemie öffentlich bekannt zu machen. Die Emil-Fischer-Medaille, benannt nach dem Chemie-Nobelpreisträger von 1902, wurde seit 1912 bislang 43 Mal vergeben. Der ORCHEM-Preis für Nachwuchswissenschaftler wird seit 2000 auf den alle zwei Jahre stattfindenden ORCHEM-Tagungen an jeweils zwei Wissenschaftler verliehen.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht „Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg
25.04.2017 | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

nachricht Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle
25.04.2017 | Optence e.V. - Kompetenznetz Optische Technologien Hessen/Rheinland-Pfalz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen