Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Konferenz „Keine Chance für CCS in Deutschland?“ thematisiert die Zukunft der CCS-Technologie

09.10.2014

Die CCS-Technologie, bei der CO2 unterirdisch eingelagert wird, galt lange als effektives Mittel für den Klimaschutz. Doch aufgrund öffentlicher und politischer Bedenken hinsichtlich möglicher Gefahren für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit konnte sich CCS in Deutschland bisher nicht durchsetzen.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat sich in diesem Zusammenhang mit der Akzeptanz sowie der Zukunft der Technologie befasst und stellt seine Erkenntnisse auf der Veranstaltung „Keine Chance für CCS in Deutschland?“ am 4. November 2014 in Berlin vor.

CCS steht für „Carbon Capture and Storage“ – mit dieser Technologie war lange die Hoffnung verbunden, die CO2-Emissionen Deutschlands in der Zukunft deutlich zu reduzieren. Besonders bei der Verbrennung von Kohle und dem Ausstoß von Industrieabgasen sollte das dabei entstehende CO2 nicht freigesetzt, sondern tief im Boden eingelagert und gespeichert werden.

Doch die Bedenken in Öffentlichkeit und Politik haben dazu geführt, dass die CCS-Erforschung sowie die Erprobung der Speicherung zum Stillstand kam. Seitdem ist unklar, ob und wie es mit CCS in Deutschland weitergeht.

Mit der Zukunft dieser Technologie setzt sich auch die Veranstaltung „Keine Chance für CCS in Deutschland?“ auseinander, die am 4. November 2014 von 12 bis 17 Uhr im Projektzentrum der Mercator Stiftung in Berlin stattfindet. Dabei werden die Ergebnisse des gemeinsamen Forschungsprojekts „Chancen für und Grenzen der Akzeptanz von CCS in Deutschland“ des Fraunhofer ISI, des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie sowie des Forschungszentrums Jülich vorgestellt und diskutiert.

Die Konferenz greift insbesondere die CCS-Wahrnehmung in Deutschland auf, spricht aber ebenso die kritische Debatte in Gesellschaft und Medien an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei Forschungsinstitute widmen sich bei ihren Vorträgen außerdem der Frage, welche Folgen die CCS-Diskussion für die Energiewende hat und welche Lehren daraus im Hinblick auf andere Energietechnologien zu ziehen sind.

Dr. Elisabeth Dütschke, Leiterin des CCS-Projekts am Fraunhofer ISI, betont im Hinblick auf das Konferenzthema: „Für die weitere Erforschung und die letztliche Anwendung oder Abkehr von CCS spielt die Frage der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Akzeptanz eine entscheidende Rolle. Dies gilt aber nicht nur für CCS, sondern auch für andere Technologien wie Windanlagen oder Stromleitungstrassen, die immer wieder auf große Skepsis stoßen.

Künftige Debatten um CCS und andere Energietechnologien müssen deshalb Wege finden, die Standpunkte der Bürgerinnen und Bürger sowie wissenschaftliche Expertenmeinungen noch stärker und von Beginn an zu berücksichtigen.

Das Forschungsprojekt setzt hier an und hat die Bürgerakzeptanz im Fall von CCS tiefergehender untersucht sowie Wünsche zu Wegen und Verfahren für Standortentscheidungen möglicher CCS-Projekte analysiert. Auf der Konferenz stellen wir unsere Erkenntnisse hierzu vor und diskutieren über die Folgerungen, die sich aus der CCS-Debatte für künftige Energietechnologien ableiten lassen.“

Die Forschungsergebnisse bestätigen laut Dütschke, dass die Technologie in der deutschen Gesellschaft überaus kritisch gesehen wird. Eine im Rahmen des CCS-Projekts durchgeführte Befragung von 1800 Personen zeigt beispielsweise, dass die Bürger der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Kohle entsteht, ablehnend gegenüberstehen.

Die Einlagerung des von Biomassekraftwerken oder Industrieanlagen ausgestoßenen CO2 bewerten die befragten Personen zwar besser, aber trotzdem nicht positiv. Im Hinblick auf mögliche CO2-Transportwege (zum Beispiel über unterirdische Pipelines) und Speichermöglichkeiten (wie etwa in leeren Gasfeldern unter der Erde) besteht bei den Befragten weder eine positive noch eine negative Haltung. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die CCS-Technologie in der Bevölkerung wenig akzeptiert wird.

Weitere Informationen zur Konferenz „Keine Chance für CCS in Deutschland?“ gibt es unter http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/e/de/events/agendaflyer-ccs-chancen-04-11-2014.pdf

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung per E-Mail an baerbel.katz@isi.fraunhofer.de wird bis zum 28. Oktober gebeten.

Weitere Informationen:

http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/e/de/events/agendaflyer-ccs-chance...

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise