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Cannabis – eine andauernde Kontroverse

29.05.2015

Der Konsum und die Legalisierung von Cannabis sind seit Jahrzehnten umstritten. Zur aktuellen Debatte werden am Mittwoch, 17. Juni, in einer öffentlichen Info-Veranstaltung an der Uni Würzburg neueste Erkenntnisse aus Sucht- und Rechtsmedizin, Epidemiologie und Rechtswissenschaft präsentiert.

Keine andere illegale Droge wird auch nur annähernd so oft konsumiert wie Cannabis: Nach Angaben der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) haben etwa ein Viertel der deutschen Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren schon einmal Cannabis probiert. Besonders bedenklich erscheint, dass etwa der gleiche Anteil von 15- bis 16-Jährigen bereits Erfahrung mit Cannabis hat.

Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist der Konsum von Haschisch und Marihuana ein gesundheitspolitisches Problem: Durch bildgebende Verfahren und klinisch-epidemiologische Studien wurde nachgewiesen, dass Cannabis die Gehirnentwicklung bis zum Alter von Mitte 20 in einem deutlich höheren Maß als bisher angenommen beeinträchtigen und ein deutliches Psychose- und Suchtrisiko mit sich bringen kann. Auf der anderen Seite ist seit einiger Zeit der Schildower Kreis aktiv – eine Initiative von Juristen, die sich für eine Beendigung der Prohibitionspolitik in Sachen Cannabis einsetzen.

Spannende Fragen – interdisziplinäre Experten

Welche Erkenntnisse tragen zum aktuellen Diskurs um den Cannabiskonsum bei? Welche Auswirkung hat beispielsweise die Einnahme von cannabis-basierten Drogen auf das Verhalten im Straßenverkehr? Wie ist mit den neuen Ergebnissen der Entwicklungsbiologie bei Cannabis-konsumierenden Kindern und Jugendlichen umzugehen? Rechtfertigen ökonomische und juristische Argumente auch unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit eine Lockerung bisheriger Prohibitionsstrategien?

Diese Fragen stehen im Vordergrund der öffentlichen Informationsveranstaltung „Cannabis – eine andauernde Kontroverse“ am Mittwoch, 17. Juni, an der Universität Würzburg. Moderiert wird die Veranstaltung vom Würzburger Suchtexperten Professor Jobst Böning. Vier Experten tragen wichtige Erkenntnisse vor und stehen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Professor Eric Hilgendorf, Jurist von der Universität Würzburg, geht aus strafrechtlicher Sicht auf die Folgen des Cannabis-Verbots ein. Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel vom Institut für Therapieforschung (München) stellt Zahlen und Fakten zum Cannabiskonsum in Deutschland, Europa und der Welt vor. Er spricht auch über die Liberalisierungserfahrungen in anderen Ländern.

Mit der Frage nach den schädlichen Folgen des Cannabiskonsums für die Entwicklung junger Menschen beschäftigt sich Professor Rainer Thomasius, Ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die gefährliche Kombination von Cannabis und Straßenverkehr nimmt schließlich Dr. Liane Paul vom Institut für Rechtsmedizin der LMU München in den Blick.

Wissenschaft und Praxis im Gespräch

Nach jedem Vortrag ist Zeit für Fragen an die Experten eingeplant. Am abschließenden Diskussionsforum beteiligen sich auch örtliche Praktiker und Experten: Ein Jugendrichter vom Amtsgericht Würzburg, ein Verkehrsexperte aus dem Polizeipräsidium Unterfranken und der Leiter der Jugend- und Drogenberatungsstelle Würzburg stehen für Fragen zur Verfügung.

Fakten zur Info-Veranstaltung / Anmeldung

Die Info-Veranstaltung findet am Mittwoch, 17. Juni 2015, in der Neubaukirche in der Domerschulstraße 16 statt. Sie beginnt um 14 Uhr und dauert bis 17:30 Uhr. Angeboten wird sie vom Arbeitskreis Suchthilfe der Universität in Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS). Wer teilnehmen will, soll sich auf der Internetseite der BAS anmelden; die Teilnahme ist kostenfrei.

Zur Homepage der BAS http://www.bas-muenchen.de/seminar/code/FV-Koop-Wue-01-2015.html

Organisation und Kontakt

Katja Beck-Doßler, Diplom-Psychologin, Geschäftsführende Leiterin des Arbeitskreises Suchthilfe, Suchtberatung für Beschäftigte der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg, T (0931) 31-82020, suchtberatung@uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/beschaeftigte/beratung_und_hilfe/suchtberatung/... Programm und weitere Informationen auf der Homepage der Veranstaltung

Robert Emmerich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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