Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomaterialien für eine sich wandelnde Gesellschaft

17.04.2015

Materialwissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena und DGM veranstalten am 21./22. April in Weimar die internationale Fachkonferenz „Euro BioMAT 2015“

Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V. (DGM), ihr Fachausschuss Biomaterialien und Materialforscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstalten das internationale Symposium „Euro BioMAT 2015“. 210 Teilnehmer aus 25 Ländern werden vom 21. bis 22. April in Weimar erwartet, um sich über die neuesten Forschungsergebnisse zu Biomaterialien und bioinspirierten Materialien auszutauschen.


Auch über solche Knochenersatzmaterialien wird bei der Euro BioMAT diskutiert.

Foto: OSIM/FSU

„Wir beschäftigen uns bei dieser Tagung mit dem wachsenden Bedarf an Biomaterialien und bioinspirierten Materialien, der sich aus dem demografischen Wandel und dem damit einhergehenden Trend ergibt, dass immer mehr Menschen immer älter werden“, sagt Prof. Dr. Klaus D. Jandt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Der Materialwissenschaftler ist gemeinsam mit PD Dr. Thomas F. Keller vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg Vorsitzender des Organisationskomitees der Tagung. „Die Euro BioMAT widmet sich den Themenschwerpunkten Erzeugung, Charakterisierung, Prüfung und Anwendung von Materialien, die mit biologischen Systemen über Grenzflächen in Kontakt stehen und wechselwirken“, betont Jandt.

„Mit 86 Vorträgen, 95 Posterbeiträgen und vier Plenarvorträgen von internationalen Koryphäen trägt die Tagung dazu bei, herausragende Persönlichkeiten des Fachgebiets zusammenzubringen und den Austausch über faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern“, freut sich Dr.-Ing. Frank O. R. Fischer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DGM, über den Erfolg dieser Plattform.

Ein besonderes Highlight ist für ihn der Plenarvortrag von Prof. Ehud Gazit, der den Lehrstuhl für Nano-Biologie an der Tel Aviv Universität innehat. „Herr Professor Gazit ist weltweit führend im Bereich von neuen Materialien, die auf biomolekularer Selbstorganisation oder Eiweißfasern beruhen.

Dieses Thema ist sehr wichtig, weil die von Herrn Gazit entwickelten Materialien ultra-sensitive Biosensoren, neue Energiespeicherungstechnologien oder Gerüststrukturen für die regenerative Medizin ermöglichen und so helfen können, wichtige gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern.“

Reduzierung der Zahl von implantatassoziierten Infektionen

Ein weiteres wichtiges Thema der Tagung ist die Reduzierung der Zahl von implantatassoziierten Infektionen, „weil bis zu 40 Prozent aller Sterbefälle aufgrund von Infektionen in Krankenhäusern mit dem Einsatz von Biomaterialien zusammenhängen“, erläutert Jandt, der Bio- und Nanomaterialien, z. B. antimikrobielle Knochenersatzmaterialien und Knochenzemente, erforscht. Diese werden bei Knochenverletzungen oder Osteoporose (Knochenschwund im Alter) eingesetzt, um den natürlichen Knochen wieder zu stärken.

Materialwissenschaftler, Ingenieure, Physiker, Chemiker und Biologen aus der universitären, außeruniversitären und industriellen Forschung und Entwicklung stehen gemeinsam mit den Medizinern der Situation gegenüber, dass Materialien höchsten technischen Ansprüchen und einer zunehmend herausfordernden biologischen Umgebung genügen müssen. Vor allem in den USA und in Asien gewann das Forschungsthema Biomaterialien in den letzten Jahren an Bedeutung.

„Mittlerweile legt Europa aber schnell und kontinuierlich auf diesem Wissensgebiet zu. Das Besondere an der Euro BioMAT 2015 ist, dass hier Wissenschaftler und Praktiker in diesem aufregenden und stark interdisziplinären Wissenschafts- und Ingenieursfeld in den Dialog treten“, erläutert Klaus Jandt das Konzept der Tagung. „Der Plenarvortrag von Professor Volker Alt vom Universitätsklinikum Gießen etwa zeigt anschaulich die Anwendung von Biomaterialien im Alltag eines Chirurgen auf.“

Zur Euro BioMAT gehört eine Industrieausstellung, auf der u. a. Thüringer Implantathersteller ihre Produktpalette zeigen.

Weitere Informationen und das ausführliche Programm sind zu finden unter: http://www.dgm.de/biomat/

Kontakt:
an der FSU Jena (Conference Chairman)
Prof. Dr. Klaus J. Jandt
Otto-Schott-Institut für Materialforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947730, E-Mail: K.Jandt[at]uni-jena.de

Anja Mangold
Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.
Hahnstraße 70, 60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 75306747, E-Mail: biomat[at]dgm.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-jena.de
http://www.dgm.de/biomat/

Axel Burchardt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"
22.09.2017 | BusinessForum21

nachricht Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg
22.09.2017 | DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie