Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umwelteinflüsse gefährden Kinder, Kranke und alte Menschen besonders

27.07.2007
Tagung des GSF-Forschungszentrums zeigt mangelnden Schutz sensibler Bevölkerungsgruppen

Kinder, Kranke und ältere Menschen reagieren besonders empfindlich auf bestimmte Umwelteinflüsse. Vor Luftverschmutzungen durch Feinstaub werden sie bisher zu wenig geschützt. Das berichteten Wissenschaftler auf einer Fachtagung der Informationsstelle Human-Biomonitoring des GSF - Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. An der Tagung, die gestern in Frankfurt stattfand, nahmen rund 100 Ärzte, Vertreter von Umwelt- und Gesundheitsbehörden sowie -verbänden teil.

Großen Einfluss auf die Gesundheit von Kindern haben Emissionen - zum Beispiel des Verkehrs. Feinstaubpartikel führen zu Atemwegserkrankungen bei Kindern. Ein wirksamer Schutz ist hier nur zu erreichen, wenn die Emissionen verringert werden. Dr. Joachim Heinrich, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Epidemiologie im GSF-Forschungszentrum: "Wenn sich die Luft verbessert, dann verbessert sich die Funktion der Atemwege und der Lunge bei Kindern."

Auch ältere Menschen sind durch Luftverschmutzungen besonders gefährdet: So ist der antioxidative Schutz der Zellen im Alter reduziert. Das kann zum Beispiel zur Entstehung von Asthma und chronischer Bronchitis durch erhöhte Partikelkonzentrationen führen. Auch wird die Arteriosklerose im Alter durch Luftverschmutzungen beschleunigt, wie Dr. Manfred Gogol, Chefarzt der Klinik für Geriatrie Coppenbrügge berichtet.

Sensible Bevölkerungsgruppen haben spezifische Empfindlichkeiten: Dass Kinder aufgrund der noch laufenden Entwicklungsprozesse auf bestimmte Einflüsse besonders empfindlich reagieren, zeigt Prof. Dr. Karl Ernst von Mühlendahl, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft Kinderumwelt Osnabrück. Ein Beispiel dafür sei die Feersche Erkrankung bei Kleinkindern durch relativ niedrige Quecksilberbelastungen. Von Mühlendahl: "Kinder sind nicht einfach nur kleine Erwachsene. Das muss bei Risikobewertungen berücksichtigt werden".

Auch manche Erwachsene nehmen von sich an, dass sie besonders sensibel auf Chemikalien reagieren - man spricht oft von der Multiple Chemical Sensitivity (MCS) oder anderen umweltbezogenen Syndromen. Prof. Dr. Thomas Eikmann, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen, hat an einer großen deutschen Studie zu MCS mitgearbeitet: "Die Patienten sind schwer erkrankt und haben einen hohen Leidensdruck. Doch die genauen Ursachen von MCS sind noch ungeklärt". Hier bestehe Forschungsbedarf.

Die Tagung zeigt, dass die einzelnen Umwelteinflüsse differenziert betrachtet werden müssen. Für die Risikobewertung von Umweltchemikalien ist es wichtig, die Belastung zu kennen. Dabei spielt das Instrument des Human-Biomonitorings eine wichtige Rolle, um die Belastung des menschlichen Körpers durch Umweltschadstoffe zu erfassen. Ergebnisse aus Untersuchungen des Umweltbundesamtes und des Robert-Koch-Instituts wurden auf der Tagung vorgestellt.

Um der zunehmenden Bedeutung des Human-Biomonitorings auf nationaler wie internationaler Ebene Rechnung zu tragen, hat das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit die Informationsstelle Human-Biomonitoring eingerichtet. Das Projekt wird aus Mitteln des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. gefördert. Inhaltlich verantwortlich ist das GSF-Forschungszentrum.

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Abteilung Kommunikation
Tel: 089/3187-2460
Fax 089/3187-3324
E-Mail: oea@gsf.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de

Weitere Berichte zu: GSF-Forschungszentrum Human-Biomonitoring MCS Umwelteinfluss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten