Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung über das erfolgreichste Landreptil der Erde: die Waldeidechse

13.11.2006
Vom 17. - 19.11.2006 werden Wissenschaftler aus aller Herren Länder eine Tagung einer einzigen Art widmen, dem erfolgreichsten Landreptil der Erde: der Waldeidechse. Lebensräume, Biologie und die Beziehung zu den nächst verwandten Arten sind spannende Themen.

Als das erfolgreichste Landreptil der Welt gilt die in Deutschland einheimische Waldeidechse, mit wissenschaftlichem Namen Zootoca vivipara. Die höchstens 16 cm lange Eidechse hat unter allen Reptilien - von den Meeresschildkröten der Ozeane einmal abgesehen - das weltweit größte Artareal, das von Westspanien quer durch Eurasien bis nach Japan reicht!

Die Nord-Süd-Erstreckung reicht von der Po-Ebene im Süden bis zum Nordkap, was sie auch zum nördlichsten Reptil macht. Und, um die Superlative fortzusetzen: Sie kann als einziges Reptil so weit nach Norden vorstoßen und sogar auf Dauerfrostböden existieren, weil sie ihrem Blut Glykol als Frostschutzmittel beimischen kann.

Ihr wissenschaftlicher (griechisch-lateinischer) Name bedeutet "lebendgebärende Lebendgebärerin" und bezeichnet eine weitere Fähigkeit, in kalten Klimaten zu überleben: Statt ihre Eier im Boden zu vergraben und sie der Sonnenwärme anzuvertrauen, kann sie sie im Körper zurückhalten und bis zu deren Schlupfreife der Sonne quasi hinterherlaufen, so dass die Jungen im Moment der Eiablage bereits aus der transparenten hauchdünnen Eihülle schlüpfen und sofort danach ein selbständiges Leben führen müssen.

... mehr zu:
»Landreptil »Waldeidechse

Im Gebiet der Pyrenäen legen die Tiere allerdings normale beschalte Eier. Erst seit kurzem wurde bekannt, dass es eierlegende Waldeidechsen auch in Slowenien, Kärnten und Oberitalien gibt, die aber mit den Nordspaniern nicht näher verwandt sind. Gründe genug also, sich in einem internationalen Symposium über neueste Forschungen an dieser faszinierenden Eidechsenart auszutauschen.

Erwartet werden Teilnehmer aus unseren Nachbarländern, aber auch aus Lettland, Russland und der Ukraine.

Aufgrund der vielen Superlative unserer kleinen Waldeidechse wurde sie von der DGHT im Frühjahr zum "Reptil des Jahres 2006" ausgerufen, um auf ihre vielen Besonderheiten und auf ihre Schutzwürdigkeit hinzuweisen. Dabei zeigte sich, dass eine kuriose Verbindung des "Reptils des Jahres 2006" mit dem Mozartjahr 2006 besteht! Der erste Entdecker unserer Eidechse, der 1787 auch als erster an ihr das namensgebende Gebären lebender Junge bei einem Reptil überhaupt entdeckte, war der Wiener Botaniker Josef Franz von Jacquin. Das Haus der Familie von Jacquin war ein kultureller Mittelpunkt des damaligen Wien, und auch Wolfgang Amadeus Mozart ging dort ein und aus. Als enger Freund der Familie erteilte er einem Bruder und der Schwester unseres Botanikers Musikunterricht und widmete allen Familienmitgliedern eigens für sie geschaffene Kompositionen; unserem Botaniker einen kunstvollen Doppelkanon.

Der Organisator des Symposiums von Seiten des Museum Koenig lässt es sich nicht nehmen, diesen Kanon zusammen mit einigen seiner Chorkollegen den Tagungsteilnehmern am geselligen Abend des Symposiums live zu Gehör zu bringen.

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig veranstaltet gemeinsam mit der Universität Bremen und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) e.V. dieses internationale und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Symposium über eine einheimische Eidechsenart.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. wolfgang Böhme
tel: 0228 9122250
e-mail: w.boehme.zfmk@uni-bonn.de

Sabine Heine | idw
Weitere Informationen:
http://www.museumkoenig.uni-bonn.de/
http://www.zfmk.de/web/Presse/Mitteilungen/News/eidechsensymposium.de.html

Weitere Berichte zu: Landreptil Waldeidechse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie