Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3D-Geologie - Chancen für die Nutzung und den Schutz des Untergrundes

22.09.2006
158. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften / 2. bis 4. Oktober 2006 an der Technischen Universität Berlin

Die Geowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der TU Berlin begrüßen in der Zeit vom 2. bis 4. Oktober 2006 etwa 400 Kolleginnen und Kollegen zur 158. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG). Das Thema lautet: "3D-Geologie - Chancen für die Nutzung und den Schutz des Untergrundes". Dabei geht es um dreidimensionale Modelle, die aus computergestützten Daten über den geologischen Untergrund erarbeitet werden. Die Daten selbst wurden aus zehn, hundert oder auch mehreren tausend Metern Tiefe mit Hilfe von Bohrungen oder geophysikalischen Methoden gewonnen. Auf diese Weise kann man die für die jeweilige Aufgabenstellung wichtigen Schichten im Untergrund großflächig verfolgen, also zum Beispiel Ausdehnung und Volumen bestimmen.

Solche Modelle sind heute für verschiedene Zwecke von Bedeutung: In geringen Tiefen für Baugrunduntersuchungen und für die Abschätzung von Grundwasserbewegungen und -vorräten, in größeren Tiefen für Erkundung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas, mineralischen Rohstoffen und geothermischer Energie sowie für die Suche nach Speichern für Gas und Kohlendioxid. Damit sind bereits wesentliche Themen der Tagung umrissen, und es wird deutlich, dass ebenso dringende wie politisch brisante Probleme angesprochen werden.

Ein großer Vortragsblock der Tagung befasst sich mit Naturwerksteinen. Das sind die Gesteine, die man täglich an und in Bauten oder auf dem Straßenpflaster sieht: Von der Rohstofferkundung bis zur Verwendung und der Denkmalpflege reicht das Spektrum der Vorträge. Hier hat sich in Berlin auf Initiative von TU-Geologinnen und -Geologen ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit gebildet, der bei Laien und Spezialisten verschiedener Fachgebiete im Baubereich auf Interesse stieß. Während der Tagung werden Exkursionen angeboten; einige Plätze sind noch vorhanden (Information und Anmeldung unter http://www.geoberlin2006.de/pdf/Exk-GeoBerlin-8.8.pdf).

Die Tagung wird von einer Poster-Ausstellung mit wissenschaftlichen Ergebnissen aus den Bereichen der Tagungsthemen und einer Produkt-Ausstellung geowissenschaftlich orientierter Firmen begleitet. In einer kleinen Kunstausstellung zum Thema: "Steine wahrnehmen, gestalten und verstehen: Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft" werden Stein-Skulpturen der Berliner Künstler Rudolf J. Kaltenbach und Silvia Christine Fohrer gezeigt.

Besonders aufmerksam machen möchten wir Sie auf zwei öffentliche Vorträge, die aus Anlass der Tagung in der Urania (Urania Berlin e. V., An der Urania 17, 10787 Berlin) angeboten werden. Am 4. Oktober 2006 wird um 17.30 Uhr Prof. Dr. Peter Wycisk, Universität Halle, zu Aufbau und Nutzung von 3D-Modellen sprechen. Der Titel des anschließenden Vortrags um 19.30 Uhr von Dr. Werner Stackebrandt, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, ist: Der Untergrund von Berlin und Brandenburg - die dritte Dimension. Entwicklung, Nutzung und Potenzial.

Die Geowissenschaften haben an der TU Berlin eine lange Tradition: Die 1770 gegründete königlich-preußische Bergakademie wurde 1916 zur "Abteilung für Bergbau" in der damaligen Königlichen Technischen Hochschule. In der 1946 neu gegründeten TU Berlin gab es zunächst eine Abteilung, ab 1952 eine Fakultät für Bergbau und Hüttenwesen. Heute betreuen fünf Professoren und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den neuen Studiengang "Geotechnologie" mit seinem angewandten Profil; dieser führt die Studierenden zu Bolognakonformen Bachelor- und Master-Abschlüssen. Die diesjährigen über 100 Bewerbungen für 40 Studienplätze zeigen, dass er Anklang findet.

Ein Schwerpunkt dieses Studienganges liegt im Bereich der Explorationsgeologie, vertreten durch Prof. Dr. Wilhelm Dominik, den Leiter der DGG-Tagung. Das Fachgebiet braucht und lehrt die bewährten Grundlagen der allgemeinen, regionalen und historischen Geologie und stellt so die moderne 3D-Geologie auf ein solides Fundament: Für letztere hat es die Methoden sowie die Computerapplikationen aufgebaut und arbeitet damit an Projekten vom hydro-geologischen Modell Berlins bis zu verschiedenen regionalen Modellen beispielsweise in nordafrikanischen Ländern, im Iran, in Kasachstan, Russland und Syrien.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Wilhelm Dominik vom Fachgebiet Explorationsgeologie der TU Berlin, Tel.: 030/314-25903, E-Mail: wilhelm.dominik@tu-berlin.de, Internet: www.geoberlin2006.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/
http://www.geoberlin2006.de/pdf/Exk-GeoBerlin-8.8.pdf
http://www.geoberlin2006.de

Weitere Berichte zu: Explorationsgeologie Geowissenschaft Urania

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Fighting drug resistant tuberculosis – InfectoGnostics meets MYCO-NET² partners in Peru

28.04.2017 | Event News

Expert meeting “Health Business Connect” will connect international medical technology companies

20.04.2017 | Event News

Wenn der Computer das Gehirn austrickst

18.04.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie