Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Messdaten der Medizin und Umwelt sinnvoll strukturieren

20.07.2006
Viele Daten werden heute über Rechner und Sensoren automatisch gesammelt, zum Beispiel über Patienten oder die Umwelt. Unklar ist jedoch häufig, wie man diese Informationen geeignet zusammenführt, um mehr zu erfahren als nur die Summe vieler Einzeldaten. Wie die Datenflut von Sensoren besser strukturiert werden kann, diskutieren internationale Forscher und Anwender aus der Mathematik, der Bildverarbeitung und Mustererkennung sowie der Medizin vom 30. Juli bis 4. August 2006 auf Schloss Dagstuhl, dem Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik (IBFI) im nördlichen Saarland.

Um das Forschungsgebiet der Sensordaten- und Informationsfusion zu verstehen, muss man sich nur eine Party vor Augen führen: Viele Leute reden durcheinander, so dass man seinen Gesprächspartner nur schwer versteht. Man ist dennoch in der Lage, sich zu unterhalten, da man neben der akustischen Information auch die Bewegung der Lippen verfolgt. Man nimmt also zusätzliche Daten auf und verwendet sie für das Verstehen. Nichts anderes tun Informatiker und Mathematiker, die über Sensoren Daten sammeln und diese Information "fusionieren", also sinnvoll zusammenführen. Dieses Forschungsgebiet hat heute schon viele Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Zum Beispiel im Auto, wo das Antiblockiersystem den Fahrer unterstützt. Verschiedene Sensoren liefern dabei Informationen von den einzelnen Rädern. Diese werden im Bordcomputer zusammengeführt und ausgewertet, um das Blockieren der Räder zu verhindern.

In der Zukunft werden immer mehr Informationen erfasst, die geeignet zusammengeführt und interpretiert werden müssen, um einen Gewinn für ein Anwendungsgebiet darzustellen. Beispiele solcher Anwendungsgebiete sind Bildverarbeitung, Medizin und Robotik. Auch in den Neurowissenschaften spielt das Thema eine zentrale Rolle, da man über Erkenntnisse, wie in biologischen Systemen Fusion stattfindet, maschinelle Systeme verbessern kann. Darüber hinaus kann die Mathematik mit neuen Methoden dieses Forschungsgebiet bereichern. Ziel der Tagung "Sensor Data and Information Fusion in Computer Vision and Medicine" auf Schloss Dagstuhl ist es daher, Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzubringen, Erkenntnisse auszutauschen und zukünftige Forschungsschwerpunkten zu definieren. Nähere Informationen unter http://www.dagstuhl.de/06311/

Schloss Dagstuhl lädt das ganze Jahr über Wissenschaftler aus aller Welt ins Saarland ein, um über neueste Forschungsergebnisse in der Informatik zu diskutieren. Rund 2.700 Informatiker von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und aus der Industrie nehmen jährlich an den wissenschaftlichen Veranstaltungen in Dagstuhl teil. Seit 2005 gehört Schloss Dagstuhl zur Leibniz-Gemeinschaft, in der führende außeruniversitäre Forschungsinstitute und wissenschaftliche Serviceeinrichtungen in Deutschland vertreten sind.

Dr. Roswitha Bardohl | idw
Weitere Informationen:
http://www.dagstuhl.de
http://www.dagstuhl.de/ueber-dagstuhl/presse/
http://www.dagstuhl.de/06311/

Weitere Berichte zu: Anwendungsgebiet Forschungsgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Technologievorsprung durch Textiltechnik
17.11.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS
17.11.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte