Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Weltpremiere: Erster Dampfballon stieg in die Lüfte

12.05.2006


HeiDAS UH, der erste frei fliegende Dampfballon weltweit, entwickelt an der Technischen Universität Berlin, Institut für Luft- und Raumfahrt, verantwortlich Dr.-Ing. Alexander Bormann, beim Testflug in der Peter-Behrens-Halle Berlin-Wedding. Foto: TU/Ulrich Dah


Forscher vom TU-Institut für Luft- und Raumfahrt entwickelten den weltweit ersten Dampfballon HeiDAS UH, gefördert von der Firma Festo / Während der Langen Nacht der Wissenschaften am 13. Mai findet die öffentliche Jungfernfahrt statt

... mehr zu:
»Festo »HeiDAS

Der erste Dampfballon der Welt ist erfolgreich aufgestiegen. Am 11. Mai um 10.50 Uhr wurden der Brenner und die Dampfgeneratoren gezündet. Gefüllt mit überhitztem Wasserdampf schwebte der 6,8 Kubikmeter umfassende und knapp fünf Kilogramm leichte Dampfballon in die Luft. Schauplatz der Weltpremiere von HeiDAS UH, dem ersten wirklich frei fahrenden Dampfballon der Welt, war die Peter-Behrens-Halle der TU Berlin in Berlin-Wedding. HeiDAS UH steht für HeißDampfAeroStat, UH für ultra-heiß. Nicht Helium und nicht heiße Luft, sondern überhitzter Wasserdampf dient als Traggas in diesem Demonstratorballon. Mit Dampf erzielt HeiDAS UH etwa zweieinhalb Mal soviel Auftrieb pro Volumen wie ein Heißluftballon. Nach 15-minütiger Fahrt landete HeiDAS UH sanft auf dem Boden. "Wahrhaft schwere Forschungs- und Entwicklungsarbeit schweben hier mit Leichtigkeit über unseren Köpfen", sagte Dr.-Ing. Alexander Bormann vom Institut für Luft- und Raumfahrt, der das Projekt seit fünf Jahren wissenschaftlich leitet. "Die Schwierigkeiten und Hürden - davon ist nichts mehr zu sehen. Nun kann die Erprobung im Freien beginnen. Aufbauend auf den Erfahrungen, die sich im heutigen Experiment manifestieren, können wir sowohl Prototypen künftiger Dampfballons entwickeln als auch konventionelle Luftschiffe und Ballons verbessern."

Während der Langen Nacht der Wissenschaften am 13. Mai wird HeiDAS UH erstmals öffentlich aufsteigen:


Zeit: 20.30 Uhr (Jungfernflug)
Ort: Gustav-Mayer-Allee 25, TIB-Gelände, Haus des Bauens, Peter-Behrens-Halle, 13355 Berlin
Haltestelle: Hussitenstraße (Route 4 Wedding)

HeiDAS UH stellt eine der spannendsten und umfassendsten Neuentwicklungen in der Leichter-als-Luft-Fahrt dar. Auf der Basis des ersten HeiDAS-Demonstrators aus dem Jahre 2003 wurde das Material- und Betriebskonzept revolutioniert. Bahnbrechende Werkstoffkonzepte, ein neuartiges Brennersystem und intelligente Sicherheits- und Rege-lungssysteme halfen die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Nun sind auch erste Fahrten im Freien möglich.

Der HeiDAS Dampfballon verwendet überhitzten Wasserdampf als Auftriebsgas. Preiswerter Wasserdampf bei 150 Grad Celsius erzielt etwa 75 Prozent des Auftriebs von teurem Helium. Der Dampfballon trägt bei gleicher Größe mehr als das Doppelte als ein Heißluftballon und verbraucht dank Isolation deutlich weniger Brennstoff. Mit über 300 Grad Celsius Hüllentemperatur ist HeiDAS wohl der heißeste Ballon in der Geschichte. Modernste Entwurfs- und Rechnermethoden sowie innovative Isolations- und Hüllenmaterialien kamen bei der Schaffung des Technologie-Demonstrators zum Einsatz. HeiDAS fährt heute mithilfe eines automatischen Sicherheitssystems und eines Autopiloten. Der Dampfballon ist ausgestattet mit Elektronik, Steuerungstechnik und einem Computer. Zunächst soll er Daten über sein eigenes Verhalten messen und sammeln.

Der am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin entwickelte und erfolgreich getestete Erprobungsträger wurde von der Firma Festo, einem der führenden Unternehmen der Automatisierungstechnik, gefördert. Nach den Projekten Upside Down Twin, pneumatischer Gasballonkorb und pneumatischer Heißluftballonkorb ist der HeiDAS UH eine weitere innovative Entwicklung für die Leichter-als-Luft-Fahrt, die für Festo im Rahmen von "Air in Air" entwickelt wurde. Festo präsentiert sich auf diese Weise im Bereich des Event Marketing ebenso innovativ wie dies das Unternehmen im Kernkompetenzfeld der industriellen Automation mit pneumatischen und elektrischen Antrieben macht.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr.-Ing. Alexander Bormann, Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin, Tel.: 030/314-21334, Fax: 030/314-22955,
E-Mail:alexander.bormann@tu-berlin.de

Das gesamte Programm der TU Berlin zur Langen Nacht der Wissenschaften finden Sie im Internet unter: http://www.tu-berlin.de/presse/lange_nacht/2006/

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi114.htm
http://www.tu-berlin.de/presse/lange_nacht/2006/

Weitere Berichte zu: Festo HeiDAS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie